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Happy End nach langem Leidensweg

22.11.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Happy End nach langem Leidensweg
Claudia, Nina und Michael L. (Mitte) mit den Ärzten (von links) Prof. Haverich, Prof. Warnecke, Prof. Beerbaum, Dr. Köditz, Dr. Horke und Dr. Avsar.  ( Quelle „MHH/Kaiser“.)
Claudia, Nina und Michael L. (Mitte) mit den Ärzten (von links) Prof. Haverich, Prof. Warnecke, Prof. Beerbaum, Dr. Köditz, Dr. Horke und Dr. Avsar. ( Quelle „MHH/Kaiser“.)

(openPR) Herzunterstützungssystem rettet Vierjähriger das Leben / MHH-Ärzte überbrücken Zeit bis zur Transplantation / Kinderklinik Zentrum für Menschen mit angeborenen Herzfehlern

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Nina lacht, spielt fröhlich, wie andere Vierjährige auch. Was so selbstverständlich klingt, ist für ihre Eltern „wie ein Wunder“. „Nina geht jetzt in den Kindergarten“, freuen sich die Eltern Claudia und Michael L. aus Bocholt. Dass Nina alle Rückschläge überstanden hat, hat sie auch einem speziellen Herzunterstützungssystem für Kinder zu verdanken.



„In der vierten Lebenswoche stellten die Ärzte bei der Früherkennungsuntersuchung U3 Herzgeräusche fest“, erinnert sich Claudia L. Weitere Untersuchungen zeigten: Nina war mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen. „Beide Herzklappen, die die Herzkammer für den Körperkreislauf versorgen, die Mitral- und die Aortenklappe, sowie die große Körperschlagader, die Aorta, waren betroffen“, sagt Dr. Alexander Horke, Leiter der Abteilung Chirurgie angeborener Herzfehler in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Im ersten Lebensjahr musste sie dreimal operiert werden, wobei die Körperschlagader und die Klappenregion repariert wurden. Zusätzlich musste ein Herzschrittmacher implantiert werden.“

Doch schon bald zeigte sich, dass die Aortenklappenregion erneut eingeengt war. „Zusätzlich hatte sich ein Lungenhochdruck bei deutlich eingeschränkter Herzfunktion gebildet“, betont Kinderherzchirurg Dr. Horke. „Prinzipiell kann dieser Befund bereits ein Grund für eine Herz- oder sogar Herz- und Lungentransplantation sein“, erläutert Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie.

Die Ärzte hatten aber die Hoffnung, dass sich Ninas Herz mit einer funktionsfähigen Klappe wieder erholt und so eine Transplantation vermieden werden könnte. Daher schlugen sie den Eltern vor, Nina eine sogenannte Hannover-Klappe einzusetzen. Diese von Professor Haverich und seinem Team entwickelte tissue-enginierte, dezellularisierte Herzklappe hat sich bei mehr als 150 jungen Patienten bewährt. „Wegen Ninas schlechter Herzfunktion mussten wir in den ersten sechs Tagen nach der Operation eine ECMO, eine Extrakorporale Membranoxygenierung, einsetzen – das ist ein mechanisches Kreislaufunterstützungssystem“, erinnert sich Intensivmediziner Dr. Harald Köditz, Oberarzt der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin. Doch Nina erholte sich nach dem Eingriff Anfang März 2016 nur sehr zögerlich. Eine Herzkatheteruntersuchung zeigte, dass die neue Herzklappe zwar gut funktionierte, das Herz aber weiterhin nur schwach arbeitete.

„Nach ausführlichen Gesprächen mit den Eltern entschieden wir uns Ende April 2016 dafür, Nina für eine Herztransplantation zu listen“, berichtet Dr. Horke. Da ihr Herz mittlerweile so schwach war, dass Lebensgefahr bestand, entschieden sich die Ärzte ein spezielles Herzunterstützungssystem für Kinder zu implantieren. „Damit wollten wir die Wartezeit überbrücken.“ Dr. Murat Avsar, Chirurgie angeborener Herzfehler in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, erläutert die Funktionsweise dieses sogenannten Berlin Heart: „Im Gegensatz zu Herzunterstützungssystemen für Erwachsene, bei denen eine winzige Pumpe direkt ans Herz implantiert wird und nur die Steuereinheit und die Stromversorgung außerhalb des Körpers an einem Gürtel getragen werden, befindet sich bei dem EXCOR-Herzunterstützungssystem auch die Blutpumpe außerhalb des Körpers.“ Das Berlin Heart-„Kunstherz“ wird über Kanülen mit dem Herzen und mit den Blutgefäßen verbunden. Es besteht aus einer Blut- und einer -Luftkammer, die von Membranen getrennt werden. Eine Antriebseinheit steuert die Bewegung von Luft in und aus der Luftkammer. Dadurch bewegen sich die Membranen und saugen Blut in die Blutkammer, oder sie drücken es zurück in die großen Gefäße des Kindes. Ähnlich wie beim Herz steuern in der Blutpumpe Klappen den Blutfluss so, dass er nur in eine Richtung möglich ist, wie Dr. Avsar erläutert, der das Herzunterstützungssystem gemeinsam mit Dr. Horke implantierte.

Eine ungewisse Wartezeit begann: Wann wird es ein Herz für Nina geben? „Dank der Unterstützung durch das Kunstherz war Nina stabil“, erinnert sich Dr. Horke, „ wir mussten aber nach einem halben Jahr zweimal eiweißreiche Flüssigkeit um das Herz entfernen. Nina musste zudem eine schwere Infektion überstehen.“ Am 5. November 2016 kam der rettende Anruf: „Ein Spenderherz für Nina war gefunden, die Größe passte nicht ideal, war aber nach unserer Einschätzung akzeptabel“, sagt Professor Dr. Gregor Warnecke, Profilbereichsleitung Organtransplantation in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. „Spender und Empfänger müssen in Blutgruppe und Gewicht übereinstimmen. Geeignete Spenderorgane sind nicht leicht zu finden, das verhält sich bei Kindern nicht anders als bei den Erwachsenen – daher auch die lange Wartezeit mit mehr als sechs Monaten.“ Am selben Tag transplantierten Professor Warnecke und Dr. Horke Nina erfolgreich mit einem Herz aus dem europäischen Ausland. Es hatte schon einen langen Transportweg in einer speziellen Organperfusionsmaschine, dem Organ Care System, hinter sich.

„In den folgenden sechs Wochen erholte sich Nina stetig, so dass sie noch vor Weihnachten unsere Intensivstation verlassen konnte und auf die Allgemeinstation 68 verlegt wurde“, sagt Dr. Köditz. Am 10. Januar 2017 konnte sie nach Hause entlassen werden – nach acht Monaten in der MHH-Kinderklinik! „Dass es Nina wieder so gut geht, ist ein wunderbarer Erfolg“, betont Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, „und es zeigt, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die fachlichen Expertisen sind, die wir im Zentrum für Kinder und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern vorhalten können.“

Professor Haverich gibt zu bedenken, dass die Leidenszeit von Nina kürzer gewesen wäre, wenn mehr Menschen der Organspende positiv gegenüber stünden. „Leider ist derzeit das Gegenteil der Fall: In Deutschland sinken die Zahlen der durchgeführten Organtransplantationen .“ Der Herzchirurg appelliert an die Bevölkerung, sich zu überlegen, wie man reagieren würde, wenn man selbst oder ein naher Angehöriger betroffen wäre: „Wäre Ihnen dann der Tod auf der Warteliste auch noch egal?“
Die MHH ist Deutschlands größtes Transplantationszentrum. Im Jahr 2016 transplantierten die Ärzte 410 solide Organe. Darunter waren 21 Herztransplantationen, davon fünf bei Kindern. In diesem Jahr sind es bislang 19 Herztransplantationen, davon drei bei Kindern.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Alexander Horke, Telefon (0511) 532-9829, .

Quelle: idw

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