Der Mut, Risiken einzugehen, birgt auch die Gefahr des Scheiterns. Leider machen sich dies die Wenigsten bewusst. Hört man heutzutage, Unternehmer XY sei in die Insolvenz geraten, sind einige Schlüsse schnell gezogen: Das Scheitern wird dem Betroffenen persönlich angelastet, das Prädikat „Versager“ rasch aufgedrückt, und das oft, ohne die Hintergründe des Scheiterns zu kennen und sich mit ihnen auseinander gesetzt zu haben.
Es kommt also nicht von ungefähr, dass das Thema Insolvenz, ob Unternehmens- oder Verbraucherinsolvenz, zwar in den Medien ständig präsent ist, aber von den Betroffenen lieber totgeschwiegen wird. Die Situation ist ohnehin schon ernst – abfällige Bemerkungen oder auch nur die Befürchtung, für einen Versager gehalten zu werden, braucht da keiner mehr.
Auf>Richtung e. V. hat sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Insolvenz aus seiner Tabu-Ecke herauszuholen, um Betroffenen zu zeigen: Sie sind nicht allein mit ihren Problemen, ihnen kann geholfen werden. Denn tatsächlich ist es ja mittlerweile so, dass zu viele Menschen davon betroffen sind, um dieses Thema zu ignorieren. Zumal sich das Betroffensein ja nicht nur aufs Geld und rechtliche Fragen beschränkt. Die Folgen einer Insolvenz sind viel komplexer: Sie beeinflussen das soziale Leben sowie die psychische und körperliche Gesundheit oft in nicht zu unterschätzendem Ausmaß.
Über die Initiatoren:
Eberhard Bohrisch: Diplom-Psychologe, Familientherapeut (IPF) und Partner- und Familien-Coach (ECA),
Lehrtrainer und Lehrcoach (ECA)
Johann Coenen: Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Insolvenz- und Arbeitsrecht
Dr. Wolfgang Maus: Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht sowie Insolvenzverwalter
Bärbel Rapp: Systemische Beraterin und Familientherapeutin (SG), Partner- und Familien-Coach (ECA)