(openPR) e.artis contemporary zeigt ab Anfang Juli aktuelle Werke der Braunschweiger Künstlerin Hanna Nitsch (*1973). Starke und kritische weibliche Positionen in der Zeitgenössischen Kunst bilden das Profil der Chemnitzer Galerie.
Die aus Freiburg stammende Hanna Nitsch studierte bei Peter Dreher und Silvia Bächli an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und beendete ihr Studium bei Herrman Albert und Klaus Stümpel an der HBK Braunschweig 2007 als Meisterschülerin. Die Künstlerin war zuletzt mit Einzelausstellungen in den Städtischen Galerien in Braunschweig, Wolfsburg und Wiesbaden zu sehen. Regelmäßig befindet sich ihre Kunst auch in hervorragender Gesellschaft, so wurde sie 2012 in der Ausstellung „Das eigene Kind im Blick – Künstlerkinder von Runge bis Richter, von Dix bis Picasso“ gezeigt und findet sich prominent in der jüngst veröffentlichten Anthologie „I Love Women In Art“ (München 2020) mit 100 Porträts von Künstlerinnen – u.a. Hannah Höch, Marianne Brandt, VALIE EXPORT und Monica Bonvicini - präsentiert von 100 Frauen aus dem Kunstbetrieb.
In Chemnitz werden insgesamt 15 Arbeiten verschiedener Techniken zu sehen sein. Nitsch wählte zunächst hauptsächlich die Zeichnung als Medium - kraftvolle Tuschefarben prägen beispielsweise die perfekt inszenierten Porträts ihrer Kinder. In den letzten Jahren erweiterte sie ihr Repertoire, experimentiert mit Grafik und Keramik und Video. In ihren aktuellen fotografischen Arbeiten spürt man die Lust an der Revision jahrhundertelang eingeübter, vor allem durch die männlich geprägte Kunstgeschichte definierter visueller Codes sowie an Travestie und Maskerade, die mehr enthüllt als verbirgt. Die ikonografisch hochstilisierten Bilder werden zum Ausgangspunkt der künstlerischen Befragung. So stellt „La Source/ Die Quelle“, eine Reihung von 16 aus dem Internet geborgenen und bearbeiten Bildern, das weibliche Gesicht im Moment der Geburt aus. In der dreiteiligen Serie „following my exotic destiny“ schlüpft die Künstlerin in die Rollen christlich-mythologischer Figuren, wird zu Göttin, zur Madonna und zum Hermaphroditen.
„Zu den zentralen Fragestellungen meiner kunstlerischen Praxis gehoren die Fragen nach Rollenmustern und Stereotypen, nach meiner Rolle als Kunstlerin, Frau und Mutter in der Gesellschaft, nach Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung und die daraus resultierende Kritik am posthumanen Korperdesign im Zeitalter digitaler und sozialer Medien.“ (Hanna Nitsch)
Anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag 2019 Anfang dieses Jahres urteilt die Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg, Prof. Dr. Susanne Pfleger: „Das Werk der Braunschweiger Künstlerin Hanna Nitsch uberrascht, irritiert und fasziniert immer wieder aufs Neue. Sehr fruh hat sie ihre ganz eigene Bildsprache gefunden und entgegen zeitgeistiger Stromungen konsequent weiterentwickelt.“ Besonders hebt sie die intensive und jahrelange Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihren drei Kindern in den Tuschezeichnungen hervor und stellt fest: „Es ist und bleibt ein zeichnerisches Langzeitpsychogramm mit offenem Ende, womit Hanna Nitsch in der zeitgenossischen Malerei zweifellos eine ganz eigene und herausragende Position einnimmt.“
Die Ausstellung wird am 10.07.2020 in der Theaterstraße 58 in Chemnitz eröffnet. Andrea Hilger (kunstlerische Leiterin der OSTRALE Dresden) wird in die Ausstellung einfuhren. Beginn 19 Uhr. Die Vernissage wird LIVE auf den Sozialen Kanalen der Galerie unter den Accounts e.artis_contemporary ubertragen.















