(openPR) bis 16.02.2010, Barockhaus Neißstraße 30
Die Sonderausstellung zeigt Arbeiten von Adolf Traugott v. Gersdorf (1744–1807) und Egbert Kasper(* 1957). Beide entstammen unterschiedlichen Epochen, sie verbindet ein intensives Interesse an der Natur und ihren Gestaltungsformen. Präsentiert wird eine Auswahl der Lichtenbergschen Figuren, die Gersdorf im späten 18. Jh. schuf, sowie aktuelle Druckgrafiken, Zeichnungen, Plastiken und Objekte von Egbert Kasper. Eingebettet in die historischen Sammlungskabinette der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, schlägt die Ausstellung die Brücke über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg.
Bereits seit den 1780er Jahren hat der Oberlausitzer Adlige Adolf Traugott v. Gersdorf mit Elektrizität experimentiert. Ein Ergebnis der Versuche sind die Lichtenbergschen Figuren, die elektrische Ladungen mithilfe von Farbpulver sichtbar machen. Ihren Namen verdanken sie dem Naturwissenschaftler Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799), der das Phänomen eher zufällig entdeckte. Erst Gersdorf übertrug die fragilen Staubbilder, die als Vorläufer abstrakter grafischer Kunst gelten, auf Papier. Die zur Herstellung benutzten Instrumente und Maschinen sind noch heute im Physikalischen Kabinett ausgestellt. Seit über 30 Jahren ist Egbert Kasper. geb. in Görlitz, freischaffend als Grafiker und Bildhauer in Lückersdorf/b. Kamenz tätig. Themen aus der Natur und ihre Erscheinungsformen abstrahiert er zu freien Strukturen oder betont die Eigenschaften eines Objekts. Die Natur ist stets eine Ko-Autorin, auf deren Eigenarten der Künstler reagiert. Die Werktitel eröffnen weitere Bedeutungsebenen und ermöglichen es, zwischen rationalistischem Objektstudium und subjektiver Naturwahrnehmung hin und her zu wechseln.
















