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In Italien, Sachsen und der Oberlausitz

Bild: In Italien, Sachsen und der Oberlausitz
Adolf Gottlob Zimmermann: Blick auf St. Peter in Rom im Abendlicht; © Görlitzer Sammlungen
Adolf Gottlob Zimmermann: Blick auf St. Peter in Rom im Abendlicht; © Görlitzer Sammlungen

(openPR) Der Maler Adolf Gottlob Zimmermann (1799 1859) zählte im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Oberlausitz. Während jedoch mit ihm befreundete Künstler durch die große Jahrhundertausstellung deutscher Kunst 1906 in Berlin


und die dadurch motivierte Forschungs- und Sammlungstätigkeit deutscher Museen wiederentdeckt wurden, blieb Zimmermann bis heute – gemessen an seiner Bedeutung – wenig bekannt. Zu Unrecht, wie das Kulturhistorische Museum in
einer Kabinettausstellung im Graphischen Kabinett zeigen wird.

1. September 2018 bis 23. Juni 2019
In Italien, Sachsen und der Oberlausitz
Skizzenbücher und Ölstudien des Nazareners Adolf Gottlob Zimmermann
Kabinettausstellung im Barockhaus Neißstraße 30

Im Jahr 2017 konnte das Kulturhistorische Museum mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Sächsischen Landesstelle für Museumwesen fünf Ölstudien und sieben Skizzenbücher Adolf Gottlob Zimmermanns erwerben. „Die Skizzenbücher und Ölstudien des Malers Adolf Gottlob Zimmermann sind nun am richtigen Ort angekommen. Im Kulturhistorischen Museum Görlitz wird sein Werk gesammelt, erforscht und kann seine größte Strahlkraft entfalten“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung. In der Kabinettausstellung im Barockhaus Neißstraße 30 werden sie nun erstmals öffentlich gezeigt.
Die Skizzenbücher hat Zimmermann während seines Italienaufenthaltes 1825 bis 1830 mit Bleistiftzeichnungen gefüllt. Die ersten beiden Bände enthalten Motive aus Rom und Umgebung, von Reisen nach Neapel und Capri. Das dritte Buch dokumentiert die letzte Phase des Italienaufenthalts sowie die ersten Jahre nach der Rückkehr Zimmermanns nach Sachsen. Die Landschaftsstudien lassen seine Reiseroute nachverfolgen – über Norditalien und die Alpen in die Schweiz und von dort weiter entlang des Rheins bis nach Freiburg im Breisgau. Sein Interesse an der italienischen Malerei des Trecento, Quattrocento und Cinquecento wird im vierten Skizzenbuch sichtbar. Das fünfte Skizzenbuch beinhaltet Zeichnungen, die während seiner Zeit in Düsseldorf (1834 bis 1846) entstanden, darunter insbesondere Kompositionsentwürfe für Historiengemälde. Das sechste Skizzenbuch ist gefüllt mit Abbildungen von Landschafts- und Architekturmotiven aus der Oberlausitz und aus Schlesien, die aus den 1840er und frühen 1850er Jahren stammen. Auch Ansichten von Bauernhöfen aus seinem Heimatort Neusorge sowie vom benachbarten Herrschaftssitz Lodenau sind enthalten. Das siebente Skizzenbuch des Konvoluts hat Zimmermanns ältester Sohn Hermann genutzt. Er war vom Vater im Zeichnen unterrichtet worden, hatte später jedoch eine juristische Laufbahn eingeschlagen. Sein Skizzenbuch enthält insgesamt 27 Zeichnungen aus den 1860er Jahren, vor allem Porträtstudien von Familienmitgliedern und Verwandten.
In der Kabinettausstellung werden auch die angekauften Ölstudien präsentiert. Drei davon zeigen Motive aus Rom und der Campagna. Eine weitere Studie mit dem Bildnis einer jungen Frau entstand wahrscheinlich ebenfalls in Italien. Zimmermann porträtierte junge Italienerinnen, um diese Studien nach seiner Rückkehr nach Deutschland für Historien- und Genregemälde zu nutzen. Wie Zimmermann seine Historiengemälde vorbereitete, zeigt auch die fünfte Ölstudie. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei ihr um das Präsentationsmodell zum großformatigen Gemälde „Die Kreuzabnahme“, das der Künstler 1844 auf der Ausstellung des Berliner Kunstvereins zeigte. Von dort gelangte es in Berliner Privatbesitz und gilt seitdem als verschollen.

Zu sehen sein wird im Graphischen Kabinett auch ein Fotoalbum aus dem Jahr 1935 mit 70 Aufnahmen nach Gemälden Zimmermanns, das der Dresdener Kunsthistoriker Hans Geller angelegt hat. In Vorbereitung einer nie publizierten wissenschaftlichen Studie zum Porträtwerk Zimmermanns hatte er Fotografien aller Porträtgemälde zusammengetragen, derer er habhaft werden konnte. Sie befanden sich zu dieser Zeit fast durchweg in Privatbesitz und müssen heute überwiegend als verschollen bzw. als verloren gelten.

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