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Aktionäre sollen der Verschmelzung mit Vattenfall Europe zustimmen

29.04.200411:53 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) Auf der heutigen voraussichtlich letzten ordentlichen Hauptversammlung der Bewag Aktiengesellschaft im Berliner Internationalen Congress Centrum ICC haben die Aktionäre des Unternehmens über die Integration der Bewag in den Vattenfall Europe-Konzern zu entscheiden. Die Tagesordnung sieht neben den Beschlüssen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002, der Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern und der Zustimmung zur Ausgliederung des operativen Geschäftes der Bewag auch die anschließende Verschmelzung mit Vattenfall Europe vor.



In seinem Bericht vor den Aktionären betonte der Sprecher des Vorstandes der Bewag AG Hans-Jürgen Cramer die Bedeutung des Zusammenschlusses mit Vattenfall Europe für den Berliner Energiedienstleister: ¨Die Einbindung der Bewag in diesen neuen Verbund ist Chance und Notwendigkeit zugleich. Mit den Partnern HEW, der ehemaligen VEAG sowie der in Vattenfall Europe Mining umbenannten Laubag erreichen wir eine Unternehmensgröße, um uns auf den liberalisierten Energiemärkten dauerhaft und erfolgreich behaupten zu können. Damit lösen wir das Wachstumsproblem der Bewag. Die Integration der Bewag ist die letzte Etappe auf dem Weg zur Bildung eines großen, deutschen Energiedienstleisters mit europäischem Format.¨

Als Teil von Vattenfall Europe könne das Unternehmen seine Kosten weiter senken und wichtige Voraussetzungen für die langfristige wirtschaftliche Stabilität der Bewag schaffen, so Cramer weiter.

Auch unter dem Dach von Vattenfall Europe soll das Traditionsunternehmen ewag in seinem Kern erhalten bleiben. ¨Das ist nicht nur eine wichtige Botschaft für unsere Beschäftigten und den Standort Berlin. Es bedeutet vor allem, dass die Berliner Kunden unverändert Bewag-Produkte und -Dienstleistungen erhalten,¨ erklärte der Sprecher des Vorstandes. Die Marke Bewag bürgt auch zukünftig für Qualität und Umweltverträglichkeit bei Strom und Wärme aus Berlin.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2001/2002 - stabile Dividende

In seinem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr (01.07.2001- 30.06.2002) konnte Cramer eine positive Bilanz ziehen. So hat sich vor allem das Stromgeschäft solide entwickelt. Trotz Kundenverlusten im Heimatmarkt Berlin stiegen die Stromerlöse insgesamt deutlich an und lagen mit fast 2,5 Milliarden Euro um knapp 60 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Die Umsätze im Stromvertrieb bewegen sich mit rund 1,3 Milliarden Euro um fast zehn Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Und das bei unverändert hohem Wettbewerbsdruck. Erfreulich sind dabei die Absatzerfolge im überregionalen Geschäft und die erfolgreiche Umsetzung margenorientierter Vertriebsziele in Berlin.

Auch das Stromhandelsgeschäft der Bewag hat sich zufrieden stellend entwickelt. Das in Deutschland bilateral und über Börsen gehandelte Stromvolumen ist seit der Liberalisierung deutlich gewachsen. Dies wirkte sich auch im Stromhandel der Bewag aus. Der Stromabsatz im Eigengeschäft betrug fast 44 Gigawattstunden. Die entsprechenden Erlöse lagen bei 1.086 Millionen Euro.

Der externe Umsatz des Centers Netze lag bei 112 Millionen Euro, nach 82 Millionen Euro im Vorjahr. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass überregionale Stromlieferanten für die Versorgung ihrer Kunden in Berlin entsprechende Netzdienstleistungen der Bewag in Anspruch nehmen.

Zufrieden äußerte sich der Sprecher des Vorstandes mit der Entwicklung der Erträge, die mit insgesamt knapp 3,3 Milliarden Euro rund 37 Prozent über dem Vorjahr lagen:

¨In beiden Kerngeschäftsbereichen - Strom und Wärme - stiegen die Umsätze. Trotz milder Witterung konnte auch der Erlös im Wärmegeschäft leicht um drei Prozent auf insgesamt 428 Millionen Euro gesteigert werden.¨ Die gesamten Aufwendungen lagen mit rund 3,1 Milliarden Euro um 887 Millionen Euro über dem Niveau des Vorjahres. Eine wesentliche Ursache hierfür ist die Beschaffung von Strom für den Handel, die sich in dem deutlich höheren Materialaufwand von 1,8 Milliarden Euro niederschlägt.

Der Personalaufwand hat sich mit 361 Millionen Euro nach 369 Millionen Euro im Vorjahr leicht verringert. Während die Gehälter durch den weiter verringerten Personalbestand sanken, stiegen insbesondere die sozialen Abgaben. Die Zahl der Bewag-Mitarbeiter hat sich auch im letzten Geschäftsjahr um 3,5 Prozent von 5.299 auf 5.113 verringert. Dieser Rückgang ist vor allem auf die Inanspruchnahme von Vorruhestandsregelungen zurückzuführen, die im Geschäftsjahr auf die Geburtsjahrgänge 1948 und 1949 ausgeweitet wurden.

Den guten Verlauf des Geschäftsjahres machte Cramer an wesentlichen Kennzahlen deutlich und betonte: ¨Die Bewag steht auf einer sehr soliden wirtschaftlichen Basis. Das gute operative Ergebnis des vorletzten Jahres konnte mit 293 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr sogar noch übertroffen werden. Die Ertragskraft der Bewag zeigt sich auch in der Entwicklung des Cash Flow. Dort lagen wir am Ende des Geschäftsjahres mit 473 Millionen Euro um 19,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bilanzgewinn betrug erneut rund 130 Millionen Euro. Das EBITDA - also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - lag mit 572 Millionen Euro nur leicht unter dem Wert des letzten Geschäftsjahres von 576 Millionen Euro.¨

Angesichts ¨dieser erfreulichen wirtschaftlichen Eckdaten¨ sollen die Aktionäre angemessen am Ergebnis des Unternehmens beteiligt werden, so Cramer und schlug im Namen des Vorstandes und des Aufsichtsrates die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,58 Euro je Stückaktie vor.

Ergebnis in den ersten sechs Monaten unter Vorjahreswert

In den ersten sechs Monaten des neuen Geschäftsjahres 2002/03 (Juli bis Dezember) lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 90 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Diese Entwicklung ist ganz wesentlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen sind die Zuflüsse für die Einspeisung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Strom auf Grund gesetzlicher Änderungen um 42 Millionen Euro auf 11 Millionen Euro zurückgegangen. Zum anderen wurden für die Ausweitung der Vorruhestandsregelung auf die Geburtsjahrgänge 1950 und 51 weitere Rückstellungen in Höhe von 32 Millionen Euro gebildet. Dies soll die Voraussetzungen schaffen, die im Rahmen der Konzernbildung mit Vattenfall Europe notwendigen Personalanpassungen sozialverträglich fortführen zu können.

Das um außerordentliche Faktoren bereinigte Ergebnis des Kerngeschäfts vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - das so genannte EBITDA – verringerte sich von 278 Millionen Euro auf 247 Millionen Euro. Zu den Zielen für das laufende Geschäftsjahr erklärte Cramer: ¨Schwerpunkt der Aktivitäten ist die Integration der Bewag in Vattenfall Europe. Es wird in den nächsten Monaten darum gehen, Schnittstellen innerhalb des Konzerns zu vereinfachen und die Voraussetzungen für kosteneffiziente Strukturen zu schaffen. Das bedeutet auch, dass weitere Kostensenkungspotenziale ausgeschöpft werden.¨

In den folgenden Ausführungen erläuterte der Sprecher des Vorstandes ausführlich die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der angestrebten Verschmelzung mit Vattenfall Europe, die zur Beschlussfassung eingereichten Verträge und bat um die Zustimmung der Aktionäre zu dem geplanten Integrationsprozess.

Hinweis an die Redaktionen: Die Hauptversammlung dauert zur Stunde (10.50 Uhr) noch an!

 

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern unter der Telefonnummer 030 – 267 14383 zur Verfügung.

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