(openPR) Neues kommunales Haushalts- und Rechnungswesen
Stadt Königsbrunn setzt mit AKDB und arf GmbH die geplante Reform im Kommunalen Rechnungswesen um
München 28. Februar 2002 - In seiner jüngsten Sitzung hat der Rat der Stadt Königsbrunn einen Grundsatzbeschluss für den Weg in ein neues Zeitalter des kommunalen Rechnungswesen gefasst. Die Verwaltung der Stadt mit ca. 27.000 Einwohnern plant in einem Pilotprojekt gemeinsam mit der arf Gesellschaft für Organisationsentwicklung mbH (arf) und der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) die Einführung eines neuen Kommunalen Finanz- und Rechnungswesens auf Basis der kommunalen Doppik. Die schwäbische Stadt setzt damit auf dem Anfang der neunziger Jahre in Deutschland unter dem Begriff „Neues Steuerungsmodell“ initiierten Reformprozess zur Modernisierung der Kommunalverwaltung auf.
Das „Neue Kommunale Finanzwesen“ orientiert sich an der doppisch-kaufmännischen Buchführung nach handelsrechtlichen Grundlagen. Die neue Drei-Komponenten-Rechnung integriert Ergebnis-, Finanz- und Vermögensrechnung (kommunale Bilanz). Den Kommunen eröffnet sich damit die Möglichkeit, von der Einnahmen- und Ausgaben-Rechnung auf das Ressourcenverbrauchskonzept umzustellen. Politik und Verwaltung werden in die Lage versetzt, mehr Transparenz im Verwaltungshandeln zu schaffen und die Haushalte von Städten, Landkreisen und Gemeinden zielgerichtet zu steuern.
Die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen für die Reform des deutschen Gemeindehaushaltswesens wurden bereits im Oktober 2000 von der Innenminister-Konferenz durch die Verabschiedung von Eckpunkten geschaffen. Der Spielraum, der sich aus den absehbaren zeitlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern ergibt, wird unterschiedlich genutzt. Während z. B. in Nordrhein-Westfalen ausschließlich die doppische Buchungssystematik vorgegeben wird und die Umsetzungsarbeiten voraussichtlich bis 2008 abgeschlossen sein werden, wird in anderen Bundesländern, wie z. B. in Baden-Württemberg und Bayern ein Wahlrecht für die einzelnen Kommunen zwischen einer erweiterten kameralistischen und einer doppischen Buchungssystematik diskutiert.
Mit der Entscheidung, das Rechnungswesen auf die kommunale Doppik umzustellen, erweitert Königsbrunn den Kreis der bayerischen Pilotprojekte. Der Projektplan sieht vor, nach vorbereitenden Arbeiten im Jahr 2003 und 2004 (z. B. Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung, Vermögenserfassung und -bewertung), die Eröffnungsbilanz zu erstellen und für 2005 einen produktorientierten, doppischen Haushalt zu planen. Ab diesem Zeitpunkt erfolgen Haushaltsaufstellung und -bewirtschaftung ausschließlich auf Grundlage des Neuen Kommunalen Finanzwesens.
Parallel zur Arbeit in Königsbrunn entwickeln arf und AKDB ein Referenzmodell, das mit umfangreichen, kommunalspezifischen Voreinstellungen ausgestattet wird. Hierzu zählen z. B. die Verknüpfung mit einem standardisierten Kontenrahmen, Kostenstellen- und Produktplänen. Neben einer leistungsfähigen Kosten- und Leistungsrechnung umfasst das Referenzmodell weitere Softwarebestandteile wie z. B. die Anlagenbuchhaltung, produktorientierte Steuerung und einen umfassenden Berichtskatalog für Auswertungen (z. B. Gemeindefinanzstatistik). Durch diese Standardisierungen wird der methodische und technische Umstellungsaufwand insbesondere für kleine und mittlere Gemeinden deutlich reduziert. Der für den praktischen Einsatz erforderliche systemtechnische Einführungsaufwand reduziert sich damit im wesentlichen auf die Eingabe von Stammdaten und individuellen Einstellungen. Durch dieses Vorgehen soll den Kommunen eine zeitoptimierte und kostenschonende Umstellung ermöglicht werden. In Königsbrunn wird zudem ein „weicher Übergang“ in das neue Rechnungswesen praktisch erprobt, der ein zeitlich individuelles Vorgehen ermöglicht, Vergangenheitsdaten berücksichtigt und damit einige zwangsläufige Nachteile eines „harten Umstiegs“ in die Doppik vermeidet.
Die DV-technische Umsetzung dieses zukunftsweisenden Vorhabens erfolgt auf der Grundlage des „Offenen Kommunalen Finanz-Informations-System“ (OK.FIS) der AKDB. Der Marktführer für kommunale Finanzsoftware in Bayern wird im Rahmen des Modellprojektes u.a. durch das zusätzliche Modul OK.FIS NKFW (Neues Kommunales Finanzwesen) ein vollständig integriertes doppisches Gesamtsystem einschließlich einer Kostenrechnung (OK.FIS KLR) sowie einer Vermögens-/Anlagenbuchhaltung (OK.FIS VMB) zur Verfügung stellen.
Zur Erleichterung der Umstellung bis hin zur Unterstützung im laufenden Betrieb bietet die arf unter ihrer Marke „doppik.com™“ ein auf die praktischen Anforderungen des neuen Rechnungswesens ausgerichtetes Leistungsspektrum, um Kommunen auf ihrem Weg in die kommunale Doppik zu begleiten. Hierzu zählen Schulungen, Seminare, interaktive Workshops und weitreichende Arbeitshilfen (z. B. Leitfäden, Checklisten etc). Diese werden durch produktspezifische Seminare in den Schulungszentren der AKDB ergänzt. Durch das praxisorientierte Zusammenspiel von Projektsteuerung, voreingestellter DV und dem Know-how der Partner arf und AKDB können umsteigewillige Verwaltungen ohne unkalkulierbare technische und finanzielle Risiken in einem überschaubaren Zeitraum in die „neue Welt“ hineinwachsen.
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