(openPR) Sali Muller visualisiert mit Licht, Spiegeln und Objekten die Unsicherheiten des Individuums und gesellschaftlicher Strukturen der Postmoderne. Bei e.artis contemporary in Chemnitz beweist die Luxemburgerin, dass die Idee am Anfang jeder wirksamen Konzeptkunst steht - radikale Vereinfachung ermöglicht es, unsere überkomplex gewordene Gegenwart zu durchleuchten.
Die Künstlerin thematisiert in ihrer Kunst die Fragilität unserer Zeit. Wo Sozialwissenschaftler umfangreiche Theoriegebilde entwerfen, die Politik vor einem scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Desintegration der Gesellschaft steht und die (sozialen) Medien sich in immer schwindelerregendere Aufmerksamkeitsspiralen verflüchtigen, da zeigt die Kunst, was sie zu leisten vermag: Mit klar gefassten Gedanken, zeigen was ist. Im geschützten Raum des Ateliers, der Galerie oder des Museums, den Fokus auf das eine Werk, die eine Idee legen und dem Betrachter so die Möglichkeit geben, sich zu hinterfragen, zu sammeln und die Offenheit des Kunstwerks mit eigenen Reflexionen auszufüllen.
Das zentrale Medium in Mullers Zugang ist das Licht. Ihre Objekte und Licht-Installationen stehen somit in einer aufregenden Traditionslinie der jüngeren Kunstgeschichte. So machten die ZERO Künstler Piene, Mack und Uecker 1964 auf der documenta III mit ihrem „Lichtraum“ Furore. Mit ihrer kinetischen Lichtkunst wollten sie das Auge zurücksetzten auf ein neues unverbrauchtes Sehen, das mit seiner neugewonnen Klarheit auch einen neuen Zugang zur Welt ermöglicht. In unserer Zeit trübt sich zwar der Optimismus auf einen unverstellten Neubeginn etwas ein, doch Sali Muller zeigt zugleich, das heutige Ansätze auch engagierter und direkter sind – das Licht wird zum Träger von Information. Sali Muller arbeitet dies auf eingängige Weise heraus, denn sie liefert beispielsweise mit den Installationen „Innere Leere“ und „Dematerialisation“ nicht nur ästhetisch ansprechende und intellektuell herausfordernde Objekte, sondern sie liefert durch Titel und eigene Statements auch den Kontext.
e.artis contemporary präsentiert mit der Auswahl an aktuellen Werken eine dematerialisierte Kunst – eine Kunst, die sich von einem irgendwie gearteten Bildträger löst und sich erst im „Dazwischen“, zwischen Reflektionsfläche und Betrachter, entwickelt. Das Licht füllt die Leere und farbintensive LED-Objekte, Spiegel und Leinwände laden zum lustvollen, forschenden und analytischen Sehen ein.
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Die Vernissage zur Ausstellung findet am 21.6.2019 um 19 Uhr in der Theaterstraße 58 in Chemnitz statt. Die Kunstlerin ist anwesend.
Am 04.07.2019 von 16 bis 22 Uhr beteiligt sich e.artis contemporary zudem an „KOSMOS CHEMNITZ“ - unter anderem findet um 17 Uhr eine Fuhrung durch die Ausstellung von Sali Muller statt.
Die Ausstellung lauft bis 30. August 2019. Offnungszeiten: Mo 10-14 Uhr / Di-Fr 10-17 Uhr / jederzeit nach Vereinbarung.
Sali Muller (*1981 Luxembourg) Ausgewahlte Ausstellungen: 2018 Ein gemachter Mensch - kunstlerische Fragen an Identitaten, Kallmann-Museum Ismaning, Munich, Germany / 2018 Birthmarks / Voglie, The Flat - Massimo Carasi, Milan, Italy / 2017 Blackout, e.artis contemporary, Chemnitz, Germany / 2017 Museum of Vanities, IKOB Museum of Contemporary Art, Eupen, Belgium / 2017 Luxembourg Art Prize, Galerie Herve Lancelin, Luxembourg City, Luxembourg / 2016 Encoding the Urban, Regionale 17, Kunsthaus Baselland, Basel, Switzerland / 2016 Error X, Ostrale, Int. Ausstellung Zeitgenossischer Kunste, Dresden, Germany / 2016 Aesthetica Art Prize, York, The United Kingdom >>> www.salimuller.com













