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weitergeben – Engagementpreise 2018 gehen an elf gemeinnützige Projekte

27.09.201718:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Bonn, 27. September 2017. Der Stipendiat Lasse Paetz erhält den Engagementpreis 2018 der Studienstiftung. Vier weitere Stipendiatinnen und ein Stipendiat werden als Finalisten geehrt. Bei den Starterpreisen, mit denen ehrenamtliche Initiativen in der Aufbauphase unterstützt werden, setzen sich fünf Projekte durch. Die Preise werden im Rahmen einer Festveranstaltung am 4. Juni 2018 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften verliehen.



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Engagementpreisträger

Der mit 5.000 Euro dotierte Engagementpreis 2018 geht an Lasse Paetz und sein Projekt „Bildungsfestival“. Das Bildungsfestival ist eine viertägige Netzwerkveranstaltung, die Projektgruppen von Jugendlichen aus strukturschwachen Regionen die Möglichkeit gibt, sich weiterzubilden. Einmal im Jahr kommen rund 120 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland zusammen, tauschen sich zu den Themenschwerpunkten Nachhaltigkeit und Multikulturalität aus und schulen sich gegenseitig. Sie treffen auf Verantwortungsträger aus Politik, Bildung und Sozialunternehmertum und nehmen an Kompetenztrainings teil. Im Rahmen des Bildungsfestivals zeigen die Jugendlichen ihren Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, der Öffentlichkeit und nicht zuletzt sich selbst, was sie bewegen können.

„Der Engagementpreis 2018 der Studienstiftung bedeutet für mich eine öffentliche Anerkennung unserer Bildungsarbeit mit benachteiligten Jugendlichen“, sagt Lasse Paetz. Mit dem Preisgeld sollen künftig während der Vorbereitungswochenenden die Reisekosten und die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler im Beirat bereitgestellt werden.

Lasse Paetz ist seit Dezember 2012 Stipendiat der Studienstiftung. Der 28-Jährige studiert Philosophy, Politics and Economics an der Universität Witten/Herdecke. Das Projekt „Bildungsfestival“ überzeugte die Jury, denn „es adressiert die frühe Vernetzung von Jugendlichen aus struktur- und bildungsschwachen Regionen und wirbt für eine inklusive Demokratie und Gesellschaft“, so Jury-Mitglied Dr. Joana Breidenbach, Mitgründerin von betterplace.org und Gründerin des betterplace lab.

Engagementpreis-Finalisten

Neben dem Preisträger Lasse Paetz hat die Jury vier weitere Bewerberinnen und einen Bewerber als Finalisten in der Kategorie Engagementpreis prämiert, deren Projekte das vielfältige Engagement der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienstiftung widerspiegeln: Anne Dietzsch ist in der „Akademie für transkulturellen Austausch“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig aktiv, einem einzigartigen Studienangebot für geflüchtete Kunst- und Designstudierende. Juliane Hoss hat den Verein „Bridging Gaps“ gegründet, der sich in Deutschland und Südafrika gegen Rassismus einsetzt. Rick Wolthusen wirkt mit seinem Verein „On The Move“ in Westafrika der Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegen. Aurelia Streit hat die Internet-Plattform „Refugee Project Maastricht“ für Studierende und Geflüchtete gegründet. Lea Babucke engagiert sich gemeinsam mit anderen Studierenden im „Studentischen Forum für Strafgefangene“, das Studierende der Universität Hamburg und Strafgefangene für einen Austausch über gesellschaftliche und politische Fragen an einen Tisch bringt. Für den Engagementpreis lagen insgesamt 39 Bewerbungen vor.

Starterpreisträger

In der Kategorie Starterpreise lagen der Jury 31 Bewerbungen vor. Drei Stipendiatinnen und zwei Stipendiaten konnten mit ihren Bewerbungen hier in besonderer Weise überzeugen: Ruth Weber bringt sich in der Freiburger Initiative „Bike Bridge“ für geflüchtete Frauen ein. Der angehendes Lehrer Markus Görlich baut im Team das Bildungsprojekt „Educto – Challenging Educational Design“ auf, das eine bessere Vernetzung von Lehrenden untereinander fördert. Marco Tabor hat das Tanz- und Theaterprojekt „MultiMoves“ ins Leben gerufen, das die Integration Geflüchteter in Dresden unterstützt. Anna van Keßel gehört zum Gründungsteam von „RecyCoal“, einer Initiative für die nachhaltige Produktion von Kohlebriketts in Afrika. Julia Schmidt hat die „WeltFAIRsteher“ mit initiiert, ein Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung, das sich an Schülerinnen und Schüler in Deutschland richtet.

Das Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro unterstützt die ausgewählten Starterpreis-Projekte bei dem Übergang aus der Konzeptions- in die Praxisphase.

Preisverleihung und Spendenaufruf

Der Engagementpreisträger, die Finalisten und die Starterpreisträger werden ihre Initiativen im Rahmen einer Festveranstaltung am 4. Juni 2018 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften präsentieren. Mit den „weitergeben – Engagementpreisen“ würdigt die Studienstiftung des deutschen Volkes den Einsatz ihrer Geförderten für gemeinnützige Projekte, die sie selbst initiiert haben oder für die sie in verantwortungsvoller Position tätig sind.

In diesem Jahr unterstützt die Studienstiftung dieses gesellschaftliche Engagement erstmals mit einem breit angelegten Spendenaufruf. Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie ab 20. November auf der Homepage der Studienstiftung.

Die Projekte im Einzelnen:

Kategorie I: Starterpreise

Preisträger

Bike Bridge
Ruth Weber, Promotion Jura, Universität Freiburg
Die Initiative „Bike Bridge“ aus Freiburg unterstützt geflüchtete Frauen darin, mobiler zu werden – mit dem Fahrrad. In Deutschland ist das Radfahren eine Selbstverständlichkeit, die „Bike Bridge“ weitergibt: durch kostenfreien Unterricht, praktisches Training und organisierte Fahrradtouren. Nebenbei haben die Teilnehmerinnen so die Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu treten und ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Mit ihrem Angebot trägt die Initiative zur Integration geflüchteter Frauen bei.

Educto – Challenging Educational Design
Markus Görlich, Masterstudium Chemie, Technische Hochschule Aachen
Das Projekt „Educto – Challenging Educational Design” möchte Brücken in der Bildungslandschaft bauen: zwischen aktuellen und ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern sowie unterschiedlichen Schulen. Durch die aktive Vernetzung der Akteure will „Educto“ gezielt den Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen Lehrergenerationen und Bildungsinstitutionen fördern. Positive Impulse zur Weiterentwicklung des Schulsystems, die von anderen Netzwerken und Initiativen gesetzt werden, möchte „Educto“ systematisch aufbereiten und Lehrenden in Seminaren und Workshops zur Verfügung stellen.

MultiMoves
Marco Tabor, Mechatronik, Technische Universität Dresden
„MultiMoves“ ist ein Integrationsprojekt, das mit künstlerischen Mitteln aus Tanz und Theater den Austausch zwischen Geflüchteten und Dresdnern fördert. „MultiMoves“ wurde als offener interkultureller Tanz- und Theater-Workshop gestartet, in dem wöchentlich Geflüchtete und Dresdner in einem geschützten Raum in Kontakt kommen, sich kennenlernen und miteinander Deutsch sprechen. Tanz und Theater dienen hier als niederschwelliger und projektorientierter Einstieg. Eine künstlerische Produktion entsteht derzeit in Kooperation mit dem Dresdner Festspielhaus Hellerau.

RecyCoal
Anna van Keßel, Masterstudium BWL, Technische Hochschule Aachen
Die Initiatoren von „RecyCoal“ haben ein Konzept zur Herstellung von Kohlebriketts in Afrika entwickelt, die durch einen kontrollierten Pyrolyseprozess aus Ernteüberresten und Grünschnitt gewonnen werden. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, liegt dem Projekt ein unternehmerisches Konzept zugrunde: Nach der Anfangsinvestition in das Pyrolysesystem kann der Betreiber die produzierten Kohlebriketts für den Eigenbedarf nutzen oder gewinnbringend auf dem lokalen Markt vertreiben. Mit diesem Ansatz verfolgt „RecyCoal“ gleich mehrere Ziele: eine Reduzierung der gesundheitsschädlichen Rauchgasemission in afrikanischen Haushalten, ein Rückgang der Abholzung und damit der Erhalt natürlicher Waldbestände sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Mit seinen Partnern vor Ort konnte „RecyCoal“ Ende 2016 mit der Umsetzung des Projekts beginnen.

WeltFAIRsteher
Julia Schmidt, Internationale Wirtschaftswissenschaften, Universität Sciences Po Paris
„WeltFAIRsteher“ ist ein bundesweites Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung, in dem Schülerinnen und Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe aller Schulformen im Rahmen eines Wettbewerbs spielerisch zum Nachdenken und Handeln angeregt werden. Innerhalb eines Jahres müssen die Jugendlichen Aufgaben aus unterschiedlichen Kategorien der Nachhaltigkeit bearbeiten, die sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen orientieren: Energie und Mobilität, Ernährung, Klimawandel, Produktion und Konsum, Soziale Verantwortung sowie Wasser und Ressourcen. Die Aufgaben des Wettbewerbs, die so genannten „Challenges“, sowie die Unterrichtsmaterialien sind mit kurzer Anleitung auf der Homepage des Projekts „WeltFAIRsteher“ verfügbar.

Kategorie II: Engagementpreis

Preisträger

Bildungsfestival e.V.
Lasse Paetz, Masterstudium Philosophy, Politics and Economics, Universität Witten/Herdecke
Das „Bildungsfestival“ ist eine viertägige Netzwerkveranstaltung, die Projektgruppen von Jugendlichen aus strukturschwachen Regionen die Möglichkeit gibt, sich weiterzubilden. Einmal im Jahr kommen rund 120 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland in Essen zusammen, tauschen sich zu den Themenschwerpunkten Nachhaltigkeit und Multikulturalität aus und schulen sich gegenseitig. Sie treffen auf Verantwortungsträger aus Politik, Bildung und Sozialunternehmertum und nehmen an Kompetenztrainings teil. Im Rahmen des Bildungsfestivals zeigen die Jugendlichen ihren Lehrerinnen und Lehrern, Eltern, der Öffentlichkeit und nicht zuletzt sich selbst, was sie bewegen können.

Finalisten

Akademie für transkulturellen Austausch (ATA)
Anne Dietzsch, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Die „Akademie für transkulturellen Austausch“ (ATA) an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig ist das bundesweit erste Studienangebot für geflüchtete Kunst- und Designstudierende, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regulär immatrikuliert sind und einen vollwertigen akademischen Abschluss erwerben können. Mit der Aufnahme von Geflüchteten verbindet die HGB Leipzig die Aufgabe, Transkulturalität im Studienalltag zu leben und damit nicht nur ihre Willkommenskultur für ausländische Studierende und Lehrende weiterzuentwickeln, sondern auch die Internationalisierung der Lehre zu intensivieren.

Bridging Gaps e. V.
Juliane Hoss, Masterstudium Psychologie, London School of Economics
Der Verein „Bridging Gaps “ setzt sich seit 2015 im Rahmen von Workshops, Jugendcamps und kreativen Projekten in Deutschland und Südafrika gegen Rassismus und eine ungleiche globale Machtverteilung ein sowie für mehr Bildungsgerechtigkeit. In Diskussionsrunden, Ausstellungen und einem deutsch-südafrikanischen Jugendaustausch sollen junge Menschen lernen, wo Rassismus im Alltag entstehen kann, welche Bedeutung die globale Ungleichheit in diesem Zusammenhang hat und wo für den Einzelnen Handlungsmöglichkeiten liegen, um diskriminierende Strukturen aufzubrechen. Ziel des Vereins ist es, eine kritische Öffentlichkeit zu schaffen, die sich den eigenen Vorurteilen stellt und sich gegen Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung positioniert. Juliane Hoss wird für ihr Projekt bereits zum zweiten Mal als Finalistin der „weitergeben – Engagementpreise“ ausgezeichnet.

On The Move e. V.
Rick Wolthusen, Humanmedizin, Technische Universität Dresden
Der Verein „On The Move“ ist seit 2015 in Westafrika aktiv, um die Bevölkerung stärker über die Funktionsweise des Gehirns aufzuklären und damit langfristig einer Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegenzuwirken. Aus dieser Initiative ist 2015 das Bildungsprogramm „Brain Awareness“ hervorgegangen. Zur unmittelbaren Verbesserung der Lebenssituation Betroffener haben die Initiatoren zusätzlich das Projekt „Brain Cycles“ ins Leben gerufen, das Patienten mit psychischen Erkrankungen eine Berufsausbildung als Fahrradmechaniker ermöglicht. Zusammengeführt werden diese Bestrebungen nun im „Home of Brains“, einem Informationszentrum mit integrierten Therapieräumen, der als Ort des Austausches, der Aufklärung und der Ausbildung dient. Rick Wolthusen wurde mit „On the Move“ bereits als Finalist 2016 und mit „Brain Cycles“ als Starterpreisträger 2017 der „weitergeben – Engagementpreise“ ausgezeichnet.

Refugee Project Maastricht
Aurelia Streit, Masterstudium Entwicklungsstudien, LSE London
Das „Refugee Project Maastricht“ wurde 2015 als Studenteninitiative ins Leben gerufen und bietet Studierenden und Geflüchteten in Maastricht eine Plattform für den interkulturellen Austausch. Das „Refugee Projekt Maastricht“ wird durch die Stadt Maastricht, lokale Nichtregierungsorganisationen und die Universität unterstützt und hat es geschafft, den Großteil der Angebote für Geflüchtete in der Region Maastricht über die Plattform zu vernetzen. Rund 300 Studierende sind in dem Projekt ehrenamtlich aktiv und engagieren sich in der Flüchtlingspolitik.

Studentisches Forum für Strafgefangene (StuFoS)
Lea Babucke, Promotion Jura, Universität Hamburg
Das „Studentische Forum für Strafgefangene“ (StuFoS) ist eine Gesprächsrunde zwischen Studierenden der Universität Hamburg und Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Billwerder. Sie findet einmal im Monat statt. Die Themen – etwa aus Gesellschaftspolitik, Kriminologie, Philosophie oder Rechtspolitik – setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab selbst. Vorbereitet werden die Gesprächsrunden durch die Studierenden der Universität Hamburg.

Quelle: idw

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