(openPR) Hantieren mit einem 3D-Scanner, einen Roboterarm dirigieren oder eine Abfüllanlage programmieren – all das konnten die Schülerinnen und Schüler der Ludwig-Erhard-Schule in Sigmaringen fünf Tage lang ausprobieren. Auf dem Parkplatz vor der Schule hatte ein riesiger Truck Station gemacht, vollgepackt mit Technologien aus der industriellen Produktion. DISCOVER INDUSTRY – CHANCEN | BERUFE | ZUKUNFT heißt die mobile Industriewelt, die Schulen in Baden-Württemberg anfährt, um Jugendlichen zu zeigen, wie die industrielle Produktion heute funktioniert und welche technischen und naturwissenschaftlichen Berufe daran mitarbeiten.
Der Truck ist Teil des Programms COACHING4FUTURE, mit dem die Baden-Württemberg Stiftung, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit den Fachkräfte-Nachwuchs im MINT-Bereich fördern möchten. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Im Mobil gab es auf rund 100 Quadratmetern für die Schülerinnen und Schüler jede Menge zu entdecken. Die einen scannten Gegenstände oder ihre Klassenkameraden mit einem 3D-Scanner ein, um am Computer einen digitalen Prototyp zu erstellen. Die anderen testeten Modellautos auf ihre Stromlinienförmigkeit oder Fahrradbremsen auf ihre Wirkungskraft. Die nächste Gruppe versuchte, einen Roboterarm mit mathematischen Koordinaten durch einen Parcours zu steuern. An einer „intelligenten“ Abfüllanlage wurden bunte Plastikperlen abgefüllt, ganz nach den Vorgaben der Schülerinnen und Schüler. Dabei fanden sie auch heraus, dass die Maschine falsch eingelegte Behälter erkennen und aussortieren kann. „An allen unseren Stationen zeigen wir, dass die MINT-Fächer sehr nützlich sein können. Im Eifer des Gefechts fällt vielen gar nicht auf, dass sie beim Lösen der Aufgaben zum Beispiel Mathe oder Physik einsetzen“, erklärte Industriemeisterin Jaqueline Pernet, die als Coach die Jugendlichen durch den Truck begleitete.
Auch aus der Oberstufe des Wirtschaftsgymnasiums und sogar von der benachbarten Bertha-Benz-Schule, die einen gewerblichen, ernährungs- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt hat, kamen Schüler in den Truck. Sie alle wollten wissen, wie es nach dem Abitur für sie weitergehen könnte. Die meisten zieht es in kaufmännische Berufe, aber der eine oder die andere könnte sich auch einen Job im MINT-Bereich vorstellen. Welche MINT-Bildungswege und Berufsmöglichkeiten es in der produzierenden Industrie gibt, erfuhren die Jugendlichen nach ihrem Rundgang bei einem Vortrag im Obergeschoss des Mobils. „Viele sind erstaunt, wie vielfältig und auch kreativ technische Berufe sein können“, stellte Pernets Kollegin, Biologin Dr. Judith Flurer, fest. „Wir empfehlen den Jugendlichen, in Praktika Berufe auszuprobieren, an die sie vielleicht nicht als erstes gedacht haben, und sich dabei auch in den MINT-Bereich zu wagen. Manche bleiben dann tatsächlich dabei.“ Vielleicht konnte ja aber auch der Besuch des Trucks schon den MINT-Funken überspringen lassen.











