(openPR) Fast 18 Jahre dauert es, bis Petra Glück es schafft, über ihren Schmerz zu reden. Einen Schmerz, den man nicht sieht. Die äußeren Wunden waren schnell verheilt, aber in der Seele brannte ein Höllenfeuer.
Bei einem Klassentreffen wurden ihr von Klassenkameraden k.o.-Tropfen in ihr Getränk getan. Petra bemerkte dies nicht. Die drei „Freunde“ besteigen mit ihr ein Taxi, um sie nach Hause zu bringen. Die junge Frau spürt, wie ihre Sinne mehr und mehr verloren gehen. Leider reagiert der Taxifahrer nicht.
Als Petra wieder wach wird, befindet sie sich in ihrer Wohnung. Wie sie dort hingekommen ist, weiß sie nicht. Erst nach und nach begreift sie, was ihr von den drei Männern angetan wurde. Ihre Kleidung ist halb zerrissen.
Leider hat ist sie nicht sofort zur Polizei gegangen. Sie duschte, badete, warf die Kleidung weg. – Alle Beweise waren vernichtet. Sie ekelte sich einfach nur.
Heute, nach 18 Jahren, ist sie stolz und sagt: Ich habe überlebt. – Ich rede über dieses Tabuthema.“ Viel Zeit hat sie gebraucht, um über ihren Missbrauch zu reden. Petra Glück hat sich ins Leben zurückgekämpft. Oft hält sie Vorträge über k.o.-Tropfen und deren Folgen. Viele Opfer hat sie kennen gelernt.
Sie möchte sensibilisieren, durch Präventionsarbeit die Öffentlichkeit aufmerksam machen.
Ihr Buch „Lass Dich nicht k.o.-tropfen“, 128 Seiten, ISBN 978-3-95544-117-3, erschien nun im Manuela Kinzel Verlag in der zweiten Auflage.
Aus dem Vorwort:
Vorwort
Ich heiße Petra, bin 53 Jahre alt, in einer Kleinstadt in Niedersachsen aufgewachsen.
Vor 18 Jahren wurde ich unter dem Einfluss einer hohen Dosis K.O.-Tropfen von ehemaligen Mitschülern nach einem Klassentreffen vergewaltigt. An die Tat selber kann ich mich nicht erinnern, aber an die furchtbare Zeit danach umso besser.
Viele Jahre habe ich aus Scham und Schuldgefühlen geschwiegen, einfach alles verdrängt. Ich dachte, ich habe es geschafft und bin drüber weg - was für ein Irrtum.
18 Jahre bin ich vor meiner Vergangenheit geflohen.
Vor 18 Monaten wurde ich sehr krank. Meine Seele meldete sich über meinen Körper und zwang mich zuzuhören. Nun gab es keine Ausrede mehr, ich musste mich meiner Vergangenheit endlich stellen.
Mir ging es mit Mitte 30 ziemlich gut, ich hatte einen super Job, verdiente und fühlte mich gut. Mein Leben machte mir Spaß. Ich hatte Erfahrungen mit dem einen oder anderen 'Kater' nach einer Feier und wusste auch, wie es sich anfühlt, einen Joint zu rauchen. Erfahrungen mit anderen Drogen waren mir fremd.
Als ich nach der Tat wieder halbwegs zu Bewusstsein kam, wusste ich sofort, etwas Schreckliches ist mir passiert. Leider habe ich völlig falsch reagiert, bin nicht zur Polizei gegangen, habe die Täter nicht angezeigt, sondern sogar alle Beweise vernichtet. Ich hab so getan, als wäre nichts passiert.
Die äußeren Verletzungen waren schnell wieder verheilt, dafür brannte in meiner Seele ein mächtiges Höllenfeuer.
Mit der Zeit wurden die Flammen immer kleiner, doch die Glut war immer zu spüren. Dann kam der Sturm, der dieses Feuer zu einem Flammenmeer entfachte und mich beinahe tötete.
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