Der gemeinnützige Verein „Lebendige Kommunikation“ (LebKom) mit Sitz in Fulda hat seine Wurzeln in der Weltfrauenkonferenz von Nairobi von 1985 und engagiert sich seit über 30 Jahren für die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Mann und Frau. Ein Schwerpunkt hierbei ist das Fulda-Mosocho-Projekt, das 2002 auf Anregung kenianischer Frauen von der Fuldaer Professorin Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe ins Leben gerufen wurde und seitdem nachhaltig für den Schutz afrikanischer Mädchen vor Genitalverstümmelung (FGM) eintritt.
FGM gilt international als schwere Menschenrechtsverletzung und wird in 29 afrikanischen Staaten und einigen asiatischen Ländern ungeachtet der gesetzlichen Verbote praktiziert. Über 200 Millionen Frauen und Mädchen sind weltweit davon betroffen, so wie in Kenia, wo die Beschneidungsrate in der Region Mosocho, der Heimat der Kisii-Ethnie, bei 98 Prozent lag. Mithilfe von Wissenstransfer und Schulungseinheiten, basierend auf dem „Wert-zentrierten Ansatz“, konnte ein beeindruckender Bewusstseinswandel bewirkt werden. Beim Wert-Zentrierten Ansatz handelt es sich um eine wissenschaftliche Strategie, mit der auf Augenhöhe mit den teilnehmenden Männern und Frauen eine neue und vor allem gelebte Einstellung zur Gleichberechtigung der Geschlechter als individueller und gesellschaftlicher Mehrwert erarbeitet wird.
Dadurch blieben bislang weit über 30 000 Mädchen vor FGM und den daraus resultierenden lebenslangen Einschränkungen bewahrt und sind in ihren Familien nun sicher. Mittlerweile ist das Projekt auf die Nachbarregionen Marani und Kisii South ausgeweitet worden und auch die anderen acht Bezirke des Kisii Countys fragen wegen einer Zusammenarbeit nach.
Laut einer UNICEF-Studie aus dem Jahr 2010 zählt das Fulda-Mosocho-Projekt zu den fünf weltbesten Projekten auf diesem Gebiet. Als besondere Leistung hebt die Studie hervor, dass dem FMP gelungen ist, die Gewalt gegen Frauen in der Projektregion erheblich zu reduzieren und FGM durch einen flächendeckenden Wandel dort nachhaltig zu beenden.
Informationen unter www.fulda-mosocho-project.com .