Informationen zum Träger:
Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Schwerpunkt der Arbeit ist die auf Betreuung in familienähnlichen Lebensgemeinschaften gerichtete stationäre Unterbringung: Bis zu 120 Kinder und Jugendliche, die aus verschiede-nen Gründen nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien leben können, finden in den 20 Albert-Schweitzer-Kinderdorffamilien Schutz, verlässliche Bindungen und ein stabiles Zuhause.
Der Träger ist in den Bezirken Spandau, Reinickendorf und Lichtenberg aktiv. Im Jahr 2005 hat er seine Arbeit auf familienunterstützende / familienfördernde Angebote ausgeweitet und die Trägerschaft der Kindertagesstätte Gensinger Straße übernommen. 2008 erfolgte die Eröffnung des Kinder-, Familien- und Begegnungszentrums „Die Brücke“ im gleichen Haus.
Vereinsgeschichte:
13 engagierte Berliner Frauen und Männer gründeten im August 1960 den Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. mit dem Ziel, hilfebedürftigen Kindern und Jugendlichen ein stabiles Zuhause, Schutz und Sicherheit zu bieten. Sie orientierten sich dabei am Vorbild des berühmten Humanisten und Tropenarztes Dr. Albert Schweitzer und dessen ethischen Leitgedanken der „Ehrfucht vor dem Leben“.
Zahlreiche Menschen unterstützten die Mitglieder unter anderem mit ihrem pädagogischen, finanz- und bautechnischen Wissen. Als das fertig gestellte Kinderdorf Berlin-Gatow nur we-nige Jahre später eingeweiht werden konnte, lobte der damalige Außenminister Willy Brandt den Verein als „Musterbeispiel privater Initiative und Selbsthilfe der Bevölkerung“. Drei weite-re Kinderdorf-Standorte sind in der Folge in Berlin entstanden – inzwischen gibt es auch in Heiligensee, Hermsdorf und Karlshorst Albert-Schweitzer-Kinderdorffamilien.
Kurz erklärt: Was ist eine Kinderdorf-Familie?
Eine Kinderdorffamilie – eigentlich Familiengruppe genannt – kann bis zu sechs Kinder und Jugendliche aufnehmen. Sie teilen mit ihren Hauseltern und, soweit vorhanden, deren eige-nen Kindern das Familienleben. Sie bewohnen ein Haus und werden im Alltag von ein bis zwei von außen hinzukommenden Erziehern und einer Hauswirtschaftskraft unterstützt. Die Hauseltern leisten dabei den Spagat, einerseits die „Normalität einer Familie“ herzustellen, jedoch andererseits Erziehungs- und Hilfeprozesse professionell gestalten zu müssen. Min-destens ein Partner braucht hierfür eine entsprechende berufliche Qualifikation als Pädago-ge und die nötige Berufserfahrung, denn oftmals müssen die Kinder schwierige Erfahrungen verarbeiten und benötigen therapeutische Hilfen. Der andere Elternteil geht anderweitig ei-nem Beruf nach und arbeitet ehrenamtlich in der Familiengruppe mit.