(openPR) Branchenübergreifendes Spitzentreffen der Einzelfertiger untersucht Synergien zwischen Unikatebau und Serienfertigung / „Innovationspreis Losgröße 1+“ an Innenausbauer der Elbphilharmonie verliehen
Kaarst, 6. März 2018
Unikat trifft Serie. Am 27. und 28. Februar öffnete der Sportwagen-hersteller Porsche seine Tore für die Impulstage für Einzelfertiger 2018: Das diesjährige Spitzentreffen der Einzelfertiger aus Deutschland, Öster-reich und der Schweiz fand im Porsche Werk Leipzig statt. 150 Manager der ersten und zweiten Führungsebene nutzten die vom ife Institut für Einzelfertiger veranstaltete Fachtagung, um ihre Marktstrategien zu hinterfragen und Anregungen für die weitere Geschäftsentwicklung zu bekommen. Hierzu bot sich den Teilnehmern eine große Bandbreite an unterschiedlichen Best-Practice-Foren, World-Cafés, Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Das thematische Spektrum reichte von den Auswirkungen der Megatrends Industrie 4.0 und Digitalisierung bis zu konkreten Wertschöpfungsfragen – so zum Beispiel, wie Einzelfertiger agile Methoden in der Fertigung einführen können.
Inspiriert durch die unmittelbare Nähe zu den Fertigungsstraßen der Porsche-Modelle Cayenne, Macan und Panamera boten sich den Teilnehmern vielfältige Einblicke darin, wie Fertigungsunternehmen die unterschiedlichen Anforderungen des Unikatebaus und der Serienproduktion in ein profitables Gleichgewicht bringen können. Besondere Beachtung fand dabei eine Podiumsdiskussion, an der unter anderem auch Albrecht Reimold teilnahm, der im Porsche-Vorstand die Bereiche Produktion und Logistik verantwortet.
Eröffnet wurde die zweitätige Fachtagung durch Gerd Rupp, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH. In seiner Hauptrede erläuterte er die Philosophie des Leipziger Werks und beschrieb diese als Hightech-Serienfertigung mit dem Individualisierungsgrad einer Manufaktur. Jedes Auto werde nach Kunden-wunsch gefertigt, sodass kein Fahrzeug dem anderen gleiche. Da die Modelle auf einer Linie entstünden, könne Porsche eine extrem hohe Varianz abdecken. Um die daraus resultierende Komplexität zu bewerkstelligen, käme es zudem, so Rupp weiter, auf den Qualifikationsgrad und die Flexibilität der Mitarbeiter an.
Wie wichtig ein Höchstmaß an Flexibilität und Lernbereitschaft unter den Mitarbeitern ist, arbeitete Prof. Gunter Dueck in seiner unterhaltsamen Keynote „Die Feinde der Innovation“ heraus. Prof. Dueck, ehemaliger Chief Technology Officer (CTO) der IBM Deutschland, ging auf den fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt ein, den die gerade erst angebrochene Digitalisierung hervorrufen werde. Hinzu komme, so Prof. Dueck weiter, eine tief greifende Veränderung der betrieblichen Kernkompetenzen. Die Schärfe des Wandels, zeigte er anhand einer Reihe von leicht nachvollziehbaren Beispielen, werde noch immer chronisch unterschätzt.
Daher bringe es auch kaum noch etwas, so Managementberater Dr. Stefan Kaduk, mit alter Logik neue Wege finden zu wollen. Stattdessen regte Kaduk in seiner Hauptrede „Musterbrecher – Die Kunst, das Spiel zu drehen“ ein grundsätzlich anderes Vorgehen an. An die Stelle einer vornehmlich zahlengetriebenen Managementkultur müsse eine Kultur des Experimentierens treten, in der völlig neuartige Wettbewerbsvorteile durch Leidenschaft, Begeisterung, Nutzung kollektiver Intelligenz und eine frei atmende Organisation entstehen.
Innovationspreis Losgröße 1+
Wozu Leidenschaft und Begeisterung führen können, zeigte sich auch auf der Abendveranstaltung des 27. Februar, in Rahmen derer der Innenausbauer Adrian Eichhorn Holzwerkstätte den „Innovationspreis Losgröße 1+“ für seine herausragende Mitarbeit an der Hamburger Elbphilharmonie verliehen bekam. Das ausgezeichnete Projekt ist Einzelfertigung in Vollendung. Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie hat der Innenausbauer aus dem hessischen Wächtersbach die Wandverkleidung gestaltet – als fugenlosen Umlauf aus Eichenholz, der die Klangvision des japanischen Akustik-Designers Yasuhisa Toyota Realität werden lässt. An die 40.000 Paneele laufen Wellen gleich an den Wänden des Konzertraums entlang. Alle Bauteile sind präzise aufeinander abgestimmt. Dennoch gleicht kein Paneel dem anderen. Dafür hat der Innenausbauer Adrian Eichhorn Holzwerkstätte riesige Datenmengen verarbeitet und die Paneele an eigens dafür angefertigten Spezialmaschinen ausgefräst und in monatelanger Detailarbeit im Saal verbaut. „Das Elphie-Projekt wird den Kriterien unseres Innovationspreises mehr als gerecht“, hob ife-Geschäftsführer Michael Braetz in seiner Laudatio hervor und erläuterte: „Die Arbeit der Adrian Eichhorn Holzwerkstätte schafft eine einzigartige Verbindung von Material und Akustik. Sie beweist perfekte Handwerkskunst, demonstriert einen ebenso innovativen wie souveränen Umgang mit der Losgröße 1 und schafft auf diese Weise Werte, der weit über die Elbphilharmonie hinausstrahlen.“













