Sansibar ist eine Inselgruppe, die 30 km vor der Ostküste Afrikas gelegen ist. Die Bewohner heißen Sansibari. Sie bestehen aus hauptsächlich von Afrikanern, Indern, aber auch vielen Persern und Arabern. Im 17. Jahrhundert eroberten Sultane die Insel und islamisierten sie. Die nächsten Angreifer waren Kolonisatoren aus Europa. Im 18. Jahrhundert berichteten Händler, Missionare und Forscher von einer unglaublichen Exotik. Schon das Wort „Sansibar” weckte von nun an Sehnsüchte nach einer verheißungsvollen Welt. Wenig prosaisch war das, was dann folgte: 1890 schlossen England und Deutschland ein Abkommen, das unter dem Namen „Helgoland-Sansibar-Vertrag” in die Geschichte eingegangen ist. England trat Helgoland an das deutsche Reich ab und „erhielt” dafür Sansibar. Die politische Unabhängigkeit der Insel kam erst 1964. Da wurde das Festland und Insel zur Republik Tansania. Eine Wiedervereinigung, während die ehemalige Kolonialmacht Deutschland nun geteilt war. Sansibar sicherte sich aber einen autonomen Status innerhalb des neuen Staatsgebildes, behielt ein eigenständiges Parlament sowie einen eigenen Präsidenten. Die Insel war auch das erste Land der so genannten Dritten Welt, das die DDR offiziell als Staat anerkannte und schenkte den Bewohnern die „Häuser der Deutschen” – eine funktionale Plattenbausiedlung. Mit der Geschichte entwickelte Sansibar einen interessanten Kulturmix, in dem sich die Insel erlaubt, einmal „afrikanisch “, einmal „arabisch” und manchmal sogar ein bisschen „deutsch” zu sein: so wie das Team der SansibarNews.