(openPR) Die Atmosphäre in der Arbeitsverwaltung schlägt um. „Kritische Stimmen werden lauter und treten offener zutage“, so beschreibt Yülyane Korkmaz vom IQ Netzwerk die Situation in ihren Diversity Trainings in Niedersachsen. Die forsa-Umfrage „Vielfalt im öffent-lichen Dienst“ im Auftrag des DGB bestätigt gerade diesen Trend.
[Niedersachsen] Die „Diversity Trainings“ sind ein kostenloses Angebot für Arbeitsmarktakteure und Unternehmen. Die Trainings werden individuell auf die Bedarfe der Teilnehmenden abgestimmt. Ziel ist es, die eigenen Wahrnehmungen und Vorstellungen zu re-flektieren und das Bewusstsein für Vielfalt in der Migrationsgesellschaft zu schärfen. „Es ist ein Prozess und wir versuchen einen Wandel im Denken und Verhalten anzuregen“, so Yülyane Korkmaz, Diversity Trainerin beim IQ Netzwerk. Doch die Stimmung in den Veranstaltungen hat sich verändert: in den Arbeitsverwaltungen werden die kritischen Stimmen lauter. „Es werden Vorbehalte aus den aktuellen politischen Strömungen aufgegriffen. Gibt es keine Möglichkeit, gemeinsam in einen Dialog zu treten, kann es durchaus zum Abbruch eines Trainings kommen, um solchem Gedankengut den Raum zu nehmen“, macht die erfahrene Trainerin klar. Das IQ Netzwerk Niedersachsen bereitet seit 2012 ausländische Fachkräfte und Unternehmen professionell aufeinander vor.
Die im Auftrag des DGB von forsa durchgeführte repräsentative Befragung bestätigt den Eindruck des IQ Trainerteams. 1003 Beschäftigte wurden zu der Situation und dem Umgang mit dem Thema Vielfalt an ihrem Arbeitsplatz befragt. 77 Prozent der Befragten schätzt die Bemühungen und die gezielte Ansprache von benachteiligten Gruppen. Die verbleibenden 23 Prozent sind entweder klar dagegen, oder vertreten keinen Standpunkt, wie die forsa Umfrage belegt. „Die politischen Entwicklungen machen klar, dass wir gerade jetzt mit unseren Trainings für Vielfalt einstehen müssen. Die Zahlen des DGB zeigen: Es ist noch Luft nach oben. Zum einen im Verständnis für Vielfalt und zum anderen in der Ausgestaltung. Der öffentliche Dienst sollte als Abbild der Gesellschaft dienen, doch von Vielfalt oder Diversität kann keine Rede sein. Laut Mikrozensus 2017 liegt beispielsweise die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund bei lediglich rund sieben Prozent.“, appelliert Katrin Köhne, operative Projektleiterin im IQ Netzwerk Niedersachsen. Am 01.01.2019 startet IQ in die nächste Förderphase, erneut mit vier Trainerinnen und Trainern, die das IQ Projekt „Diversity Management“ in Niedersachsen fortsetzen werden.
Hier geht es zur repräsentativen Umfrage im Auftrag des DGB: „Vielfalt im öffentlichen Dienst“
www.dgb.de/downloadcenter/++co++ac38b2ce-ecbd-11e8-ba97-52540088cada












