(openPR) [BlickpunktEnergie 05.06.2019] Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat sich mit den Ländern auf einen Vorschlag zum Ausbau der Stromnetze in Bayern, Hessen und Thüringen geeinigt.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich mit den Ländern zum umstrittenen Ausbau von Stromnetzen in Bayern, Hessen und Thüringen geeinigt. Der Ausbau solle auf das "erforderliche Maß" beschränkt werden, sagte der CDU-Politiker heute in Berlin. Bürgerfreundliche Lösungen sollen verstärkt zum Einsatz kommen, insbesondere durch die Verlegung von Erdkabeln in weiteren Abschnitten.
"Dadurch werden die Länder Bayern und Thüringen entlastet, ohne dass es in Hessen zum Neubau von weiteren Leitungstrassen kommt", sagte Altmaier. "Das ist ein wichtiger und guter Tag für die Energiewende und ihr Gelingen. Wir haben einen entscheidenden Durchbruch erreicht für den Netzausbau in Süddeutschland."
Altmaier führte weiter aus, dass mit der Vereinbarung eine der größten Baustellen beim Netzausbau geschlossen werde. Vorhergehende monatelange Verhandlungen seien damit beendet. Witschaftsminister Altmaier und die Energieminister legen aber Wert auf die Feststellung, dass eine Entscheidung über Stromtrassen nur im gesetzlich dafür vorgesehenen Verfahren von den zuständigen Behörden erfolgen könne. Die Bundesnetzagentur solle die entsprechenden Vorschläge dann prüfen.
Konkret ist in der Einigung vorgesehen, dass die Kapazität der neu zu errichtenden Stromtrasse Suedostlink erhöht werden soll, damit diese nicht so breit wird. In den Abschnitten, in denen Suedostlink als Freileitung errichtet werden soll, könnte eine Option einer gemeinsamen Führung mit bestehenden Drehstromleitungen geprüft und dann verfolgt werden. Die insgesamt gut 580 Kilometer lange Gleichstromleitung soll laut Übertragungsnetzbetreiber Tennet dafür sorgen, dass in erster Linie Strom aus Erneuerbaren Energien von Norddeutschland nach Süddeutschland transportiert werden kann.
Außerdem sehen die Vorschläge noch vor, dass auf die Trasse P44 von Schalkau (Südthüringen) nach Grafenrheinfeld (Unterfranken) verzichtet werden soll. Diese Trasse gehört nicht zur geplanten Trasse Suedostlink. Gegen den Bau von P44 hatte es vor Ort massive Proteste gegeben. Als Netzknotenpunkt sei die Region Grafenrheinfeld ohnehin bereits hoch belastet, hieß von den Kritikern. Mit der „Thüringer Strombrücke“ hätten Südthüringen und die betroffenen Regionen im Bundesland Bayern ohnehin schon wesentlich zur Steigerung der Transportkapazitäten beigetragen. Die Trasse P43 solle in der Ursprungsvariante von Mecklar in Hessen nach Grafenrheinfeld so weit wie irgend möglich in Erdverkabelung erfolgen, da diese Variante sei die kürzeste sei und am wenigsten Gesamtbelastung mit sich bringe.
Die umstrittene neue Stromtrasse Suedlink soll von Nord- nach Süddeutschland führen. Die neuen Stromleitungen sind notwendig, weil Deutschland bis Ende 2022 aus der Atomkraft und bis 2038 aus der Kohle aussteigt. Der Ökostromanteil von heute deutlich mehr als einem Drittel soll dann noch deutlich weiter ansteigen.












