openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Dieselskandal – Abgasmanipulationen bei Audi im großen Stil

02.07.201916:21 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Audi verwendete bis zu vier Abschalteinrichtungen - Abgasmanipulationen schon seit 2003 bei Euro 4-Diesel ein Thema

München, 01.07.2019. Audi hat offenbar mehr als nur einen Hebel angesetzt, um Abgaswerte zu manipulieren. Nach Informationen des Handelsblatts und des Bayrischen Rundfunks soll es in verschiedenen Modellen bis zu vier Abschalteinrichtungen gegeben haben. Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zeigte man sich aber großzügig und bemängelte nur eine Funktion als unzulässige Abschalteinrichtung.



Bei dieser unzulässigen Abschalteinrichtung handelte es sich um die sog. schnelle Motoraufwärmfunktion, die den Ausstoß von Stickoxiden reduziert. Allerdings ist diese Funktion fast nur im Prüfmodus aktiviert. Das KBA ordnete deshalb Anfang 2018 den verpflichtenden Rückruf für diverse Audi-Modelle mit V6 TDI-Motor und der Abgasnorm Euro 6 an. Betroffen waren die Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7.

Recherchen des Bayerischen Rundfunks und des Handelsblatts belegen nun offenbar, dass Audi in den Modellen bis zu vier Abschalteinrichtungen verwendet hat. Das KBA habe nur eine Funktion offiziell als illegale Abschalteinrichtung eingestuft und den Rückruf angeordnet. Die drei anderen Funktionen sollte Audi allerdings auch entfernen, allerdings „freiwillig“. Der BR und das Handelsblatt stützen sich bei ihrem Bericht auf umfangreiche interne Audi-Unterlagen, die den Redaktionen offenbar zugespielt wurden.

Besonders pikant: Trotz Abgasskandal verzichtete das KBA bei den meisten Modellen wohl auf eigene Prüfungen und vertraute auf die Angaben des Herstellers. Kritik am Vorgehen des KBA gab es den Unterlagen zu Folge auch von der Staatsanwaltschaft München, weil die Behörde Audi über Maßnahmen wie Rückrufe informiert habe, ohne die Staatsanwaltschaft vorher darüber in Kenntnis zu setzen.

Die umfangreichen Unterlagen fördern noch mehr zu Tage. So waren Abgasmanipulationen bei Audi offenbar schon lange vor Bekanntwerden des Abgasskandals ein Thema. Belegt wird das durch ein Gedicht, das per Mail im Mai 2003 die Runde machte und an Goethes Erlkönig erinnert. Wie u.a. tagesschau.de berichtet, heißt es an einer Stelle: „Defeat Device, kommt her zu mir. Gar schöne Spiele spiel ich mit dir. Manch‘ Schweinerei liegt auf der Hand, die ich will verdecken mit dem Hystereseband.“

Abschalteinrichtungen gab es bei Audi tatsächlich schon länger. Wie die Tagesschau weiter online berichtet, kam zwischen 2003 und 2010 bei Audi-Dieselfahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 4 die sog. „Akustikfunktion“ zum Einsatz. Wie aus den Unterlagen des BR dazu hervorgeht, hat es zu dieser Funktion einen Vermerk des KBA gegeben, wobei diese Funktion als unzulässige Abschalteinrichtung klassifiziert wurde.

„Audi spielt im Abgasskandal eine große Rolle und hat schon offenbar früh mit Abgasmanipulationen begonnen und diese auch nach Bekanntwerden des Abgasskandals im Herbst 2015 noch bei den 3-Liter-Dieselmotoren fortgesetzt und Behörden wie Verbraucher getäuscht. Inzwischen haben zahlreiche Gerichte entschieden, dass die Kunden durch unzulässige Abschalteinrichtungen vorsätzlich sittenwidrig getäuscht wurden und Anspruch auf Schadensersatz haben“, sagt Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz, CLLB Rechtsanwälte.

Mehr Informationen: https://www.diesel-abgasskandal.de/

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1053956
 407

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Dieselskandal – Abgasmanipulationen bei Audi im großen Stil“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von CLLB Cocron, Liebl, Leitz, Braun, Kainz, Sittner Partnerschaftsgesellschaft mbB

Liberty Insurance – vormals Liberty Europe: Widerspruchsmöglichkeit bei vielen Lebensversicherungsverträgen
Liberty Insurance – vormals Liberty Europe: Widerspruchsmöglichkeit bei vielen Lebensversicherungsverträgen
München, 26.10.2020 – CLLB Rechtsanwälte sehen bei nicht wenigen Lebensversicherungen der Liberty Insurance - vormals Liberty Europe - Widerspruchsmöglichkeiten. Viele Versicherungsnehmer können auch heute noch bei Lebens- und Rentenversicherungen ihr Widerspruchsrecht ausüben und dadurch eine im Vergleich zum Rückkaufswert deutlich höhere Rückzahlung von der Versicherung erhalten. Dies ist grundsätzlich auch bei einem bereits gekündigten Versicherungsvertrag noch möglich. Das Widerspruchrecht ist gerade für alle Versicherungsnehmer intere…
LG München – Widerruf eines Sixt-Leasingvertrags erfolgreich
LG München – Widerruf eines Sixt-Leasingvertrags erfolgreich
Fehlerhafte Widerrufsinformation der Sixt Leasing – Leasingnehmer erhält gezahlte Raten ohne Abzug einer Nutzugsentschädigung zurück München, 22.10.2020. Ein Fehler in der Widerrufsbelehrung ermöglicht den Widerruf eines Sixt-Leasingvertrags auch noch Jahre nach Abschluss. Das hat das Landgericht München I mit Urteil vom 7. August 2020 entschieden (Az.: 22 O 2315/20). Nach Rückgabe des geleasten Fahrzeugs erhält der Kläger seine bereits geleisteten Leasingraten plus Zinsen zurück und muss noch nicht einmal eine Nutzungsentschädigung zahlen. …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: VW-Abgasskandal: LG Krefeld spricht Audi-Fahrer Schadensersatz zuBild: VW-Abgasskandal: LG Krefeld spricht Audi-Fahrer Schadensersatz zu
VW-Abgasskandal: LG Krefeld spricht Audi-Fahrer Schadensersatz zu
… Juli 2017 dem Käufer eines Audi Q5 Schadensersatz zu (Az.:7 O 147/16). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass der VW-Vorstand von den Abgasmanipulationen wusste. „Das Urteil ist bemerkenswert und kann allen vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeugkäufern Mut machen“, sagt Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht …
Staatsanwaltschaft Stuttgart bittet Porsche im Abgasskandal zur Kasse
Staatsanwaltschaft Stuttgart bittet Porsche im Abgasskandal zur Kasse
… Abschalteinrichtungen ihre zivilrechtlichen Ansprüche auf Schadensersatz gegenüber Porsche geltend machen“, sagt Rechtsanwalt Marcel Seifert, BRÜLLMANN Rechtsanwälte, aus Stuttgart. Vor Porsche wurden im Zusammenhang mit Abgasmanipulationen auch schon VW und Audi zu Geldbußen in Höhe von einer Milliarde Euro bzw. 800 Millionen Euro verdonnert. Der Unterschied ist, dass …
Bild: Opel gerät im Abgasskandal unter Verdacht – KBA kündigt Rückruf anBild: Opel gerät im Abgasskandal unter Verdacht – KBA kündigt Rückruf an
Opel gerät im Abgasskandal unter Verdacht – KBA kündigt Rückruf an
Razzia bei Opel in Rüsselsheim und Kaiserslautern – Verdacht der Abgasmanipulationen bei Insignia, Zafira und Cascada München, 18.10.2018. Der Abgasskandal könnte Opel erreicht haben. Ermittler des Landeskriminalamts Hessen durchsuchten am Montag, 15.10.2018, die Opel-Geschäftsräume in Rüsselsheim und Kaiserslautern. Es geht um den Verdacht von Abgasmanipulationen …
Bild: Abgasskandal - VW muss Eigentümerin eines Audi Q3 Schadensersatz zahlenBild: Abgasskandal - VW muss Eigentümerin eines Audi Q3 Schadensersatz zahlen
Abgasskandal - VW muss Eigentümerin eines Audi Q3 Schadensersatz zahlen
… gefahrenen Kilometer zurück“, sagt Rechtsanwalt Dr. Henning Leitz, CLLB Rechtsanwälte. Das LG Baden-Baden kam zu der Überzeugung, dass VW die Käufer durch die Abgasmanipulationen vorsätzlich sittenwidrig geschädigt habe und daher zum Schadensersatz verpflichtet sei. In dem zu Grunde liegenden Fall, hatte der verstorbene Ehemann der Klägerin einen Audi …
Abgasskandal – Pleite für Porsche vor dem OLG Düsseldorf
Abgasskandal – Pleite für Porsche vor dem OLG Düsseldorf
… OLG Düsseldorf ging es um einen Porsche Cayenne mit 3-Liter-V6-Dieselmotor der Schadstoffklasse Euro 6. Der Kläger hatte den SUV im Februar 2016 gekauft. Aufgrund von Abgasmanipulationen an dem Motor hat er dann den Rücktritt vom Kaufvertrag erklärt und die Rückabwicklung verlangt. Nachdem er in erster Instanz schon Recht bekommen hatte, bestätigte nun …
Abgasskandal bei VW Golf VII mit Motor EA 288 – LG Regensburg verurteilt VW
Abgasskandal bei VW Golf VII mit Motor EA 288 – LG Regensburg verurteilt VW
… mit dem Motor EA 288, also dem Nachfolgemotor des durch den Dieselskandal bekannt gewordenen Motors EA 189“, erklärt Rechtsanwalt Frederick M. Gisevius, BRÜLLMANN Rechtsanwälte. Nachdem die Abgasmanipulationen beim Motor EA 189 aufgeflogen waren, kam immer wieder mal der Verdacht auf, dass VW auch bei Fahrzeugen mit dem Nachfolgemotor EA 288 Abgaswerte …
Bild: Dieselskandal – „Spiegel“ berichtet über illegale Absprachen zwischen VW, Daimler und BMWBild: Dieselskandal – „Spiegel“ berichtet über illegale Absprachen zwischen VW, Daimler und BMW
Dieselskandal – „Spiegel“ berichtet über illegale Absprachen zwischen VW, Daimler und BMW
… Absprachen bestätigen, dürften alle betroffenen Autokäufer Schadensersatzansprüche haben. „Damit dürfte sich auch eine weitere Möglichkeit eröffnen, einen von Abgasmanipulationen betroffenen Diesel zurückzugeben“, so Rechtsanwalt Hitzler. Die Kanzlei BRÜLLMANN Rechtsanwälte aus Stuttgart hat eine kostenlose Interessengemeinschaft für betroffene Autokäufer …
Abgasskandal - OLG Karlsruhe verurteilt VW zu Schadensersatz
Abgasskandal - OLG Karlsruhe verurteilt VW zu Schadensersatz
Für VW kommt es im Abgasskandal immer dicker. Nachdem VW-Chef Diess im ZDF bei Markus Lanz im Zusammenhang mit den Abgasmanipulationen öffentlich von Betrug sprach, kassierte VW vor dem OLG Karlsruhe eine schwere Schlappe. Das OLG Karlsruhe entschied mit Urteil vom 18. Juli 2019, dass VW sich durch die Abgasmanipulationen schadensersatzpflichtig gemacht …
Abgasskandal: Neue Fahrzeuge für geschädigte Käufer
Abgasskandal: Neue Fahrzeuge für geschädigte Käufer
… 27.05.2019. Über einen nagelneuen VW Sharan, VW Touran bzw. Audi A3 dürfen sich drei durch den Dieselskandal geschädigte Käufer freuen. Sie haben ihre von Abgasmanipulationen betroffenen Fahrzeuge als Neuwagen zwischen 2009 und 2013 gekauft und haben nun den Anspruch auf die Lieferung von fabrikneuen, typengleichen Ersatzfahrzeugen aus der aktuellen …
Bild: Abgasmanipulationen – Verkaufsstopp und Auslieferungsstopp für Audi A6 und A7Bild: Abgasmanipulationen – Verkaufsstopp und Auslieferungsstopp für Audi A6 und A7
Abgasmanipulationen – Verkaufsstopp und Auslieferungsstopp für Audi A6 und A7
… 3-Liter-V6-Dieselmotoren und der Abgasnorm Euro 6. Weltweit sind etwa 60.000 dieser Fahrzeuge zugelassen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Auch Audi hat auf die neuerlichen Abgasmanipulationen offenbar schon reagiert und will diese durch ein Software-Update beheben. Wie das „Handelsblatt“ am 9. Mai 2018 online unter Berufung auf ein Schreiben an …
Sie lesen gerade: Dieselskandal – Abgasmanipulationen bei Audi im großen Stil