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Nachruf zum Tode von Susanne Spöndlin

27.07.201709:43 UhrKunst & Kultur

(openPR) "Lange Zeit bin ich dem Schreiben davongelaufen", teilte Susanne Spöndlin am Ende ihres Lebens ihrem Verlag mit. "Und fing erst damit an, als mir nichts anderes blieb, wenn ich leben wollte, statt stumpfsinnig zu existieren." Sie lebte über 90 Jahre, bis zu einem Sturz, mit ihrer Schwester im Haus der Eltern und wurde dann von der Familie, vom Personal des Pflegezentrums Mattenhof und von der Helferin und Freundin Astrid Weisskopf liebevoll gepflegt.



Nach einem ersten Anfang im literarischen Schreiben hatte sie sich entschlossen der Musik zugewandt und sich ihr Leben lang einer musikpädagogischen Tätigkeit gewidmet. Der zufällige, späte Kontakt mit dem Verleger der Frankfurter Verlagsgruppe brachte die Wende. Susanne Spöndlin wurde zur Schöpferin zahlreicher Erzählungen, die sich durch Beobachtung, fein differenzierte Betrachtung und durch eine leise, erfrischende Ironie auszeichnen. Buchtitel wie "Ich trat ins Blumenbeet, Geschichte einer Jugendzeit" oder "Tiefsinnige Gedanken einer Kuh" stehen neben für Kinder und Erwachsene liebevoll nacherzählten biblischen Geschichten, die auch in Solothurner Mundart erschienen sind. Die kluge Zeitzeugenbeobachtung "Kartoffeln vor dem Opernhaus, Zürich erlebt den Krieg", erschien 2008 in der Reihe "Silhouetten aus dem Großen Hirschgraben" der Frankfurter Cornelia Goethe Akademie.

Das autobiographische Element war das bestimmende Potential im Werk der Schriftstellerin. Mit sprachlicher Präzision stellt sie in ihren Werken eine befreiende Distanz zu sich selber her, deren Heiterkeit erst nicht merken läßt, daß die Schilderungen auf exakter Analyse beruhen. Die Selbstunzufriedenheit und Unsicherheit der Autorin, die nichts für selbstverständlich nahm, war das Vergrößerungsglas, durch das sie die Welt und ihre normal erscheinenden Merkwürdigkeiten betrachtete. "Warum ich schreibe?", fragte sie ihren Verleger. "Ich weiß es nicht genau. Vielleicht aus Liebe zur Welt. Und vielleicht auch, um zu versuchen, unsere bescheidenen menschlichen Werte so durchsichtig wie möglich zu machen, damit die großen, richtigen ein wenig hindurchschimmern können."

Über zehn Jahre hat Susanne Spöndlin jedes Jahr Stipendien für unbemittelte Fernstudenten an der Cornelia Goethe Akademie gestiftet und damit in den Biographien anderer Autoren Denkmale ihrer Zugewandtheit und Liebe zu den Menschen hinterlassen. Sie hatte einen Sitz im Kuratorium der Frankfurter Goethe Akademie, in dem Meinungsbildner aus Wirtschaft und Kultur die Akademie unterstützen, und reiste zu den Sitzungen quer durch Europa. Unvergessen ist ihr Auftritt im Grandhotel Heiligendamm an der Ostsee, sie, die hochgewachsene alte Dame, im hocheleganten Versace-Kleid, die unerkannte Intellektuelle, die im persönlichen Umgang so geschickt verbarg, daß sie über das Leben ganz genau Bescheid wußte. Durch ihr Votum unterstützte sie die Einrichtung des Studiums "Literarisches Schreiben" von Dr. Claus Vainstain in Braille-Schrift, zur Förderung der Sehbehinderten und Blinden.

Die Anerkennung der weiteren Öffentlichkeit blieb der Schriftstellerin versagt. Nur einmal wurde sie ihr zu Teil. Ihr Verleger erzählte in seinem jährlichen Bericht an die Autoren der Frankfurter Verlagsgruppe von der hochbegabten Schriftstellerin, der das Leben auch ganz zuletzt noch eine besonders schwierige Aufgabe stellte. Er berichtete von ihrer Sehschwäche und Harthörigkeit und von ihrer großartigen Dankbarkeit gegen alle, die sich um sie kümmerten, unter dem Titel: "Die alte Schriftstellerin im leeren Zimmer". Die Liebe, die sie zu allen Zeiten ihres Lebens auch an ganz Fremde verschenkt hatte, sollte sie nun selber stark machen - kurz vor Heiligabend erreichten Susanne Spöndlin Hunderte Zuschriften aus aller Welt. Diese drückten die Bewunderung für ihr Werk aus und ließen sie fühlen: Alles ist gut.

Dr. Prinz von Hohenzollern, London

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