openPR Recherche & Suche
Presseinformation

3 Antworten zum Rohstoffbedarf der Elektromobilität

12.12.201712:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Derzeit diskutieren Politik und Industrie kontrovers die Rohstoffversorgung der Elektromobilität. Das Öko-Institut beantwortet dazu nachfolgend die dringlichsten Fragen.

---
1. „Kobalt, Lithium & Co. – führt die steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen zu Engpässen bei diesen oder anderen Rohstoffen?“



Die Rohstoffe Lithium, Kobalt, Nickel, Grafit und Platin sind für ein schnelles weltweites Wachstum der Elektromobilität ausreichend vorhanden. Zwar wird nach Berechnungen des Öko-Instituts der Bedarf an Lithium für die Elektromobilität im Jahr 2030 die heutige Minenproduktion um gut das Vierfache übertreffen. Die weltweiten Vorkommen für Lithium und die weiteren Rohstoffe übersteigen jedoch den prognostizierten Bedarf jeweils deutlich. Allerdings könnte es zeitweise zu Verknappungen, vor allem bei Lithium und Kobalt, kommen. Diese sind jedoch als vorrübergehend anzusehen und beeinträchtigen nicht langfristig die globale Marktentwicklung der Elektromobilität.

Empfehlungen des Öko-Instituts: Ein konsequentes und effizientes Recycling dämpft die Nachfrage nach Primärrohstoffen und wirkt vorbeugend gegen temporäre Verknappungen. Dafür sollte die EU-Batterierichtlinie speziell für Antriebsbatterien der Elektromobilität weiterentwickelt und darin rohstoffspezifische Recyclingraten für Lithium, Kobalt, Nickel und Grafit festgeschrieben werden. Zusätzlich sollte ein weltweites Rücknahme- und Recyclingsystem für Lithium-Ionen-Batterien aufgebaut werden. Eine Forschungsoffensive zu Batterietechnologien sollte sich darauf konzentrieren, weniger und andere Materialien in Batterien zu nutzen, um so besonders kritische Rohstoffe mittelfristig zu ersetzen (Substitution).

2. „Werden die Preise für die Rohstoffe zur Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge explodieren?“

Weitere Preissteigerungen für einzelne Rohstoffe – insbesondere für Lithium und Kobalt – sind nicht auszuschließen. Doch werden steigende Rohstoffpreise die Entwicklung der Elektromobilität insgesamt nicht ausbremsen.

Empfehlungen des Öko-Instituts: Die Batterietechnologie muss aus Kostengesichtspunkten weiter optimiert werden. So wird bei der nächsten Generation Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen bereits der Gehalt des relativ teuren Kobalts reduziert sein. Auch zeigt das Beispiel Seltene Erden, dass extremen Preissteigerungen auf verschiedenen Ebenen entgegengewirkt werden kann. Dazu bedarf es technologischer Innovationen ebenso wie den Eintritt neuer Förderländer in den Markt und eine möglichst breite Streuung von rohstofffördernden Unternehmen. Auch der Ausbau der Recyclingstrukturen (s.o.) senkt den Bedarf an Primärrohstoffen und wirkt preisdämpfend.

3. „Führt die Förderung zusätzlich benötigter Rohstoffe zu negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt?“

Die Förderung von Rohstoffen für die Elektromobilität ist – wie die Förderung vieler anderer Rohstoffe für andere Verwendungszwecke auch – mit Umwelt- und Sozialproblemen verbunden. Dazu gehören insbesondere ein oft sehr hoher Energiebedarf, das Entstehen saurer Grubenwässer, Wasserkonflikte zwischen Bergbauunternehmen und indigenen Völkern sowie nicht vertretbare Arbeitsbedingungen in Minen. Besonders problematisch ist zurzeit die Kobaltförderung im Kleinbergbau in der Demokratischen Republik Kongo einzuschätzen.

Empfehlungen des Öko-Instituts: Grundsätzlich gilt es, die Umwelt- und Sozialbedingungen bei der Förderung von Rohstoffen für die Elektromobilität zu verbessern. Dazu gehört eine (globale) Industrieallianz für nachhaltiges Lithium ebenso wie verpflichtende unternehmerische Sorgfaltspflichten (Due Dilligence) für Kobalt. Auch die Stärkung der internationalen Kooperation zum nachhaltigen Bergbau kann dazu beitragen, die langfristige Rohstoffversorgung zu sichern. Nicht zuletzt kann das umfassende Recycling Umwelt- und Sozialprobleme über die gesamte Wertschöpfungskette von Lithium-Ionen-Batterien vermindern.

Weitere Informationen sowie Zahlen und Fakten:

Synthesepapier „Strategien für die nachhaltige Rohstoffversorgung der Elektromobilität“ des Öko-Instituts für die Agora Verkehrswende (https://www.oeko.de/publikationen/p-details/strategien-fuer-die-nachhaltige-rohstoffversorgung-der-elektromobilitaet/)

FAQ „Faktencheck – Elektromobilität“ des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/FAQ_Elektromobilitaet_Oeko-Institut_2017.pdf)

Ansprechpartner am Öko-Institut:
Dr. Matthias Buchert
Leiter des Institutsbereichs
Ressourcen & Mobilität
Öko-Institut e.V., Büro Darmstadt
Telefon: +49 6151 8191-147
E-Mail: E-Mail

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Neues vom Öko-Institut auf Twitter: twitter.com/oekoinstitut

Kontakt Pressestelle:
Tel.: +49 761 452 95-222
Fax: +49 761 452 95-288
E-Mail: E-Mail

Mandy Schoßig
Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation
Öko-Institut e.V.
Schicklerstr. 5-7
D-10179 Berlin
Tel.: +49(0)30-40 50 85-334
Fax: +49(0)30-40 50 85-388
E-Mail: E-Mail
www.oeko.de

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 985018
 566

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „3 Antworten zum Rohstoffbedarf der Elektromobilität“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Öko-Institut e. V. - Institut für angewandte Ökologie

Coole Stromsparer: neue gewerbliche Kühlgeräte sind energieeffizient und klimafreundlich
Coole Stromsparer: neue gewerbliche Kühlgeräte sind energieeffizient und klimafreundlich
Sie sind im Supermarkt, Hotel, Café oder Kiosk im Einsatz – aber auch in Eisdielen, Bäckereien und Vinotheken: gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte. Meist im Dauerbetrieb laufend, ist ihr Stromverbrauch enorm, genauso wie ihre Stromkosten. Dabei verbrauchen ineffiziente Geräte 30 bis 50 Prozent mehr Strom als die Vertreter der neuen Generation. Ein weiteres Manko der Altgeräte: Sie enthalten noch synthetische und klimaschädliche Kältemittel. Doch es gibt Alternativen, wie EcoTopTen, die unabhängige Verbraucherplattform des Öko-Instituts in Z…
Krisenreport für nukleare Risiken: Neues Spendenprojekt des Öko-Instituts
Krisenreport für nukleare Risiken: Neues Spendenprojekt des Öko-Instituts
Kriegerische Auseinandersetzungen in der Ukraine, bewaffnete Kämpfe in Pakistan, schwelende Konflikte um Iran und Nordkorea: Konflikte und Krisenherde nehmen weltweit zu – damit wächst zugleich die Verwundbarkeit der nuklearen Anlagen in diesen Regionen. Es besteht die reale Gefahr, dass es durch die Folgen gewaltsamer Auseinandersetzungen zur Freisetzung radioaktiver Stoffe kommt – beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Doch darüber wird öffentlich wenig berichtet oder gar diskutiert. --- Mit seinem aktuellen Spendenprojekt „Krisenreport und Kri…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: BATOS® System – ein nachhaltiger Durchbruch in der Batterietechnologie für Lithium-Ionen-AkkusBild: BATOS® System – ein nachhaltiger Durchbruch in der Batterietechnologie für Lithium-Ionen-Akkus
BATOS® System – ein nachhaltiger Durchbruch in der Batterietechnologie für Lithium-Ionen-Akkus
… Überhitzung deutlich reduzieren.Noch wurde das BATOS® System nicht offiziell in Produkten eingesetzt – doch die geschützte Erfindung hat bereits jetzt das Potenzial, die Elektromobilität sicherer, nachhaltiger und effizienter zu gestalten.Das BATOS® System reguliert die Temperatur innerhalb der Akkus besonders präzise und sorgt so für eine schonendere …
Bild: Die 1. Bayerische Modellstadt Bad Neustadt lädt am 25./26. April zur 5. Fahrzeugschau Elektromobilität einBild: Die 1. Bayerische Modellstadt Bad Neustadt lädt am 25./26. April zur 5. Fahrzeugschau Elektromobilität ein
Die 1. Bayerische Modellstadt Bad Neustadt lädt am 25./26. April zur 5. Fahrzeugschau Elektromobilität ein
Bereits zum fünften Mal lädt Bad Neustadt a.d. Saale am 25. und 26. April 2015 zu einer „Fahrzeugschau Elektromobilität“ ein. Die 1. Bayerische Modellstadt für Elektromobilität präsentiert dem interessierten Publikum und Fachleuten auf dem Fest-platz neueste e-mobile Fahrzeugentwicklungen. Die Fahrzeugschau Elektromobilität ist in ihrer Art als Messe …
Bild: »elektromobil-dabei« seinBild: »elektromobil-dabei« sein
»elektromobil-dabei« sein
… die nächste Ladestation für mein Elektroauto? Welche Termine rund um die alternative Antriebsform stehen an? Welche neuen Entwicklungen gibt es momentan in Sachen Elektromobilität? Antworten auf Fragen rund um die Elektromobilität liefert ab sofort die kostenlose App »elektromobil-dabei«. Ob als Wegweiser zur nächsten Ladestation für das Elektroauto, …
„Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Elektromobilität“: Nutzer in Rhein-Main werden befragt
„Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Elektromobilität“: Nutzer in Rhein-Main werden befragt
… Elektrofahrzeugen? Für welche Zielgruppe eignen sich Elektrofahrzeuge? Sind die Nutzer von Elektromobilen überdurchschnittlich umweltbewusst? Und wer ist am ehesten für Elektromobilität zu begeistern? Antworten auf diese und andere Fragen sucht die Studie „Sozialwissenschaftliche Begleitforschung zur Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main“. Die …
Bild: Q:CHARGE Europe AG startet Blog über ElektromobilitätBild: Q:CHARGE Europe AG startet Blog über Elektromobilität
Q:CHARGE Europe AG startet Blog über Elektromobilität
24.02.2011 - Der europaweite Betreiber von Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge, Q:CHARGE, hat ein Blog über die Themen Elektromobilität, Umwelt, Politik und Energie gestartet. Das Unternehmen informiert seine Leser täglich über Trends, Neuerungen und Möglichkeiten in der Elektromobilität, greift Themen aus der öffentlichen Diskussion auf und gibt …
Spielerisch Elektromobilität erleben
Spielerisch Elektromobilität erleben
Mit dem »Elektr-O-Mat« seinen individuellen (Elektro-)Mobilitätstypen entdecken Elektroauto, E-Bike oder doch eher ein Pedelec? Die Elektromobilität ist vielfältig und immer neue Angebote kommen hinzu. Das Online-Spiel »Elektr-O-Mat« hilft den Bürgerinnen und Bürgern, einen Überblick zu bekommen und das passende Angebot für ihr individuelles Mobilitätsverhalten …
Bild: Elektromobilität auf der e-motion erlebenBild: Elektromobilität auf der e-motion erleben
Elektromobilität auf der e-motion erleben
Die von der INCOVIS AG, der Stadt Stuttgart und der e-mobil BW GmbH gemeinschaftlich getragene Veranstaltungsreihe e-motion wird am 03.11.2011 im Zentrum Elektromobilität in Stuttgart (Türlenstrasse 2) unter dem Thema .“ Alternative Konzepte der Mobilität – Innovationen und Visionen zum Anfassen“ fortgesetzt. Präsentiert werden reale Fahrzeugkonzepte …
Bild: Schüler bauen ElektroautosBild: Schüler bauen Elektroautos
Schüler bauen Elektroautos
Europaprojekt zu Elektromobilität in Tempelhof-Schöneberg gestartet: Schüler aus Tempelhof-Schöneberg bauten in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien Elektroautos. In Workshops an fünf Schulen im Bezirk lernen die Jugendlichen im Wirtschaft-Arbeit-Technik-Unterricht alles über die Chancen der Elektromobilität. Durchgeführt werden die Unterrichtseinheiten …
Bild: Unterwegs in die Zukunft: 'stromschnell.de' – Neues Special-Interest-Portal zum Thema ElektromobilitätBild: Unterwegs in die Zukunft: 'stromschnell.de' – Neues Special-Interest-Portal zum Thema Elektromobilität
Unterwegs in die Zukunft: 'stromschnell.de' – Neues Special-Interest-Portal zum Thema Elektromobilität
Auf der neuen Internet-Plattform www.stromschnell.de der freenet.de GmbH dreht sich alles um das Thema „Elektromobilität“. Das für alle Displaygrößen optimierte Informationsportal www.stromschnell.de bietet ab sofort topaktuelle, mit eigener Redaktion recherchierte und verfasste Artikel zum Trendthema nachhaltige Mobilität. Ausführliche Antworten zu …
Bild: FAQ: Alles klar in Sachen E-MobilitätBild: FAQ: Alles klar in Sachen E-Mobilität
FAQ: Alles klar in Sachen E-Mobilität
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Online Schaufenster Elektromobilität Was fährt eigentlich heute schon elektrisch? Wie teuer ist eine »Tankfüllung« für ein Elektroauto? Welche Reichweite haben die Fahrzeuge und welche Möglichkeiten zum Aufladen sind nutzbar? Antworten auf diese und viele weitere Fragen, die Nutzer an E-Mobile haben, beantwortet …
Sie lesen gerade: 3 Antworten zum Rohstoffbedarf der Elektromobilität