Medien- oder Presseclipping bezeichnet eine Zusammenstellung von publizierten Berichten und Artikeln über bestimmte Unternehmen, Personen oder Themenbereiche, die dazu aktuell in den Medien kursieren. Die Quellen können als Print oder online vorliegen. Medienclipping ist aus diesen Gründen ein wichtiger Teil der übergeordneten Medienbeobachtung, dem so genannten Monitoring. Wie oft ein Medienclipping gefertigt wird, hängt vom jeweiligen Bedarf ab. Es kann täglich, wöchentlich oder monatlich geschehen.
Geschichtlicher Hintergrund
Die ersten „Ausschnittdienste“ nahmen ihre Arbeit bereits im 19. Jahrhundert auf und zählen zu den Pionieren der Marktbeobachtung. Ihre Aufgabe war – und ist – die Presseberichterstattung nach bestimmten Kriterien und Stichwörtern zu durchsuchen, alle Artikel dazu möglichst umfassend zu sichten und als Sammlung von Zeitungsausschnitten entweder im Original oder als Kopie an den Auftraggeber weiterzureichen.
Der 1879 in Paris gegründete Ausschnittdienst „L'Argus de la Presse“ war der erste seiner Art und versorgte anfangs nur Künstler. Von Frankreich aus verbreitete sich die Idee schnell in Europa und Nordamerika. In Deutschland eröffnete das erste Büro 1885 in Berlin. Nach und nach begannen auch Politiker, sich mit Zeitungsausschnitten versorgen zu lassen, um entsprechend reagieren zu können, später Unternehmen. Ende der 1960er Jahre gab es allein in Berlin 13 Ausschnittdienste.
Medienclipping heute
Mit der wachsenden Zahl an unterschiedlichen Medien vergrößerte sich auch das Betätigungsfeld der Ausschnittdienste. Zu den Printmedien gesellten sich
- Fernsehen
- Rundfunk
- und Nachrichtenagenturen, mit der aufkommenden Digitalisierung schließlich auch
- Online-Plattformen
- Blogs
- oder Newsgroups.
Die Kundschaft besteht aus Unternehmen aller
- Branchen
- Verbänden
- Parteiein
- Organisationen
- Verwaltungen u.v.m.
Ein schnelles Medienclipping erlaubt es den Auftraggebern, bei guter oder schlechter Berichterstattung umgehend zu reagieren, für Richtig- oder Gegendarstellungen zu sorgen und insgesamt eine umfassende Imagepflege zu betreiben. Diese Form der Marktbeobachtung wird aber nicht nur von externen Dienstleistern betrieben. Bei größeren Unternehmen und Einrichtungen wird die Funktion häufig von den eigenen Pressestellen übernommen. Im Fall der Bundesregierung ist beispielsweise das Bundespresseamt für Medienclipping zuständig. Konkurrenz für die Dienstleister kommt verstärkt durch die Verlage und Herausgeber der Medien selbst. Sie streben – meist über Gemeinschaftsunternehmen – eine Zweitvermarktung ihrer Inhalte in Eigenregie an.
Neue Methoden im Medienclipping
Neben der klassischen Arbeit von Hand betreiben Lektoren ihr Werk heute auch elektronisch, etwa mit Hilfe von Volltextabfragen in den Suchmaschinen des Internets. Je nach Ausrichtung des Clippings kann die Zahl der untersuchten Medientitel in die Tausende gehen. Sorgfältiges Arbeiten ist also eine Grundvoraussetzung für ein möglichst umfassendes Ergebnis.
Ein weiterer Vorteil des Medienclippings
Clipping ist nicht nur ein wirksames Instrument der Medienbeobachtung, sondern dient auch als Basis für eine Analyse der Medienresonanz allgemein. Die Quellen werden sowohl nach quantitativen als auch nach inhaltlichen Kriterien statistisch aufbereitet, um die Reichweiten, positive und negative Tendenzen in der Berichterstattung oder Verknüpfungen mit thematisch verwandten Feldern aufzuzeigen.