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Innovationsfonds fördert großes Projekt der Versorgungsforschung am MIPH

06.12.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Projekt PART-CHILD zielt darauf ab, die Versorgungsqualität von Kindern mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen zu verbessern

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Die Anzahl von Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen in Deutschland nimmt stetig zu. Sozialpädiatrische Zentren (SPZ), multi- und interdisziplinär arbeitende ambulante Zentren, die dafür zuständig sind, Kinder und Jugendliche im Kontext mit ihrem sozialen Umfeld zu untersuchen und zu behandeln, leisten bei der medizinischen Versorgung dieses Patientenkollektivs einen großen Beitrag. So wurden beispielsweise im Jahr 2014 bundesweit rund 600.000 Kinder in SPZ behandelt.



Eine auf den Patienten zugeschnittene Versorgung dieser Kinder in solchen Zentren ist jedoch vor allem wegen der häufig sehr komplexen Krankheitsbilder eine große Herausforderung – und stößt bisweilen an ihre Grenzen. Das vom Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) initiierte Projekt PART-CHILD hat zum Ziel, die Qualität der Versorgung von Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen in Sozialpädiatrischen Zentren zu verbessern. Das Projekt strebt dabei eine systematische Umsetzung der Inhalte der von der Weltgesundheitsbehörde (WHO) im Jahr 2007 veröffentlichten „Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit – für Kinder und Jugendliche“ (ICF-CY) an.

Für Kinder mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen klassifiziert das ICF-CY System neben der Beeinträchtigung der Körperfunktionen auch Aktivitäten und Kontextfaktoren und zielt mit seinen Konzepten auf eine verbesserte Teilhabe und Mitwirkung im Sinne von Selbstbestimmung ab. Entsprechend sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale der Versorgung dieser Patientenklientel, dass die Patienten und ihre Familien an der Behandlungsplanung mitwirken und sich die Versorgung und Therapieziele am Patienten orientieren.

PART-CHILD nutzt verschiedene Interventionsmodule, um die Mitwirkung und Teilhabe von in SPZ behandelten Kindern und ihren Familien zu stärken: durch Schulungen des Fachpersonals, beispielsweise in der teilhabe- und patientenorientierten Gesprächsführung, die Einführung eines modernen, im Alltag nutzbaren computerbasierten E-Tools zur elektronischen Dokumentation, das in bestehende Patienteninformationssysteme implementiert wird, sowie die Supervision in der Praxis.

„Die Maßnahmen in unserem Projekt dienen vor allem dazu, die Teilhabe, Mitwirkung und Lebensqualität der Patienten, und damit letztendlich die Zufriedenheit von Eltern und Patient, zu erhöhen. Gleichzeitig sollte dies aber auch zu einer passgenaueren Behandlung der Patienten führen, mit dem Effekt, dass die vorhandenen Mittel effizienter eingesetzt werden, indem beispielsweise eine Übertherapie mit Arzneimitteln vermieden wird. Damit bringt die Maßnahme letztendlich auch den Krankenkassen erheblichen Nutzen“, so Professor (apl.) Dr. med. Freia De Bock vom MIPH, die das Projekt entwickelt hat und leitet.

Darüber hinaus erhofft man sich von diesen Maßnahmen auch eine qualitätsorientierte Standardisierung der Versorgung von Kindern, die an chronischen Erkrankungen und Behinderungen leiden, in den insgesamt 153 Sozialpädiatrischen Zentren in Deutschland, die alleine von den Strukturen her sehr heterogen sind.

Die Wirksamkeit der Maßnahmen, etwa die Effekte auf die von den Eltern empfundene Mitwirkung an medizinischen Entscheidungen, aber auch Effekte auf der Ebene der Patienten, der Fachkräfte und der Organisation SPZ, wird im Rahmen einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie in 15 deutschen Sozialpädiatrischen Zentren evaluiert. Die Studie soll zeigen, wie die Implementierung der patienten- und teilhabeorientierten Versorgungsmaßnahme auf Basis der ICF-CY gelingt und ob – und zu welchen Kosten – sie zu einer verbesserten Versorgungsqualität der Patienten führt.

Für die Durchführung des Projektes PART-CHILD hat Freia De Bock, die den Querschnittsbereich „Frühe Prävention und Gesundheitsförderung“ am MIPH leitet, 2 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eingeworben. Die Konsortialführung des Projektes, an dem mehrere Konsortial- und Kooperationspartner beteiligt sind, liegt beim MIPH, einem Institut der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Quelle: idw

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