(openPR) Weltweite Attacken von „Erpressungstrojanern“ haben in den letzten Wochen Krankenhäuser zum Erliegen gebracht. Wie dabei ersichtlich wurde, stößt sogar unsere kritischste Infrastruktur ohne funktionierende Software an ihre Grenzen. Trinkwasser könnte leicht zu den nächsten Opfern gehören. Beratung für Wasserwerks-Mitarbeiter zu IT-Sicherheit wird deshalb zu einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe.
„In Wasserwerken werden Steuerungen verbaut, die zum Teil 25 Jahre lang laufen. Jede Software, die mit den Steuerungen kommuniziert, muss mit ihnen kompatibel sein. Dadurch werden veraltete Programme oft solange eingesetzt, wie sie gerade noch ihren Dienst tun. Die davon ausgehenden Sicherheitslücken sind leider schwerwiegend, werden aber teilweise noch durch falsche Konfigurationen der IT-Systeme verschärft,“ berichtet Timo Rehl, Geschäftsführer der enerom IT GmbH. „Im schlimmsten Fall können durch Hacker Wasserfilter überlaufen, Pumpen missbraucht werden, oder Rohre platzen.“
Herr Rehl hat sich vom Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz BSI) für die Durchführung eines „Cyber-Sicherheits-Checks“ zertifizieren lassen. Diese vom BSI ausgearbeitete Methodik ist ein deutschlandweit standardisiertes Verfahren, das die IT-Sicherheitslage einer Organisation bewerten kann. Man kann es sich ähnlich vorstellen wie eine Inspektion eines Autos. Nach zwei- bis dreitägiger Prüfung wird für Wasserwerke daraus ein Dokument mit individuellen Handlungsempfehlungen erstellt. Anschließend werden die IT-Verantwortlichen individuell darin geschult, wie sie die Empfehlungen in die Tat umsetzen können.
„Wasserwerke sollten das Thema Cyber Security ernst nehmen, und zu Vorbildern für die gesamte Industrie werden. Nicht nur einfache Kriminelle, sondern auch Nachrichtendienste anderer Länder können laut Aussage des Präsidenten des Deutschen Verfassungsschutzes ein Interesse an gezielter Sabotage haben. Dieser spricht von versteckten Cyberbomben, die bei Bedarf gezündet werden können. Je schwerer es man den Angreifern macht, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs sein“, so Herr Rehl weiter.










