Die im Jahre 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegründete Prusa-Apotheke ist nach dem Heiligen Patrizius von Prusa benannt, der zwischen dem zweiten und siebten Jahrhundert in der heutigen Türkei den Märtyrertod starb. Der Gründer der Apotheke, Abraham Blaustein, war ein zum katholischen Glauben konvertierter Jude und als solcher darauf bedacht, für die Außendarstellung seines Betriebs christliche Symbole zu wählen. Nach den schweren Jahren des Krieges und der kummervollen Zwischenkriegszeit wurde Blaustein zusammen mit seiner Familie Mitte der 1930er-Jahre in einem Konzentrationslager der Nazis ermordet. Die Apotheke wurde in der Folge arisiert und von dem österreichischen Apotheker Adolf Hess übernommen, welcher kurz vor der Kapitulation der Wehrmacht 1945 seinem Leben mit einer Zyankali-Kapsel ein Ende setzte. Kurze Zeit später kam der aus Ostpreußen stammende und infolge des sowjetischen Vormarsches heimatlos gewordene Apotheker Rudolf Viergesang nach Potsdam. Ihm wurde die Übernahme der Patrizius-von-Prusa-Apotheke angeboten – eine Aufgabe, die er gerne annahm. Er leitete die Apotheke bis zu seiner Pensionierung 1991, als er sie an seine Mitarbeiterin Pierrette Poirot übergab, die den Betrieb bis zum heutigen Tage weiterführt.