(openPR) I.
Sprache erzeugt Wirklichkeit, sagt der Konstruktivismus. Das Wort aber ist schon immer bipolarer Natur gewesen. Die Bipolarität findet sich in der Zweiheit von Konsonant und Vokal.
Was bedeutet Bipolarität? Wo kommt sie her? Was bewirkt sie? Wozu dient sie?
Bipolarität lässt sich sehr leicht verstehen, wenn man das Gesetz der Schöpfung kennt. Das Gesetz der Schöpfung lautet:
(1) Jeder Schöpfungsakt ist das Produkt seiner Alchemie. Jeder Schöpfungsakt hat zur Voraussetzung das wechselseitige, gleichwertige Geben und Zurückgeben seiner Gegensatzpaare.
(2) Einheit erscheint als Zweiheit zum Zwecke des Aufbaus eines elektrischen Spannungsfeldes. Das Eine gibt dem Anderen, damit das Andere gleichwertig zurück gibt. Wie auch das Andere gibt, damit das Eine gleichwertig zurück gibt.
(3) Das Gesetz wirkt Alchemie durch Austausch im Geben und Zurückgeben der Gegensatzpaare. Das Gesetz wirkt Erneuerung. Erneuerung ist die Folge des wechselseitigen, gleichwertigen Gebens und Zurückgebens der Gegensatzpaare. Das wechselseitige, gleichwertige Geben und Zurückgeben beginnt in der Integration des Anderen. Das wechselseitige, gleichwertige Geben und Zurückgeben endet in der Abspaltung des Anderen.
(4) Das elektrische Spannungsfeld ist bedingt durch das wechselseitige, gleichwertige Geben und Zurückgeben der Gegensatzpaare. Gibt das Eine, ohne dass das Andere zurück gibt, erlischt das Spannungsfeld. Ohne Spannungsfeld entsteht kein gemeinsamer dritter Nenner. Im gemeinsamen dritten Nenner hat der Mensch seine Erweiterung. In der Erweiterung hat der Mensch sein Vorwärtskommen. Im Stillstand hat der Mensch sein Untergehen.
(5) Das Gesetz ist die Aufzeichnung jeder seiner Bewegungen in all seinen Erweiterungen, und es ist die Aufzeichnung in all seinen Abweichungen vom Gesetz. Das Gesetz ist »Tod« als Aufzeichnung der Abweichung vom Gesetz, und es ist »Leben« als Aufzeichnung der Erfüllung im Gesetz. Das Gesetz ist Realität, Leben und Tod sind seine Gegensatzpaare.
Nach der Kosmologie des altgermanischen Runenweistums entsteht Leben und Tod aus der Interaktion / Kommunikation der beiden Urkräfte Feuer und Eis. Im Eis stehen die Atome still, im Feuer sind sie in Bewegung. Die Urkraft jeglicher Lebendigkeit ist danach also in der Interaktion von Feuer und Eis, in der Interkation von Starre und Bewegung zu finden. Wie aber können Feuer und Eis zusammen kommen? Denn Feuer und Eis sind Gegensätze, die einander ausschließen: Wo Starre ist, kann keine Bewegung sein. Und wo Bewegung ist, kann keine Starre sein. Wie also kommen Feuer und Eis zusammen?
Damit Polaritäten so zusammen kommen können, dass sie sich als Gegensätze nicht gegenseitig aufheben / nivellieren, braucht es ein magnetisches Medium / einen magischen Raum, der die Polaritäten auf »Null« zusammen zieht und bewirkt, dass sie sich (als Null) miteinander austauschen: 0 x 0 = 0. Polaritäten bleiben also nur dann in ihrer Polarität erhalten, wenn sie sich als Null austauschen.
Dieses magnetische Medium / dieser magische Raum, der die Polaritäten in die Null zwingt, ist das Raum-Vakuum. Im Runenweistum wird es Ginnungagap genannt. Das Raum-Vakuum ist Paradoxum per se: Während es sich zu leeren versucht, erfüllt es sich. Das Raum-Vakuum ist der »Nullpunkt«, in dem das Eine zum Anderen wird, ohne dass das Eine das Andere wird. Der menschliche Verstand kann das Paradoxum nicht verstehen. Alles Beginnen und alles Enden, alles Werden und alles Sein ist im Nullpunkt* gegründet.
Jesus nannte den Nullpunkt Liebe.
Summa Summarum:
Das Werden beginnt in der Eins. Die Eins teilt sich in die Zwei. Die Zwei vereinigt sich zur Drei. In der Zahlenfolge Eins- Zwei -Drei verbirgt sich das Geheimnis der sogenannten „heiligen“ Alchemie, dem Gesetz vom Werden aller Dinge.
Das Werden aller Dinge hat also zur Voraussetzung:
ERSTENS
dass sich das ursprünglich Eine in zwei Pole teilt. Aus dieser Teilung heraus entsteht ein Spannungsfeld, ein Kraftfeld. In der Physik heißt es, dass eine Kraft nur in Kraft ist über ihre Gegenkraft.
ZWEITENS
dass sich die zwei Pole miteinander austauschen. Austausch heißt Kommunikation. Ist die Kommunikation gestört, ist auch das Kraftfeld gestört. Ist die Kommunikation erloschen, ist auch das Kraftfeld erloschen.
DRITTENS
dass der Austausch zu einem gemeinsamen Nenner führt. Ist die Kommunikation weder gestört, noch erloschen, dann kommt es automatisch zur Entstehung eines gemeinsamen Nenners, denn so will es das Gesetz.
II.
Das Gesetz der Kommunikation betrifft die Seelenebene. Es besagt, dass das Empfangen aus dem Geben ist und dass das Geben beginnt, wo das Nehmen endet. Was ist Nehmen? Was ist Geben? Wie können wir das Eine vom Anderen unterscheiden? Das Maß der Unterscheidung ist das Haben und das Brauchen: Was ein Mensch hat, das braucht er nicht. Und was er braucht, das hat er nicht.
Ein Beispiel aus der Beziehung der Geschlechter macht es deutlich:
Wie wir aus dem Gesetz der Polarität wissen, ist ein Kraft nur mit ihrer Gegenkraft in Kraft. Hat der eine Beziehungspartner zum Beispiel das Bewusste (der Tag) als Kraft ausgebildet, während der andere Beziehungspartner das Unbewusste (die Nacht) als Kraft ausgebildet hat, dann kommt über das Bindeglied der Beziehung sowohl das Bewusste als auch das Unbewusste in Kraft. Denn so will es das Gesetz der Polarität.
So weit, so gut. Doch wie sieht es mit der Kommunikation auf der Seelenebene aus? Der eine Beziehungspartner braucht das Unbewusste als polare Gegenkraft, der andere Beziehungspartner braucht das Bewusste als polare Gegenkraft. Beide Beziehungspartner sind also im Brauchen verhaftet. Wie wir eingangs gelesen haben, ist das Maß der Unterscheidung zwischen Geben und Nehmen das Haben und Brauchen. Was der Mensch braucht, das hat er nicht. Und was der Mensch nicht hat, das kann er auch nicht geben.
Das Fazit des Beziehungsbeispiels ist also folgendes:
Obwohl jeder Beziehungspartner über den jeweils anderen Beziehungspartner in Kraft ist, ist dennoch die Beziehung auf der Seelenebene ohne Kommunikation, darum weil jeder Beziehungspartner ohne Geben ist.
Was können/ sollen die Beziehungspartner in einem solchen Fall tun?
Jeder Beziehungspartner lernt über den jeweils anderen Beziehungspartner die ihm fehlende polare Gegenkraft zu verinnerlichen: Der Beziehungspartner, der den Tag als polare Kraft ausgebildet hat, lernt die Nacht als polare Gegenkraft auszubilden. Der Beziehungspartner, der die Nacht als polare Kraft ausgebildet hat, lernt den Tag als polare Gegenkraft auszubilden.
Wenn die Beziehungspartner die Verinnerlichung als solche nicht vollziehen, dann bilden sie auf der Seelenebene eine Abhängigkeit aus. Die Abhängigkeit auf der Seelenebene wiederum hat zur Folge, dass die Wirkkraft aus den beiden polaren Gegenkräften des Bewussten und Unbewussten, - die ja über das Bindeglied der Beziehung zustande gekommen war -, mit der Zeit weniger und weniger wird, bis sie am Ende erlischt.
Warum ist das so?
Weil die Wirkkraft ohne Nahrung ist. Denn die Nahrung der Wirkkraft ist die Kommunikation im Geben und Zurückgeben. So also hängen die Dinge zusammen.
Anm*
Im zentralen Punkt der Welt ist gleichzeitig Stille und Bewegung. Bewegung ist Zeit. Stille ist Ewigkeit...Zu erkennen, dass dieser Augenblick im Leben tatsächlich ein Moment der Ewigkeit ist und den Ewigkeitsaspekt im zeitlichen Tun zu erfahren, darin besteht die mythologische Erfahrung... Transzendenz ist die Erfahrung dessen, was ein Zentrum überall hat, dessen Umfang jedoch nirgendwo ist und jeder von uns ist eine Manifestation dieses Mysteriums (Joseph Campbell)
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