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Im Konsens zu einem Tierschutzplan für Brandenburg

30.11.201714:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Gemeinsame Presseinformation von ATB und LVAT
Im Beisein von Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger stellten am heutigen ersten Tag der Abschlussveranstaltung in Götz die Sprecher der Arbeitsgruppen Legehennen, Masthühner, Puten sowie Arzneimitteleinsatz und Umweltwirkung ihre Empfehlungen für den künftigen Tierschutzplan Brandenburg vor. Vertreter des Aktionsbündnisses Agrarwende‚ des Berufstands, der Wissenschaft, der Wirtschaft, des Tierschutzes und des Veterinärwesens haben während des letzten Jahres gemeinsam ein konsensfähiges Maßnahmenprogramm erarbeitet. Der ausgearbeitete Entwurf des Tierschutzplans Brandenburg wird am 15. Dezember 2017 an das MLUL übergeben.



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Prof. Dr. Reiner Brunsch zog als Vertreter der beiden Konsortialpartner ATB und LVAT eine positive Bilanz der Zusammenarbeit: „Mehr als 90 Personen aus den verschiedenen Interessengruppen waren in den Prozess eingebunden. Alle beteiligten Akteure waren sich einig in ihrem Engagement für mehr Tierwohl und Tierschutz und haben sich sehr konstruktiv und sachlich am Prozess beteiligt.“

Als Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit stellen die beteiligten Akteure ein 129 Punkte umfassendes Maßnahmenprogramm zur Optimierung des Managements und der Haltungsbedingungen vor, das zu mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung beitragen soll.

Einige Empfehlungen wie der Verzicht auf das Schnabelkürzen bei Legehennenküken sind in Brandenburg bereits seit Mitte 2016 gelebte Praxis, allerdings fehlt bislang die gesetzliche Festschreibung. Neben konkreten Handlungsempfehlungen auf Betriebsebene sieht der Maßnahmenkatalog auch die Anpassung bestehender gesetzlicher Vorgaben vor. Beispielsweise soll die auf Tierwohl zielende „Schlechtwetterregelung“ für die Freilandhaltung von Hühnern im Hinblick auf mehr Tierschutz an die regionalen Bedingungen angepasst werden. Denn bei schlechtem Wetter kann der gut gemeinte Frei-landaufenthalt leicht zu Erkrankungen führen. Viele Empfehlungen sollen nicht ad hoc, sondern schrittweise umgesetzt werden, insbesondere um Landwirten Zeit für die notwendige Anpassung ihrer Haltungssysteme zu gewähren. Zudem besteht in einigen Handlungsfeldern zum Teil noch erheblicher Forschungsbedarf. „Solange wir beispielsweise die verschiedenen Faktoren, die einzeln oder in ihrem Zusammenwirken das Schwanzbeißen bei Schweinen auslösen können, nicht ganz verstehen, können wir auch keine wirksamen Empfehlungen für verbesserte, tierschutzgerechte Haltungsbedingungen aussprechen“, so Prof. Dr. Reiner Brunsch. Dementsprechend empfiehlt der Entwurf einen schrittweisen Ausstieg aus dem Kupieren der Schwänze bereits ab 2018.

Zu den übergreifend wirksamen Maßnahmen schlagen die Arbeitsgruppen unter anderem die Einführung eines Tiergesundheitsdienstes vor, der als permanente Anlaufstelle Landwirten und lokalen Tierärzten Beratung und Unterstützung in Krisenfällen gewähren kann, z.B. beim Auftreten von Gesundheitsproblemen mit Wirkung auf das Tierwohl. Zudem sollen landesweit Modell- und Demonstrationsbetriebe identifiziert bzw. etabliert werden, die die Machbarkeit tierschutzgerechter Haltungsverfahren unter Beweis stellen können. Die Einführung von Sachkundenachweisen für Tierhalter ohne entsprechende Fachkenntnisse soll zu einem besseren Verständnis für die artspezifischen Anforderungen an eine tierschutzgerechte Haltung beitragen.

„Der Tierschutzplan bringt für alle Beteiligte einen höheren Grad an Verbindlichkeit im Hinblick auf die Umsetzung der Maßnahmen. Damit wird Brandenburg beim Thema Tierwohl im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz einnehmen“, so Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger.

„Der Tierschutzplan Brandenburg steht für einen Paradigmenwechsel: Praktiker von beiden Seiten saßen erstmals an einem Tisch und waren sich einig, dass es für die Tierhaltung angesichts der bestehenden Herausforderungen kurz- und langfristig angelegte Verbesserungen geben muss“, so Michael Wimmer, Sprecher des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg. „Jenseits aller Detailkritik sollten wir den begonnenen Dialog daher unbedingt fortsetzen.“

Auch Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, sieht im Entwurf des Maßnahmenkatalogs „kein seligmachendes Allheilmittel“ und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Schritte. „Wir sehen den Tierschutzplan als Teil einer Brandenburger Nutztierstrategie, die noch zu entwickeln ist“, so Wendorff weiter. „Wir verstehen die vorliegenden Ergebnisse als Bekenntnis zu einer sich ständig weiterentwickelnden landwirtschaftlichen Tierhaltung. Als Berufsstand nehmen wir die Herausforderungen an, fordern aber auch eindringlich praxistaugliche Lösungen. Auf diese Weise haben wir bereits in der Vergangenheit viele Fortschritte erreicht.“

Es liege nun an der Politik, die getroffenen Empfehlungen als Handlungsauftrag zu begreifen, den nötigen Umbauprozess verbindlich zu gestalten und mit den nötigen Finanzmitteln zu unterstützen, formuliert Wimmer seine Erwartung an Ministerium und Landesregierung.

Auch Stefan Heidrich, unabhängiger Landestierschutzbeauftragter, MdJEV, sieht weiteren Handlungsbedarf: „Der Tierschutzplan des Landes Brandenburg ist ein guter Entwurf, weil er in Teilen über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgeht und damit entscheidend zum Tierwohl beiträgt. Selbstverständlich muss der Tierschutzplan fortgeschrieben werden.“

Am morgigen zweiten Veranstaltungstag stehen die Ergebnisse für die Tierarten Pferde, Rinder und Schweine auf der Agenda.
Die Abschlussveranstaltung in Götz ist ein letzter Schritt vor der Fertigstellung des Entwurfs.

Der ausgearbeitete Entwurf des Tierschutzplans wird am 15. Dezember 2017 in schriftlicher Form an das MLUL übergeben.

Weitere Informationen unter: https://tierschutzplan-brandenburg.de
Kontakt:

Dr. Mihaiela Rus
Koordination Tierschutzplan - E-Mail
Helene Foltan
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Tel.: 0331 5699-820, E-Mail: E-Mail
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. (ATB)
Max-Eyth-Allee 100, 14469 Potsdam
https://www.atb-potsdam.de

Quelle: idw

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