(openPR) Oppenheim / Rhein. Die Meteorologen haben im Moment ihre liebe Mühe und Not mit ihren Vorhersagen während des Übergangs der Wetterlage vom Altweibersommer zu frühherbstlich kühlem Schauerwetter kommende Woche. Langsam aber sicher drängt das Atlantiktief in Form des aus dem Tropensturm hervorgegangenen Sturmtiefs ex-Helene mit seiner Front und den dazugehörigen Wolken und Regenfällen weiter landeinwärts vor und zwingt Hoch Leo zum Rückzug. Dies geht leider nicht ohne vorhersagetechnische Probleme vor sich, denn die beiden Kontrahenten schenken sich nichts - und wir befinden uns nun ausgerechnet im Übergangsbereich zwischen den beiden Streithähnen. Hierauf weisen die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd hin.
Das führt dazu, dass die Einschätzung der zu erwartenden Bewölkungsverhältnisse im Augenblick ungleich erschwert wird. Da die Front, verbunden mit einer Luftmassengrenze, nahezu strömungsparallel verläuft, kommt sie nur sehr schleppend voran und wird durch wiederholte Wellenbildung über dem Ostatlantik sowie über Spanien und Frankreich ein ums andere Mal zurückgehalten.
Doch nun geht dem Hoch über Osteuropa langsam die Puste aus. Bereits seit gestern wandern immer wieder Wolkenfelder von sich auflösenden Störungsresten über uns hinweg und beeinträchtigen den Sonnenschein - im Nordwesten örtlich gar mit etwas Regen oder kurzen Schauern.
Nachdem eine Regenfront morgen im Tagesverlauf nach Regen im Norden und Südwesten sowie im äußersten Westen Deutschlands voraussichtlich über der Mitte immer dünner wird, erscheint fraglich, was von der Front über dem Osten unseres Landes in der Nacht auf Sonntag und am Sonntagmorgen niederschlagsmäßig überhaupt noch übrig bleibt. Am ehesten bekommt wohl der äußerste Nordosten Regenschauer ab.
Eine nächste Wellenstörung erfasst uns dann im Tagesverlauf des Sonntags mit wesentlich ergiebigerem Regen und gewittrigen Schauern von Südwesten und dringt vor allem in der Nordhälfte weiter nordostwärts vor.
Doch auch ihr ist letztendlich kein Erfolg vergönnt. Auch diese Front wird über unserem Raum rückläufig. Die Folge ist ein neuer Schub feucht-warmer Luft auf der Vorderseite der Luftmassengrenze, die vor allem den Süden und Südosten erreicht und die Temperaturgegensätze Richtung Westen verschärft. Gleichzeitig strömt weiter westlich kühle Meeresluft vom Nordatlantik südwärts Richtung Spanien, Südfrankreich und westliches Mittelmeer.
Dies sind beste Voraussetzungen für unwetterartige Regengüsse mit Blitzschlag, Starkregen und Sturmböen in der zweiten Tageshälfte des Montags. Diese ziehen von Südwesten in die Westhälfte Deutschlands und bringen ab Dienstag dann merklich kühlere Meeresluft zu uns, weil Tief ex-Helene nach Nordosten vorankommt und bis dahin Skandinavien erreichen soll.
Vor Überraschungen sind wir bei dieser Grenzlage auch über das Wochenende hinaus keineswegs sicher. Sowohl der Zeitplan als auch die Intensität der Vorgänge und die Zugbahn können sich durchaus noch ändern. Die Modelle haben in letzter Zeit jedenfalls viel Mühe gehabt mit dieser Übergangslage. Da bleibt nur die Hoffnung auf klare Verhältnisse für die kommende Woche.
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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