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Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter Gittern

29.05.201715:25 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter Gittern
M. Lehmann, M. Behrens, H. Drees (Hrsg.) Gesundheit und Haft - Handbuch für Justiz, Medizin...
M. Lehmann, M. Behrens, H. Drees (Hrsg.) Gesundheit und Haft - Handbuch für Justiz, Medizin...

(openPR) Gesundheit und Haft: Etwa 30.000 Drogenkonsumenten befinden sich in Haft. Nur etwa jeder siebte von ihnen erhält eine Substitutionstherapie - d.h. einen Ersatzstoff. Daher blüht hinter Gittern illegaler Drogenhandel - organisiert von mafiosen Strukturen. Insider berichten im Fachbuch "Gesundheit und Haft" über schwerwiegende Folgen.

Der Drogenhandel schafft Abhängigkeiten, Schulden und Gewaltkriminalität. Dr. Jens Wittfoot: "Es bilden sich zwangsläufig Schichtungen, Interessengruppen und Verhaltensnormen, die die Kommunikation und Machtverhältnisse innerhalb der Inhaftierten sehr stark bestimmen. Dabei geht es einerseits um die Verteilung materieller Güter (Drogen, Genussmittel) und anderseits um Statusfragen.

Gewaltandrohung und Gewaltausübung gehören dabei zu den routinemäßig eingesetzten und oft als legitim angesehenen Mitteln. Eine besondere Rolle innerhalb der subkulturellen Gefangenengruppen spielt die Vernetzung im Rahmen der sogenannten Russen-Mafia, die in einigen Justizvollzugsanstalten den internen Drogenhandel bzw. Drogenabsatz kontrolliert.

Ähnlich wie bei der Etablierung eines diktatorischen Unrechtsregimes wird hier die individuelle Gewaltbereitschaft kanalisiert und reglementiert, so dass ein hierarchisch geordnetes System entsteht, in dem Gewalt als Mittel zum Zweck in erster Linie den Profiteuren an der Spitze dient, die selbst keine direkte Gewalt mehr ausüben."

Opfer sind in erster Linie Drogenkonsumenten - wegen ihrer Schulden, ihrer Erpressbarkeit und Schwäche. Die Justiz verfolgt nach wie vor Drogenkonsumierende - mit Freiheits- oder Geldstrafen. Wer die Geldstrafe nicht begleichen kann, wird ersatzweise inhaftiert. Da der Drogenkonsum offiziell hinter Gittern nicht stattfindet, steht in aller Regel auch kein cleanes Injektionsbesteck zur Verfügung; die wenigen eingeschmuggelten Spritzen werden daher getauscht und gemeinsam genutzt, Infektionen machen die Runde.

>> M. Lehmann, M. Behrens, H. Drees (Hrsg.) Gesundheit und Haft - Handbuch für Justiz, Medizin, Psychologie und Sozialarbeit. Pabst, 612 Seiten Hardcover. ISBN 978-3-89967-897-0

>> akzept e.V. Bundesverband (Hrsg.): 4. Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2017
Pabst, 140 Seiten. ISBN 978-3-95853-318-9

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