(openPR) Internationales und interdisziplinäres Symposium anlässlich 50 Jahre Sozialpädiatrie im kbo-Kinderzentrum München
München, 29.11.2018 – Der Aufbau des weltweit ersten sozialpädiatrischen Zentrums durch Professor Theodor Hellbrügge stellte 1968 einen Meilenstein des deutschen Gesundheitswesens in der Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen und Mehrfachbehinderungen dar.
Die Historie, der aktuelle Stand der Forschung sowie die Zukunftsperspektiven der Sozialpädiatrie stehen am 30.11. und 01.12.2018 im Zentrum eines internationalen und interdisziplinären Symposiums mit rund 250 Teilnehmern aus dem In- und Ausland.
Die Sozialpädiatrie befasst sich seit jeher mit den Themen Gesundheit und Krankheit von Kindern und versucht innere und äußere Einflüsse auf Gesundheit und Entwicklung im Kindes- und Jugendalter zu verstehen und für die Förderung und Begleitung der kindlichen Entwicklung anzuwenden.
Bei der Versorgung und Gesundheitsvorsorge von Kindern und Jugendlichen ist die Sozialpädiatrie maßgeblich beteiligt. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die sorgfältige Beurteilung der körperlichen, motorischen, sprachlichen, kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern und die genaue Indikationsstellung für Fördermaßnahmen und Therapie nach Alter und Entwicklungsaufgaben - allgemein besser bekannt durch die kindlichen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9.
Die wissenschaftlichen Arbeiten des Münchner Kinderarztes Professor Theodor Hellbrügge zu Nachsorgemodellen für Kinder mit extremer Frühgeburtlichkeit und zur Behandlung von Kindern mit genetischen Syndromen oder chronischen Erkrankungen waren dabei wegweisend. Er gründete 1968 das weltweit erste sozialpädiatrische Zentrum in München, nach dessen Vorbild eine große Zahl weiterer sozialpädiatrischer Zentren in Deutschland entstand.
In diesen interdisziplinär arbeitenden Zentren arbeiten Fachspezialisten aus Medizin, Psychologie, Therapie und Pädagogik eng und Hand in Hand zusammen, um Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen zu behandeln und für sie und ihre Familien eine gute Lebensperspektive aufzubauen.
Die Grundgedanken der Sozialpädiatrie, wie sie Professor Theodor Hellbrügge maßgeblich konzipiert hat, haben sich inzwischen auch im Bereich der Tätigkeit der niedergelassenen Kinderärzte, im öffentlichen Gesundheitsdienst und in verschiedensten Forschungsbereichen zur Gesundheitsversorgung und sozialen Inklusion von Kindern und Jugendlichen durchgesetzt und wurden um weitere wichtige Bereiche wie zum Beispiel „Psychische Gewalt gegen Kinder“ ergänzt. In diesem Zusammenhang ist auch die Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe von besonderer Bedeutung. Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer erklärte dazu anlässlich des Symposiums: „Nur wenn wir uns gemeinsam für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einsetzen, können wir ein gesundes und entwicklungsförderliches Aufwachsen der Kinder sicherstellen. Kinder können nicht nur körperlich misshandelt werden. Auf den ersten Blick vielleicht zunächst unauffälliger, aber nicht weniger schwerwiegend, sind seelische Misshandlungen und Vernachlässigung. Das kbo-Kinderzentrum ist dabei ein wichtiger Partner bei der Weiterentwicklung des Bayerischen Gesamtkonzepts zum Kinderschutz.“
Mit zahlreichen Fachvorträgen sowie einem Festakt, der am 30.11.2018 um 14 Uhr im Hörsaal III des Klinikums Großhadern (Marchioninistr. 15, 81377 München) stattfindet, soll das 50. Jubiläum des Kinderzentrums als Referenzzentrum, um damals wie heute neue Möglichkeiten der Hilfe für behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder wissenschaftlich zu erarbeiten und praktisch umzusetzen, gewürdigt werden.
Die Vision dabei ist, dass das Modell der Sozialpädiatrie auch in Zukunft als ein wesentliches Bindeglied der Kinderheilkunde und anderer Fachdisziplinen in der Begleitung und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen fungiert und das kbo-Kinderzentrum München seiner Leuchtturmfunktion weiterhin gerecht werden kann.










