(openPR) Nichtstun ist so ziemlich das schwierigste „Tun“ im Leben. Es fühlt sich an, wie in einem dunklen Raum mit sich alleine zu sein. Die Buddhisten sagen, dass alles Unglück im Leben nur daher kommt, dass der Mensch nicht nichts tun kann.
Biologen haben herausgefunden, dass Innehalten und Nichtstun die Aktivität der Gehirnwellen verlangsamt, den Blutdruck senkt, die Durchblutung fördert, den Energiehaushalt des Körpers verbessert, Stress reduziert und das Immunsystem stärkt. Grund genug also, das Nichtstun zu erlernen.
Was genau bedeutet Nichtstun?
Der Mensch kann nämlich nicht wirklich nichts tun. Selbst wenn der Mensch eine Stunde durch das Wohnzimmerfenster in den Garten schaut, dann sieht er sich die Bäume und Blumen an, oder er beobachtet die Vögel und wird dabei auch an bestimmte Dinge denken.
Was also bedeutet Nichtstun?
Nichtstun bedeutet die Seele baumeln lassen, die Gedanken schweifen lassen. Nichtstun ist der Gegenpol zum zielgerichteten Tun. Nichtstun ist Gemütlichkeit, Entschleunigung. In Dänemark sollen die nach Umfragen glücklichsten Menschen leben. Als Schlüssel gilt dort "Hygge", was so etwas wie Gemütlichkeit bedeutet, d.h. eine Kerze anzünden, Handy ausschalten, heißen Kakao trinken, zurücklehnen und dem schnellen Leben für ein Weilchen entsagen.
Nach Ruhepausen ist der Mensch leistungsfähiger. Diese Zeit ist effektiv nicht verloren, sondern überaus nützlich. Zudem zeigt sich, dass nach Ruhephasen oder bewusstem Abschalten die Kreativität steigt und der Mensch besser auf gute neue Ideen kommt. Nichtstun macht also leistungsfähiger und kreativer.
Manchen Menschen ist das Nichtstun aber unerträglich. Nichtstun? Mal einfach gar nichts machen? Einfach in den Tag hineinleben? Die schönen Dinge des Lebens genießen? Loslassen? “Nein”, sagen diese Menschen „Nichtstun ist nix für mich! Machen, machen, machen, das ist mein Motto. Schließlich habe ich genug Ideen, die ich in die Welt hinaustragen will, da passt Nichtstun nicht in mein Bild!“
So oder ähnlich könnte die Stimme des inneren Kritikers lauten, der sich gegen das Nichtstun zur Wehr setzt. Bis dann der Kopf leer ist, das Herz müde wird und die Kreativität versiegt... Mit anderen Worten: Nichtstun will gelernt sein und Nichtstun will erkämpft sein. Hier die 7 Phasen, wie sich der Kampf gegen den inneren Kritiker gestalten kann:
Phase 1: Rebellion
„Bringt eh alles nichts.“ Mit schmollenden Mund und verschränkten Armen sitzt der innere Kritiker auf dem Sofa und ruft ein lautes „Paaaaaaah!“ in die Welt.
Phase 2: Scham und Zweifel
„Kannst du dir das überhaupt leisten, nichts zu tun?“ Der innere Kritiker steht im Türrahmen mit erhobenem Zeigefinger und Blick auf die Rechnungen.
Phase 3: Duldung und Resignation
„Na ja, du wirst schon sehen, was du davon hast!“ Der innere Kritiker tut nur so als ob er klein beigibt, während er ein schlechtes Gewissen macht.
Phase 4: Abschied und Trauer
„Dann eben ohne mich!“ Jetzt erst verschwindet der innere Kritiker und es stellt sich ein erstes Loslassen ein, das aber noch mit dem Gefühl der Leere verbunden ist.
Phase 5: Öffnung und Entspannung
Es muss jetzt nicht mehr das Fachbuch sein, das gelesen werden muss, es kann jetzt auch „nur“ ein Krimi sein oder ein Spaziergang im Wald oder eine Tasse Kaffee im Park.
Phase 6: Belebung
Und plötzlich vibriert die Lebensenergie wieder und innen sprudelt es nur so von Kreativität und Lebenslust.
Phase 7: Der Nichtstun-Tag ist geboren
Und fortan pflegt der Mensch wieder einen Ruhetag in der Woche und der innere Kritiker hat für diesen einen Tag seinen wohlverdienten Urlaub.
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