(openPR) Kinder mit Kriegstraumatisierungen oder gemeinsam erlebter Naturkatastrophen wurden gebeten, den schlimmsten Moment des Erlebten zu erinnern und ein Bild von dieser Erfahrung zu malen. Sodann wurden die Kinder gebeten, sich selbst so lange bilateral zu tappen, bis sich das Bild in ihrem Kopf veränderte. Dann wurde die Selbststimulation unterbrochen, ein weiteres Bild gemalt und erneut bilateral stimuliert. Dieser Prozess wurde solange fortgesetzt, bis die Bilder für jedes Kind positiv wurden und positiv blieben.
Warum macht man das? Was steckt dahinter?
In der Fachsprache spricht man von so genannten Stress-Imprintings. Normalerweise ist ein gesunder Schlaf ausreichend, um die am Tag erlebten Sinneseindrücke zu verarbeiten. Manchmal aber kommt es vor, dass ein Erlebnis so heftig ist, dass es in der Nacht nicht verarbeitet werden kann. Das hat zur Folge, dass die Erinnerung an das Ereignis nicht wie sonst verblasst, sondern auf unangenehme Weise so lebhaft im Kurzzeitgedächtnis stecken bleibt, als sei alles gerade erst gestern geschehen.
Diese Stress-Imprintings bleiben also unverarbeitet im System stecken und lassen den Betroffenen „wie von der Tarantel gestochen“ überreagieren, wann immer etwas in der Außenwelt ihn an das alte, aber noch immer nicht vergessene Ereignis erinnert.
In der Folge meidet er dann - mehr unbewusst denn bewusst - ganz bestimmte Menschen oder ganz bestimmte Orte, um sich selbst vor diesen hilflosen Momenten des Ausgeliefertseins an die nicht zu kontrollierenden Überreaktionen zu schützen.
Oder er zeigt mit dem Finger auf der/die/das Andere und schiebt der Außenwelt die Schuld für seine Überreaktionen in die Schuhe.
Wie dem auch sei:
Das Übel der Überreaktion ist im Stress-Imprinting „begraben“. Und da muss es auch ausgegraben und in die Verarbeitung zurück geschickt werden, damit sich im System endlich ein Vergessen und Verblassen des schon längst vergangenen Ereignisses einstellt.
http://sbaerle.com/hello-world-10/













