openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Entlastungsleistungen in der Pflege werden wenig genutzt

16.11.2017 • 11:12 Uhr • Gesundheit & Medizin

(openPR) Presseinformation
16. November 2017

Entlastungsleistungen in der Pflege werden wenig genutzt

Bochum: Pflegebedürftige, die Leistungen der ambulanten Pflege erhalten, haben zusätzlich Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich - etwa für Unterstützung und Hilfe im Alltag. Dieser Betrag wird jedoch von den Pflegebedürftigen wenig genutzt. Die VIACTIV Pflegekasse hat festgestellt, dass nur wenig mehr als ein Drittel ihrer Anspruchsberechtigten von dieser Leistung Gebrauch macht.



Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig. Das ist nicht nur Folge der demographischen Entwicklung; aktuell ist es auch Ergebnis geänderter Gesetzgebung. Die zum 1. Januar 2017 erfolgte Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade und die Anwendung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs haben den Kreis der Bezieher von Leistungen der Pflegeversicherung deutlich erhöht – bei der VIACTIV um rund 4800 Personen. Das entspricht einer Steigerung von etwa 19 Prozent. Rund 21.600 Pflegebedürftige erhalten Leistungen der ambulanten Pflege. Damit haben sie auch Anspruch auf Entlastungsleistungen bis zu 125 Euro monatlich.

Eingesetzt werden kann der Betrag zur Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit
• teilstationärer Pflege
• Kurzzeitpflege
• ambulanten Pflegediensten - in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht für Leistungen im Bereich der Selbstversorgung
• nach Landesrecht anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag. Dies können zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleistungen sein (einkaufen, kochen oder putzen) oder eine Alltags- und Pflegebegleitung, die beispielsweise mit dem Pflegebedürftigen Zeit beim Spielen, Vorlesen oder Spazierengehen verbringt.

Zuständig für die Anerkennung solcher Angebote sind zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen die Kreise und kreisfreien Städte.

Da dieser Betrag für Entlastungsleistungen zweckgebunden ist, wird er nicht pauschal gezahlt. Der Pflegebedürftige muss allerdings die Rechnung über die in Anspruch genommene Leistung bei der Pflegekasse zur Kostenerstattung einreichen.

Welche konkreten Leistungsangebote es gibt, erfahren Versicherte und Angehörige bei der VIACTIV Pflegekasse. Darüber hinaus findet man auf der Internetseite der Landesinitiative-Demenz-NRW eine Datenbank mit Angeboten in Nordrhein-Westfalen, die nach Wohnort sortiert werden kann. (https://www.demenz-service-nrw.de/angebotsverzeichnis/niedrigschwellige-hilfe-und-betreuungsangebote.html?q=entlastungsleistung)

Genutzt werden die Entlastungsleistungen allerdings wenig. So haben bei der VIACTIV im laufenden Jahr bisher lediglich 37,3 Prozent der anspruchsberechtigten Pflegebedürftigen Rechnungen zu Entlastungsleistungen eingereicht. Dabei gibt es zum Teil erhebliche regionale Unterschiede – so haben in Dortmund 44,4 Prozent der Berechtigten, in Bochum 37,3 Prozent oder in Gelsenkirchen 35,1 Prozent die Leistung bei der Pflegekasse in Anspruch genommen. In Rüsselsheim (Hessen) sind es lediglich 19,8 Prozent, in Lübeck (Schleswig-Holstein) sind es 32,0 Prozent und in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) sind es überdurchschnittliche 54,0 Prozent.

„Warum Versicherte diese Leistung nur sehr eingeschränkt nutzen, ist nicht eindeutig bekannt. Ein Grund ist sicher Informationsmangel. Aber auch der Weg der Kostenerstattung wird manchen Pflegebedürftigen von der Antragstellung abhalten“, vermutet Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der VIACTIV. „Natürlich weisen wir bei der Pflegeberatung auf die Entlastungsleistungen und Angebote zugelassener Anbieter hin und ermutigen die Betroffenen ihren Anspruch geltend zu machen.“

Pflegebedürftige, die ihren Leistungsanspruch bisher nicht ausgeschöpft haben, können ihn grundsätzlich in das Folgejahr übertragen. Das gilt auch noch für Ansprüche aus 2015 und 2016; diese können noch bis 31.12.2018 genutzt werden. Nicht ausgeschöpfte Leistungen aus dem laufenden Jahr können nur bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen werden. Weitere Informationen unter 0800 589 13 51.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 980409
 1009

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Entlastungsleistungen in der Pflege werden wenig genutzt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von VIACTIV Krankenkasse

Arbeitsunfähigkeit bei jungen Beschäftigten meist kurz
Arbeitsunfähigkeit bei jungen Beschäftigten meist kurz
Bochum: Junge Beschäftigte leiden besonders oft an Erkrankungen der Atemwege sowie Verdauungsproblemen – deutlich häufiger als ihre älteren Kollegen. Das zeigt eine Untersuchung der VIACTIV Krankenkasse zu Arbeitsunfähigkeitsdaten Beschäftigter bis zum Alter von 25 Jahren. Die meisten Arbeitsunfähigkeitsfälle dieser Beschäftigtengruppe sind allerdings von kurzer Dauer. Untersucht hat die VIACTIV die Arbeitsunfähigkeitsdaten von 22.335 Beschäftigten bis 25 Jahre aus dem Jahr 2017. Berufsstarter und Azubis gehören in diese Gruppe genauso wie j…
Oktober ist Brustkrebsmonat
Oktober ist Brustkrebsmonat
Bochum Mit über 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs bei Frauen in Deutschland die häufigste Krebserkrankung. Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, über 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Zwar trifft es auch jüngere Frauen, am häufigsten tritt Brustkrebs allerdings zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Rechtzeitig erkannt und behandelt ist Brustkrebs in den meisten Fällen heilbar. In jedem Jahr ist der Oktober der Brustkrebsmonat. Für die VIACTIV Krankenkasse Grund genug, auf Leistungen zur Früherk…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Pflegeliebling – der Alltag in den besten HändenBild: Pflegeliebling – der Alltag in den besten Händen
Pflegeliebling – der Alltag in den besten Händen
… auch Quereinsteiger sind willkommenOb Ratzeburg, Lübeck, Hamburg, Schwerin oder Umgebung: Um pflegebedürftigen Menschen an möglichst vielen Standorten vollumfängliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bieten zu können, wird das Einzugsgebiet des Ratzeburger Pflegedienstes stetig erweitert. Kein Wunder, dass das Pflegeliebling-Team immer auf der Suche …
Bild: Wenn die Mutter an Demenz erkranktBild: Wenn die Mutter an Demenz erkrankt
Wenn die Mutter an Demenz erkrankt
… niedrigschwellige, ambulante Unterstützungsangebot müsste bekannter werden. Mir hätte es sehr geholfen, den Alltag mit meiner demenzkranken Mutter besser zu bewältigen.“Die Entlastungsleistungen sind eine wertvolle Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Sorgenden. Zahlreiche Betroffene sind jedoch immer noch nicht ausreichend über ihre Ansprüche …
Bild: Gelder für Entlastungsleistungen drohen zu verfallen - Mehr als eine Million Pflegebedürftige betroffenBild: Gelder für Entlastungsleistungen drohen zu verfallen - Mehr als eine Million Pflegebedürftige betroffen
Gelder für Entlastungsleistungen drohen zu verfallen - Mehr als eine Million Pflegebedürftige betroffen
… zwar bundeseinheitlich Anspruch auf einen so genannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich. Dieses Geld kann und darf aber nur für bestimmte Betreuungs- und Entlastungsleistungen verwendet werden, die in § 45a SGB XI geregelt sind. Die Zulassung von ausführenden Dienstleistern wird allerdings auf Länderebene per Verordnung geregelt. Das hat …
Bild: Pflege- und Betreuungsdienst Kremer vergrößert Firmensitz in Hammersbach
Pflege- und Betreuungsdienst Kremer vergrößert Firmensitz in Hammersbach
… ambulanten Pflege- und Betreuungsdienstes Kremer zählen die Grund- und medizinische Behandlungspflege, die außerklinische Beatmungspflege (Intensivpflege), Betreuungs- und Entlastungsleistungen und die hauswirtschaftliche Versorgung - auch als Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Termindetails: Offizieller Spatenstich war am 29.08.2017 Ort: Hanauer Straße …
Bild: „Ich muss doch für Mama da sein“ – Wenn Pflege Familien an ihre Grenzen bringt
„Ich muss doch für Mama da sein“ – Wenn Pflege Familien an ihre Grenzen bringt
… ein Teufelskreis“, sagt Kuhn. „Man will stark sein, aber genau diese Stärke bricht einem irgendwann das Genick.“Dabei gäbe es Möglichkeiten zur Entlastung: Pflegeberatung, Alltagshilfe und Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI können Angehörige deutlich entlasten – oft schon mit wenigen Stunden pro Woche. Kuhn betont, wie wichtig es ist, Pausen zu …
Bild: Pflegeberatung – Voraussetzung für den Bezug von PflegegeldBild: Pflegeberatung – Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld
Pflegeberatung – Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld
… viel Zeit und Verlässlichkeit unterstützt der Pflegedienst die Pflege in den eigenen vier Wänden und hält für jede Pflegesituation die passenden Betreuungs- und Entlastungsleistungen bereit. Darüber hinaus steht Pflegeliebling Pflegebedürftigen und deren Angehörigen bei allen Fragen rund um die komplexen Themenbereiche der Pflege zur Verfügung – immer …
Bild: Pflegestärkungsgesetz II: Linara 24h Pflege daheim begrüßt Verabschiedung im Bundestag
Pflegestärkungsgesetz II: Linara 24h Pflege daheim begrüßt Verabschiedung im Bundestag
… Branchenverbands VHBP e.V. – die erstmalige Formulierung im § 45a des zweiten Pflegestärkungsgesetzes, in dem ausdrücklich Agenturen zur Vermittlung von Betreuungs- und Entlastungsleistungen als in Betracht kommende Angebote für Pflegebedürftige genannt werden. „Ich bewerte dies als besonders sachgerecht, denn in Deutschland werden rund 200.000 Menschen …
Bild: Umfrage: Jeder Zweite kann aktuell die Pflege zuhause nicht mehr finanzieren
Umfrage: Jeder Zweite kann aktuell die Pflege zuhause nicht mehr finanzieren
… kann. Jeden Dritten belastet, dass durch die Teuerungen nun über den Entlastungsbetrag (125 € monatlich) nicht mehr genug Stunden zusätzliche Betreuung- und Entlastungsleistungen in Anspruch genommen werden können. Lars Kilchert, Gründer und Geschäftsführer von pflege.de, kennt das Problem: „Wir hören von immer mehr pflegebedürftigen Menschen und pflegenden …
Bild: Wertschöpfung durch Sorgende und Pflegende Angehörige (SPA)
Wertschöpfung durch Sorgende und Pflegende Angehörige (SPA)
… Angehörige und Verwandte sowie Freunde und Nachbarn ergänzen das Pflegesetting mit 17,5 Stunden. Die Ambulanten Pflegedienste unterstützen mit 11,4 Stunden die Familien.Entlastungsleistungen seit 25 Jahren für alle gleich Wie schon seit vielen Jahren bekannt, unterscheidet sich die Belastungssituation sehr gravierend bei den unterschiedlichen Pflegegraden. …
Bild: Neues Pflegestärkungsgesetz gilt seit dem 1. Januar
Neues Pflegestärkungsgesetz gilt seit dem 1. Januar
… benötigte Übergangspflege zu ermöglichen und pflegende Angehörige zu entlasten. Neben der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es auch Änderungen bei den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Der Grundbetrag wurde auf 104 €/Monat, der erhöhte Bedarf auf 208 €/Monat, erhöht. Außerdem können Personen mit Pflegestufe 0 neben der Verhinderungspflege …
Sie lesen gerade: Entlastungsleistungen in der Pflege werden wenig genutzt