(openPR) Kinder mit Migrationshintergrund müssen Kleidung und Schulsachen selbst kaufen
BENSHEIM.- Fünf Euro mehr Taschengeld, aber auch Schwierigkeiten in der Schule und eine hohe Arbeitslosenquote der Eltern bestimmen oft das Leben der Kinder aus Emigrantenfamilien in Deutschland. Dass das Leben dieser Kinder teilweise ganz anders aussieht als das von Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund, belegt das „Kinderbarometer Hessen“ im Jahresbericht 2005.
Insbesondere in den Migrantenfamilien erster Generation haben es, laut der Studie, die Kinder nicht einfach. So verspüren sie auf Grund von Defiziten in der Schule häufiger den Wunsch, einen Nachhilfeunterricht im schulischen Nachmittagsangebot zu besuchen. Im Gegensatz zu Kindern ohne Migrationshintergrund, die Lernunterstützung häufig bei der Mutter finden, nehmen sie eher die Hilfe von Freunden oder Geschwistern in Anspruch.
Auch beim Thema Taschengeld ist eine Schere zwischen Kindern der verschiedenen Familiensituationen ersichtlich: Im Durchschnitt bekommen Jungen aus Einwandererfamilien fast fünf Euro mehr Taschengeld als Jungen ohne Migrationshintergrund, bei den Mädchen sind es knapp drei Euro. Was im ersten Moment vielleicht Neid bei den Gleichaltrigen hervorrufen kann, hat einen ernsten Hintergrund. So müssen diese Kinder oft Kleidung und Schulsachen von ihrem eigenen Geld kaufen und müssen im Gegenzug auf kleine Naschereien verzichten.
Hinzu kommt, dass in den industriellen Ballungsräumen wie Frankfurt, Offenbach oder Wiesbaden die Zahl der Migrantenfamilien besonders hoch ist. In der Metropole Frankfurt liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund sogar höher als der von deutschen Kindern. Hier ist auch die Arbeitslosenquote der Eltern am höchsten: Sie liegt bei 17 Prozent, während sie bei deutschen Eltern um zehn Prozent niedriger ist. Dagegen ist die familiäre Situation bei den Einwanderern scheinbar ausgeglichener. So haben die Kinder der ersten Generation meist zwei Geschwister, während Kinder aus nationalen Ehen hierzulande im Durchschnitt nur 1,4 Geschwister aufweisen. Auch die Trennungsquote migrierter Eltern ist um zehn Prozent niedriger als bei deutschen Paaren. Hingegen sind Trennungen bei gemischt-nationalen Eltern am häufigsten. Hier liegt die Quote bei 30 Prozent. Eine ähnliche Verteilung der Zahlen lässt sich bei alleinerziehenden Mütter nachweisen.
Von den rund 2.300 Kindern der 4.-7. Schulklassen in Hessen, die zum Zweck der Erhebung befragt wurden, wachsen 32 Prozent in Familien mit Migrationshintergrund auf. Davon leben allein sieben Prozent in der ersten Generation in Deutschland und 14 Prozent in der zweiten. Der Anteil von Kindern mit Elternpaaren aus verschiedenen Nationen liegt bei zwölf Prozent und ist damit im Vergleich zu 2004 um zwei Prozent gestiegen.
Das Kinderbarometer Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft, in Zusammenarbeit mit dem ProKids-Institut Herten, unterstützt von der hessischen Kultusministerin und der hessischen Sozialministerin. Mit den Umfrageergebnissen sollen die Sichtweisen und Anliegen der Kinder stärker in die öffentlichen Diskussion eingebracht werden. Nach den erfolgreichen Befragungen 2004 und 2005 gibt derzeit wieder ein repräsentativer Querschnitt von hessischen Schülern Antworten anhand von Fragebögen, deren Zusammenfassung Anfang 2007 veröffentlicht wird.
Ansprechpartner:Dr. Ulrich Kuther
Bevollmächtigter der Geschäftsführung
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Die hessenstiftung - familie hat zukunft ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts, die von der Hessischen Landesregierung, vertreten durch das Hessische Sozialministerium, ins Leben gerufen wurde.
Ihre Aufgabe ist es, die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft stärken. In diesem Rahmen fördert sie konzeptionelle Arbeiten, um die wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Familien, und das Lebensumfeld von Kindern zu verbessern.










