Theo Gitzen
Jahrgang 1956, ist in einem kleinen Eifeldorf aufgewachsen. Für ihn gab es für ihn nichts schlimmeres, als Tage an denen er nicht auf den holprigen Sportplatz konnte um dort tagsüber mit Gleichaltrigen und abends mit Erwachsenen Fußball zu spielen. Erst im Alter von 14 Jahren ließen ihn seine Eltern im Nachbardorf in der dortigen B-Jugend spielen. Ein Jahr später folgte die A-Jugend und mit 17 der erste Einsatz in der 1. Mannschaft eines anderen Dorfvereins. Bei diesem stand Spaß an erster Stelle und das Bier floss in Strömen, egal ob Sieg oder Niederlage. Der Verein, bei dem er spielte, wurde schnell uninteressant. Zu groß und spannend waren die Stadtmeisterschaften für Theken- und Betriebsmann-schaften, in denen zu dieser Zeit, hier und da, auch namhafte Spieler aus dem bekannten Bundesligaclub sowie Landesligavereinen spielten. Schließlich gab es lukrative Auflaufprämien, und die Anerkennung bei weiblichen Fans war riesengroß. Natürlich stand auch hier die Geselligkeit in Diskos und Kneipen im Vordergrund. Zu seiner Hochzeit spielte Theo gleichzeitig in bis zu vier Theken- und drei Betriebsmannschaften. Er trainierte eine Damenmannschaft und war Co- und Torwart-Trainer eines Traditionsvereins. Mit 33 zwangen ihn starke Rückenschmerzen zum Aufhören mit dem Fußballsport. Erst 25 Jahre später widmete er seine Aufmerksamkeit dem Jugendfußball in einem kleinen, norddeutschen Dorf, wo er neben der Trainertätigkeit damit begann, seine ganze Erfahrung in die Optimierung von Spielern einzubringen. Im Laufe der Jahre entwickelte er ein standardisiertes IST-Werte-Erfassungsverfahren unter der Bezeichnung „FFP-Potential-analyseverfahren“, um Anhand der erhaltenen Ergebnisse gezielt Trainingseinheiten zu erarbeiten und kontrolliert vorhandene Potentiale von Spielern zu optimieren und Schwächen abzustellen. 750 Potentialanalysen an Spielern/innen unterschiedlichen Alters, sowie einer Bundesliga U17 Mannschaft aus einem süddeutschen NLZ betätigten seine These, dass subjektive Spielerbeurteilung bei fast allen Trainern an erster Stelle steht. Tatsächliche Ergebnisse von IST-Analysen zeigen den Trainern jedoch unverhohlen, ja fast brutal, wie schwach ausgebildet die meisten ihrer Spieler in Wirklichkeit sind. Deshalb sind Potentialanalysen von ihnen auch nicht wirklich erwünscht. Was ihn aber am meisten dazu veranlasste dieses Buch zu schreiben, war die Tatsache, dass in den meisten Vereinen die „Kiste Bier“ das scheinbar wichtigste Trainingsgerät ist und auch schonungslos schon dem Nachwuchs präsentiert, bzw. angeboten wird. Frei nach dem Motto:
Wer nicht mit trinkt - ist eine Memme!
Es gab kaum einen Trainingstag, an dem nicht eine leere oder eine volle Kiste Bier in der Kabine stand und somit auch schon den Kids signalisierte, „Saufen“ - vor und nach dem Spiel oder Training - ist schön und macht erst einen richtigen Fußballer aus dir!
Das iTüpfelchen jedoch war das Wettangebot, welches ein Vater seinem ca. 8jährigen Sohn unmittelbar nach dem Training machte.
Original Zitat (Juli 2019)
„Also, wenn der FC St. Pauli 2:2 und nicht 1:1 gespielt hat, zahlst du mir eine Kiste Asbach Uralt.“
Neben der Durchführung von Potentialanalysen und der Optimierung von Erfassungsanwendungen hält Theo Gitzen Vorträge in Vereinen und auf Trainerkongressen zum Thema Leistungsdiagnostik. Gleichzeitig ist er Autor mehrerer Sach- und Fachbücher zu diesem Thema.