(openPR) Vorschlag der Krankenkassen für Festbeträge von ableitenden Inkontinenzprodukten weist aus Sicht der Leistungserbringer noch Lücken auf
Berlin, 4. August 2006. Das Forum Stoma-Inkontinenz (FSI) fordert, die notwendige Dienstleistung bei der Vergütung von ableitenden Inkontinenzprodukten stärker zu berücksichtigen. Andernfalls, so FSI-Sprecherin Daniela Piossek, sei die derzeitige Versorgungsqualität nicht zu halten. Der Entwurf der Kassen im Rahmen der seit Juni laufenden Anhörungsfrist zur Preisbildung berücksichtigt bei der Erstattung die mit dem Produkt verbundene Serviceleistung nicht bzw. nicht ausreichend. Hier sind Nachbesserungen notwendig.
Positiv bewertet das FSI die erkennbare Nutzung der vom BVMed zur Verfügung gestellten Marktanalyse sowie die gesonderte Ausweisung der Mehrwertsteuer. Allerdings ist aus den vorgelegten Zahlen zur Festbetragshöhe erneut der Preisfindungsmechanismus nicht ersichtlich. So lassen die vorgeschlagenen Festbeträge keine Rückschlüsse zu, welche Faktoren – Rabatte, Dienstleistungsaufschlag – zur Preisfindung herangezogen wurden. Zur Schaffung einer gemeinsam akzeptierten Ausgangsbasis ist die konkrete Darstellung der Berechnungsgrundlagen unerlässlich. Nur unter dieser Voraussetzung lässt sich eine sachgerechte Diskussion führen, welche durch ein gemeinsames Verständnis diverser Begrifflichkeiten bzw. Definitionen geprägt ist.
Die Kontinenzversorgung von über fünf Millionen Menschen in Deutschland ist sehr beratungsintensiv und wird im Wesentlichen von Homecare-Unternehmen und Fachhändlern geleistet. Sie beinhaltet die intensive Betreuung nach dem Erstkontakt mit dem Patienten im Krankenhaus, die professionelle Überleitung in den häuslichen Bereich sowie die dauerhafte Hilfsmittelversorgung inklusive Dokumentation und Kontrolle. Fallen diese Leistungen aufgrund fehlender Vergütung weg, ist mit höheren Kosten durch Folgeerkrankungen zu rechnen. Dazu kommen häufigere Krankenhaus- und Heimaufenthalte, da die sinnvolle Vernetzung im ambulanten Bereich fehlt.











