(openPR) Cyclo Cross Weltcup Namur
Die Zitadelle von Namur hat viele Schlachten -auch des Radsports - gesehen. Hier oben enden auf der kopfsteingepflasterten Rampe nicht nur zahlreiche Straßenrennen. Im Winter findet jedes Jahr auch der berüchtigte Cyclo Cross statt. Mit seinen steilen klebrigen Anstiegen und den ebenso steilen und gefürchteten schleimigen Abfahrten. Selbst unter guten Bedingungen eine Herausforderung für Mensch und Material. Dieses Jahr hat es die ganze Zeit geregnet. Und auch die Tage davor war Mutter Natur nicht untätig und bereitete einen kräftigen Untergrund vor. So konnte man von eklatant schlechten Bedingungen sprechen. Es war der de letzte Tag vor dem Weihnachtsfest, aber nicht das letzte Rennen in Belgien für diees Jahr. Schon am 2. Weihnachtstag gibt es die Fortsetzung in Zolder Heusden.
Normalerweise schaut man um diese Zeit Biathlon. Was werden diese Athleten bedauert, wenn ein wenig Wind herrscht oder wenn es gar schneit oder regnet. Die arme Laura, wie muss sie leiden. Mir kommen dann die richtig die Tränen, wenn ich die Kommentatoren im Fernsehen höre. Wenn sie die Jungs und Mädels beim Cyclo Cross sehen würden, das würden die zartbesaiteten Herren sicher nicht aushalten.
Genug gespottet. Kommen wir wieder zu Belgiens beliebtester Wintersportart.
Die wird unglücklicherweise für die belgischen Enthusiasten von einem Holländer geprägt. Hat man sich nicht vor langer Zeit von den Niederlanden getrennt? Und jetzt muss man jedes Wochenende diese Schmach erleben. Ein fliegender Holländer fährt alles in Grund und Boden und vor allen die belgische Elite. Die hat sich auf den Kampf um den zweiten Platz eingestellt. Das ist genauso, als ob man in Deutschland nur noch von der zweiten Liga berichten würde.
Mathieu Van der Poel heißt der Mann, der die Preise an den Bierständen verdirbt. Wie soll man sich auch in Ruhe betrinken, wenn da vorne immer einer mit der falsche Trikolore herum fährt.
Von Beginn an setzte Mathieu Van der Poel die Akzente auf dem loodsswaaren Modderpoel. Das heißt auf deutsch bleischwerer Matschhaufen. Wout van Aerts, der belgische Weltmeister, verpasst den Start völlig. Nicht so Laurens Sweeck, der die Spitze übernimmt. Schon nach einer Runde sind Jungs völlig verschlammt. Es versteht sich von selbst, dass die Räder in jeder Runde gewechselt und dann in der Nächsten frisch gekärchert den Jungs wieder ausgehändigt werden.
Gegen Ende des Rennens haben wir wieder die normalen Zustände. Mathieu van der Poel eilt voran, hat einen Vorsprung von mehr als 1 Minute. Dahinter liegt Wout Van Aert und auf Platz drei kommt wieder Toen Aerts.
Nach einer Kärcherzwischenreinigungseinlage sind sie wieder vom geneigten Publikum zu erkennen. Gibt es einen Trost für Belgien? Ja, es gibt einen. Denn schaut man sich die Gesamtwertung beim Worldcup an, dann sieht man drei Belgier ( Aerts, Van Aert, Quinten Hermans ) an der Spitze. Der fliegende Holländer liegt nur auf dem siebten Platz. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.













