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Kirchenportale interdisziplinär untersucht

07.09.201716:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Kirchenportale interdisziplinär untersucht
So sieht das hochauflösende 3D-Modell einer Madonnenfigur aus. (Foto: Universität Bamberg)
So sieht das hochauflösende 3D-Modell einer Madonnenfigur aus. (Foto: Universität Bamberg)

(openPR) Neue kunstgeschichtliche Erkenntnisse durch Kombination von geisteswissenschaftlichen und technischen Methoden

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Engel, die jubeln, Propheten, die schauen, Heilige, die lächeln: das mittelalterliche Portal als Ort der Transformation und das in doppelter Hinsicht! Denn das, was diesen Skulpturen ins Gesicht geschrieben steht, kündet von dem, wonach der eintretende Kirchbesucher strebt: die Erlangung der Gottesschau. Vom Irdischen zum Himmlischen, vom Körperlichen zum Geistigen: Wie bildet sich dieser zentrale Gedanke der christlichen Transformation am mittelalterlichen Portal ab? Wie kann gestaltloser Glaube materiell sichtbar werden? Diesen Fragen geht das interdisziplinäre Projekt „Portale als Ort der Transformation“ der Universität Bamberg mit geisteswissenschaftlichen und technischen Methoden nach. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 800.000 Euro gefördert.



Projektleiter und Kunsthistoriker Prof. Dr. Stephan Albrecht, Bauforscher Prof. Dr. Stefan Breitling und Restaurierungswissenschaftler Prof. Dr. Rainer Drewello sowie neun weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untersuchen dazu fünf Portale von prominenten europäischen Sakralbauten: die Querhausportale der Kathedrale Notre-Dame de Paris, das Bischofs- und Singertor des Wiener Stephansdoms, das Petersportal am Kölner Dom, das Gerichtsportal der Kathedrale von Laon sowie die Gnadenpforte des Bamberger Doms.

Die Zusammenarbeit zwischen Bauforschung, Restaurierungswissenschaft und Kunstgeschichte ermöglicht einen tiefen Einblick in die materielle und ideelle Gestaltung der Portale: Jedes dieser Objekte wird zunächst per Laserscan dreidimensional vermessen, eine Technik, die nur wenigen Instituten zur Verfügung steht. Dann untersuchen die Projektmitarbeiter vor Ort eine Woche lang Figurengrößen, Steine, Material, Kleber und die Oberflächenfarbe: Ein fast unsichtbarer Farbrest an einer Figur, eine kleine Ausbesserung an einer Fuge – dies verrät den Forschern viel über Geschichte und Wandlung der Kirchen, aber auch über Glauben und Religiosität im Mittelalter.

Jeder Fachbereich bringt seine Spezialfähigkeiten ein: Rainer Drewello ist auch Chemiker und untersucht die farbigen Fassungen und Oberflächen, Stefan Breitling ist Architekt und kümmert sich um die bautechnischen Aspekte wie Statik und Mauertechnik. Stephan Albrecht kann als Kunsthistoriker die Bildsprache und die Figuren in einen historischen Zusammenhang bringen, Vergleiche anstellen und Rückschlüsse ziehen: Wie wurde den eintretenden Kirchenbesuchern in verschiedenen Jahrhunderten die baldige Gottesschau angekündigt? Die drei Professoren kooperieren seit sechs Jahren. „Das ist weltweit einmalig, dass wir uns in dieser Konstellation mit Kathedralen beschäftigen. Zusammen erfahren wir viel mehr als einer alleine“, sagt Stephan Albrecht.

Mithilfe der 3D-Scan-Lasertechnik gelang den Forschern ein bislang einzigartiger Blick in die Konstruktion der Pariser Kathedrale. Bisher ging man davon aus, dass das Südquerhaus zwanzig Jahre nach dem Nordquerhaus entstanden ist, quasi als „Konkurrenzprodukt“. Doch die drei Bamberger Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sie beide nach demselben Plan gleichzeitig aufgemauert wurden und somit aus der gleichen Zeit stammen müssen. „Kunstgeschichtlich ist diese Erkenntnis überaus bedeutsam, da sich viele wissenschaftliche Arbeiten mit der vermeintlich unterschiedlichen Entstehungsgeschichte und ihren jeweiligen Künstlerpersönlichkeiten auseinandergesetzt haben“, sagt Stephan Albrecht. „Jetzt muss die Fachwelt die beiden Querhäuser völlig neu erforschen.“

Den vollständigen Artikel finden Sie unter: www.uni-bamberg.de/news/artikel/kirchenportale

Foto: So sieht das hochauflösende 3D-Modell einer Madonnenfigur aus.
Quelle: Universität Bamberg

Weitere Informationen für Medienvertreterinnen und Medienvertreter:

Kontakt für inhaltliche Rückfragen zum Projekt:
Prof. Dr. Stephan Albrecht
Lehrstuhl für Kunstgeschichte, insbesondere für Mittelalterliche Kunstgeschichte
Tel.: 0951/863-2400 od. -2398 (Sekr.)
E-Mail

Prof. Dr. Stefan Breitling
Professur für Bauforschung und Baugeschichte
Tel.: 0951/863-2344 od. -2402 (Sekr.)
E-Mail

Prof. Dr. Rainer Drewello
Professur für Restaurierungswissenschaft in der Baudenkmalpflege
Tel.: 0951/863-2370 od. -2402 (Sekr.)
E-Mail

Medienkontakt:
Patricia Achter
PR-Volontärin
Tel.: 0951/863-1146
E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.uni-bamberg.de/news/artikel/kirchenportale (Link zum vollständigen Artikel)

Quelle: idw

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