(openPR) Am heutigen Mittwoch, dem 24. Oktober 2018, besuchte MdB Peter Aumer das Universitätsklinikum Regensburg (UKR), um mehr über das Thema Organspende zu erfahren.
Wie läuft eigentlich eine Organspende ab? Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, besuchte Peter Aumer, der im Bundestag Stadt und Landkreis Regensburg vertritt, heute Vormittag eine Intensivstation des UKR. Professor Dr. Thomas Bein, Transplantationsbeauftragter des Universitätsklinikums Regensburg, berichtete dem Abgeordneten aus seinem Berufsalltag. „An die Willensbekundung zur Organspende und die Feststellung des irreversiblen Ausfalls aller Hirnfunktionen sind spezielle medizinische, personelle und organisatorische Anforderungen gebunden. Eine Organspende ist immer eine äußerst sensible Ausnahmesituation, bei der wir eine große moralische und fachliche Verantwortung tragen. Denn nach Feststellung des vollständigen Hirnausfalls ist es unsere Aufgabe, über die Angehörigen den möglichen Willen des Verstorbenen zur Organspende zu erfragen, wenn zu Lebzeiten keine Festlegung erfolgte“, erfuhr Peter Aumer von Professor Dr. Bein. Dies bestätigte auch Franz Eder, Pflegerischer Leiter der Operativen Intensivstation 90, der den Abgeordneten an seinen Erfahrungen bei der Pflege von Patienten, die als Organspender in Frage kommen, und im Umgang mit deren Angehörigen teilhaben ließ. Bei Professor Dr. Bernhard Banas, Leiter des Universitären Transplantationszentrums Regensburg und Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, erkundigte sich Peter Aumer über die am UKR durchgeführten Organtransplantationen und über den dramatischen Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Im Vergleich zu den Nachbarländern finden hierzulande nur ein Drittel bis ein Viertel der dort üblichen Anzahl von Organspenden statt. Das wirkt sich nicht nur auf die Wartezeiten der betroffenen Patienten aus, sondern auch auf deren Überlebenschancen. Aktuell kommen in Deutschland auf zwei erfolgreich transplantierte Patienten ein bis zwei weitere, für die das lebensrettende Organ nicht mehr rechtzeitig zur Verfügung steht. „Es war sehr eindrucksvoll, mit welcher Professionalität, aber auch mit welcher Empathie im UKR das sensible Thema Organspende in den klinischen Alltag integriert wird“, lautet das Fazit des Politikers.
Situation der Organspende
Pro Jahr werden im Universitätsklinikum Regensburg bei etwa sieben bis zwölf Spendern postmortal Organe entnommen. Der Ablauf von der Diagnostik des vollständigen Hirnausfalls bis zur Organspende folgt einem genau definierten Prozess, der von Gesetzgeber, der Bundesärztekammer und der Deutschen Stiftung Organtransplantation bundeseinheitlich festgelegt wird. Transplantationsbeauftragten wie Professor Dr. Thomas Bein kommt dabei die Aufgabe zu, die Organspende zu koordinieren, indem er mögliche Spender identifiziert, das Klinikumspersonal berät und die Angehörigen betreut. Deutschlandweit sinkt die Zahl der Organspender: Wurden im Jahr 2011 hierzulande noch 1.200 Spendern nach ihrem Ableben Organe entnommen, lag die Zahl 2017 bei nur noch 797 Spendern. Das schlägt sich auch in den Organtransplantationen im UKR nieder. So wurden hier in Jahr 2017 insgesamt 109 Organe transplantiert, 2011 lag die Zahl noch deutlich höher bei 159 Transplantationen. In diesem Jahr ist eine Zahl von 100 Transplantationen am Universitätsklinikum Regensburg wohl nicht mehr zu erreichen. Die Wartezeit z.B. auf eine Nierentransplantation beträgt derzeit durchschnittlich weit über sieben Jahre. Sehr viele Patienten warten sogar deutlich länger als zehn Jahre.









