(openPR) "Wir erleben derzeit, dass gesellschaftliche Veränderungen auch gesundheitliche Folgen haben. Noch nie gab es so viel Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen wie heute, " weiß Dr. Gerhard Hildenbrand, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Lüdenscheid. Im Rahmen der Vortragsreihe Lüdenscheider Forum Seele & Körper referiert er am Montag, 3. Dezember von 18:30 bis 20:00 Uhr, im Seminarzentrum (Haus 7) des Klinikums Lüdenscheid zum Thema "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Zur Bedeutung des Umgangs mit Zeit und Geschichtlichkeit für die Gesundheit".
In seinem Vortrag setzt er sich mit der modernen Gesellschaft, die Wert auf Wachstum, technische und soziale Beschleunigung legt und zu einem kostbaren Gut wird, auseinander. "Der Umgang mit der Zeit", so Dr. Hildenbrand, "erscheint oft sorglos oder auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtet. Immer weniger Zeit wird mit dem Erkunden der persönlichen Geschichte verbracht, das Lernen aus der Vergangenheit verliert gegenüber dem Wunsch, die Zukunft optimieren zu wollen an Bedeutung. Lebenserfahrungen, vor allem Beziehungserfahrungen mit anderen Menschen, Erfolge und Misserfolge, erfüllte und unerfüllte Wünsche, Verluste und Traumata prägen unsere Persönlichkeit und bestimmen darüber, wie wir zukünftig mit uns, anderen, dem Leben und der Zeit umgehen. Vieles wurde verdrängt, ist dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich und bestimmt dennoch unser Leben. Häufig führen erst gesundheitliche Probleme oder emotionale Störungen dazu, sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit zu machen. Finden wir sie wieder, dann können wir diese Störungen beheben oder besser bewältigen, uns selbst besser verstehen und anders in die Zukunft blicken. Psychotherapie kann solche Prozesse unterstützen."
Mit vier Veranstaltungen pro Jahr bietet das Lüdenscheider Forum Seele & Körper einem interessierten Publikum Informationen zu den vielfältigen Themen der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. Die Vorträge erklären nicht nur spezielle seelisch-körperliche Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Störungen und informieren über Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung sondern setzen sich auch mit sozialen und kulturkritischen Themen auseinander. Die Vortragsinhalte sind allgemein verständlich und orientieren sich dennoch an der wissenschaftlichen Psychosomatik und Psychotherapie.
Der Vortrag ist für alle Besucher kostenlos.











