(openPR) Ende Februar ist in Köln die - didacta – die weltweit größte Messe für den Bildungssektor zu Ende gegangen. Mehr als 900 Unternehmen aus 53 Ländern präsentierten den rund 100.000 Besuchern Produkte und Lösungen für moderne Bildung an Schulen, Berufsschulen, Hochschulen sowie den immer wichtiger werdenden Bereichen Fort- und Weiterbildung. Einer der Schwerpunkte der diesjährigen didacta waren Konzepte zur Vermittlung digitaler Kompetenzen für alle am Bildungsprozess beteiligter, speziell Lehrer und Ausbilder. Wir haben uns nach der Messe mit Andreas Hart, Geschäftsführer der Lucas-Nülle GmbH aus Kerpen unterhalten.
DWV: Herr Hart, die diesjährige didacta war eine Messe der Superlative. Mehr Besucher, mehr Aussteller denn je- entsprechend groß die Angebotsvielfalt. Wie positioniert sich die Lucas Nülle GmbH in diesem Umfeld?
AH: Die Lucas Nülle GmbH produziert Ausbildungs- und Trainingssysteme für alle Berufsbilder rund um die Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik, Automatisierungstechnik, Mechatronik, Industrie 4.0 und moderne Kraftfahr- bzw. Nutzfahrzeugtechnik. Unsere digitalen Konzepte reichen von multimedialen Trainingslaboren bis hin zu cloudbasierten eLearning-Anwendungen. Wir waren als Lucas-Nülle schon vor 20 Jahren als einer der ersten in der Digitalisierung der Bildung unterwegs. Wir gelten im Bereich der technischen Berufe als Weltmarktführer, dies hat auch das große Interesse der internationalen Kunden auf der didacta gezeigt, gegenüber lokalen Wettbewerbern. Der Exportanteil liegt bei deutlich > 70%, Tendenz erfreulicherweise steigend. Eigene Niederlassungen in China, Dubai und den USA wachsen kräftig, der Bedarf international ist enorm. Deutschland als Heimatmarkt scheint gerade erst in den letzten zwei Jahren aus seinem „Dornröschenschlaf“ zu erwachen. Die Industrie hat schon seit langem begriffen, dass sie sich noch schneller weiter entwickeln muss. Wir sind dort als kompetenter Partner fester Bestandteil vieler moderner und effizienter Ausbildungskonzepte. Durch ständigen Austausch mit technologisch anspruchsvollen Kunden und Technologiepartnern werden die Systeme fortwährend technisch sowie didaktisch unter dem Kriterium der höchsten Lern- und Lehreffizienz optimiert.
DWV: Die diesjährige Didacta stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Wie geht Ihr Unternehmen diesen Megatrend an?
AH: Lucas Nülle ist der Spezialist für Digitalisierung in der Bildung, weil wir multimediale Lernlabore in die Industriepraxis bringen. Durch unsere flexiblen Trainingsgeräte, didaktisch erprobte Trainingskonzepte und fachbezogenen E-Learning Anwendungen - wie Vocanto - stellen wir Ausbildern und Lehrkräften eine Vielzahl verschiedener Instrumente zur Wissensvermittlung bereit, die sowohl die junge Generation in ihrem geänderten Lernverhalten abholt, aber auch den Erwachsenen in der Fortbildung die Möglichkeit des individuellen Lernens bietet. Aktuelles Beispiel: Da der Durchdringungsgrad von Industrie 4.0 von Betrieb zu Betrieb heute noch sehr unterschiedlich ist, kommt den Berufsschulen, den Fachschulen und den Weiterbildungsinstituten eine besondere strategische Bedeutung zu. Ihre Aufgabe ist die effiziente Vermittlung solcher Inhalte im Rahmen berufstypischer Industrie 4.0-Qualifizierungsszenarien. Digitale Kompetenzen müssen entwickelt werden.
DWV: Die immer wichtigere Vermittlung digitaler Kompetenzen für Pädagogen war konsequenterweise ein Schwerpunktthema auf der diesjährigen didacta. Wie wird dies beim Unternehmen Lucas-Nülle umgesetzt?
AH: Es gibt vielfältige Lösungen für solche Zielgruppen, um im Sinne der Weiterbildung von bereits tätigen Pädagogen/Ausbildern als auch im Referendariat (Lehramt) digitale Kompetenzen für den Einsatz im Unterricht vermitteln zu können. Die Lucas Nülle liefert im Rahmen von modernen hocheffizienten Bildungsprogrammen nicht nur Trainings-Hardware/Software und aktuelles Curriculum pro Schule oder Bildungsinstitut, sondern bereitet die neue Rolle des Lehrers bzw. Ausbilders in eigenen Seminarräumen der Lucas-Nülle in Kerpen für die neue Aufgabenstellung vor. Und zwar kurz vor Lieferung, 2-3 Wochen Kompaktschulung bei uns im Hause, und anschließend bei der Implementierung der multimedialen Labore im Klassenraum. Dies gilt national als auch international. Ich kann daneben nur jedem privaten oder öffentlichen Bildungsträger empfehlen deren Ausbilder und Lehrer anhand unserer Seminare der LN Akademie Deutschlandweit in die neue Welt der digitalisierten Bildung „reinschnuppern“ zu lassen. Wir beschäftigen in unserem Unternehmen im Rahmen der didaktischen Weiterentwicklung unserer Systeme auch ehemalige Lehrer und Industrie-Ausbilder, die maßgeschneiderte Konzepte zur Fortbildung von Pädagoginnen und Pädagogen entwickeln und Lehrende beim Einsatz digitaler Instrumente im Unterricht nicht nur unterstützen, sondern sie in den Prozess der digitalen handlungsorientierten Unterrichtsformen miteinbeziehen. Dies liefert bis dato so kein anderer Anbieter hier in Deutschland. Wohl gemerkt, wir sind kein Aus- und Weiterbildungsanbieter, sondern bieten Lösungen für solche Kundenkreise.
DWV: Ihr Unternehmen hat seinen Sitz in der Stadt Kerpen im Rhein-Erft-Kreis. Die Region ist durch den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung unmittelbar vom Strukturwandel betroffen. Viele zum Teil hochqualifizierte RWE-Beschäftigte werden dem Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren wieder zur Verfügung stehen. Was kann die Lucas Nülle GmbH zum Gelingen des Wandels beitragen?
AH: Zweifellos könnten RWE Mitarbeiter, die in den kommenden Jahren aus dem Energiekonzern
ausscheiden, den Fachkräftemangel hier in der Region zumindest etwas abmildern. Dazu müssen
zeitnah entsprechende Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten im Rahmen von innovativen
Bildungsprojekten aller Beteiligter in der Region vorgehalten werden. Als lokaler Player und im Rhein
Erft-Kreis verankertes Unternehmen können und werden wir gemeinsam mit der Politik und anderen
maßgeblichen Akteuren solche Konzepte in der Erwachsenenbildung etablieren, die sowohl auf die
Anforderungen der hiesigen fachkräftesuchenden Unternehmen, als auch auf die Qualifikation der
infrage kommenden RWE Beschäftigten zugschnitten sind. Ein erstes Leuchtturmprojekt im Sinne
eines hochmodernen Industrie- 4.0 Bildungszentrums mit der Rhein-Erft Akademie ist politisch als
Förderprojekt hier in NRW schon angelaufen, die politische Umsetzung solcher Maßnahmen in
unserem Bundesland läuft sehr schleppend, speziell im Vergleich zu Bayern und Baden-
Württemberg, wo in dem Thema Weiterbildung für Industrie 4.0 schon seit 2016 die zweite größere
Investitionswelle in mehreren Dutzend Berufsschulzentren flächendeckend läuft. Wir sind dennoch optimistisch dass die Politik in NRW die Zeichen der Zeit erkannt hat, schließlich nimmt die Lucas-Nülle mit zahlreichen anderen Partnern und Bildungsträgern an dem Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung (InnoVET)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teil (BMBF).










