openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Mehr Drogentote - und florierender Drogenkonsum in Haft

09.05.201708:21 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Mehr Drogentote - und florierender Drogenkonsum in Haft
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2017
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2017

(openPR) Die Zahl der Drogentoten ist in Deutschland im Jahr 2016 auf 1.333 gestiegen - gegenüber 1.226 im Jahr 2015. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht darin jedoch keinen Hinweis auf ein Scheitern der deutschen Drogenpolitik. "Weder die Forderung nach einem Kampf gegen die Drogen hilft weiter, noch der Ruf nach Legalisierung." Dem widerspricht Dr. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Hauptstelle für Suchtfragen: "Dass die Substanzen immer reiner und preiswerter werden, zeigt, dass wir mit der Verbotspolitik an diesem Ende nicht weiterkommen."

Viele Kleindealer geraten in Haft, werden im Gefängnis nicht oder mangelhaft mit Heroin-Ersatzstoffen substituiert und ziehen sich bald nach der Entlassung eine Überdosis "Stoff" ein - u.U. mit tödlicher Folge. Gassmann: "Auch hier darf es ein Weiter so nicht geben."

Die angepasste Substitution mit Ersatzstoffen in Verbundung mit Sozialtherapie ist der optimale Weg, Abhängige vor größeren - körperlichen, psychischen, sozialen - Schäden zu bewahren. Dennoch findet faktisch in vielen Haftanstalten keine adäquate Substitution statt.

Dr. Karl-Heinz Keppler, Medizinaldirektor in der Justizvollzugsanstalt Vechta: "Eines der Hauptprobleme ist, dass bei Vollzugsmitarbeitern vielfach eine akzeptierende Grundhaltung gegenüber Drogenkonsumenten als Basis für eine substituierende Behandlung fehlt. Eigentlich ist Aufgabe des Strafvollzuges, das Gefängnis per Substitution als drogenfreien Raum zu gestalten. Der Umgang mit Drogenabhängigen steht im Vollzug jedoch unter dreierlei Einfluss:

- Erstens bestehen hohe Erwartungen an die Erfüllung des Resozialisierungsauftrags.
- Zweitens ist verbreiteter Drogenkonsum in den Gefängnissen Realität.
- Drittens unterliegen die Handlungsmöglichkeiten der Gefängnisse zum Teil hinderlichen politischen Einflüssen und Willensbildungen sowie öffentlichem und medialem Druck."


>> Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2017, Pabst 288 Seiten. ISBN Hardcover 978-3-95853-276-2, ISBN e-book 978-3-95853-277-9

>> M. Lehmann, M. Behrens, H. Drees (Hrsg.): Gesundheit und Haft. Pabst 612 Seiten. ISBN Hardcover
978-3-89967-897-0

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 950286
 704

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Mehr Drogentote - und florierender Drogenkonsum in Haft“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Pabst Science Publishers

Bild: Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Die Handhabung und Ergebnisse der Peritonealdialyse haben sich während der letzten Jahrzehnte wesentlich verbessert. Das Verfahren kann in der primären, differenzierten Indikationsstellung - je nach individueller Situation des Patienten - der Hämodialyse überlegen oder gleichwertig sein. Dies wird bisher in der Fachwelt häufig übersehen. Die Autoren der European Best Practice Guidelines favorisieren, die Indikation für die Peritonealdialyse großzügiger zu stellen als bisher. Proff. Wolfgang Pommer, Andreas Vychytil und 41 nephrologische Kolle…
Bild: Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Bundestagsabgeordnete orientieren sich in Fragen der Verteilungsgerechtigkeit tendenziell eher am Bedürftigkeitsprinzip, während WählerInnen mehrheitlich das Leistungs- bzw. Gleichheitsprinzip vorziehen. Die Fachzeitschrift "Politische Psychologie" publiziert die empirische Studie "Gerechtigkeitsüberzeugungen von Bundestagsabgeordneten" in der aktuellen Ausgabe mit überraschenden Befunden. Die Psychologen Dres. David Reinhaus, Holger Jelich und Volker Tschuschke (Universität Köln) diagnostizieren bei den Parlamentariern eine "hohe Ungerechtig…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter GitternBild: Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter Gittern
Gesundheit und Haft: Gewalt und Infektionen hinter Gittern
Gesundheit und Haft: Etwa 30.000 Drogenkonsumenten befinden sich in Haft. Nur etwa jeder siebte von ihnen erhält eine Substitutionstherapie - d.h. einen Ersatzstoff. Daher blüht hinter Gittern illegaler Drogenhandel - organisiert von mafiosen Strukturen. Insider berichten im Fachbuch "Gesundheit und Haft" über schwerwiegende Folgen. Der Drogenhandel …
Bild: Gesundheit und Haft: Suchttherapie in Gefängnissen meist mangelhaftBild: Gesundheit und Haft: Suchttherapie in Gefängnissen meist mangelhaft
Gesundheit und Haft: Suchttherapie in Gefängnissen meist mangelhaft
Ein großer Teil der Strafgefangenen ist drogenabhängig. Der Anteil an aktuellen/ehemaligen i.v.-Drogenkonsumenten unter den Inhaftierten in Deutschland schwankt zwischen 20 und 30 Prozent. Trotz einer klaren Indikation erhalten jedoch nur die wenigsten Betroffenen eine Drogensubstitution, kritisiert Dr. Karlheinz Keppler, Medizinaldirektor in Vechta …
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Die offene Drogenszene in der Schweiz ist nahezu verschwunden. Neueinstieg in den Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität, Drogentote werden immer seltener. Einen Hauptgrund sieht Professor Dr. Gerhard Wiesbeck (Universitätsklinik Basel) in der "heroingestützten Behandlung": Schwerstabhängige, die von anderen Maßnahmen nicht erreicht werden können, erhalten …
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Die offene Drogenszene in der Schweiz ist nahezu verschwunden. Neueinstieg in den Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität, Drogentote werden immer seltener. Einen Hauptgrund sieht Professor Dr. Gerhard Wiesbeck (Universitätsklinik Basel) in der "heroingestützten Behandlung": Schwerstabhängige, die von anderen Maßnahmen nicht erreicht werden können, erhalten …
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Suchttherapie in der Schweiz - kontrollierte Heroin-Gabe an Schwerstabhängige
Die offene Drogenszene in der Schweiz ist nahezu verschwunden. Neueinstieg in den Drogenkonsum, Beschaffungskriminalität, Drogentote werden immer seltener. Einen Hauptgrund sieht Professor Dr. Gerhard Wiesbeck (Universitätsklinik Basel) in der "heroingestützten Behandlung": Schwerstabhängige, die von anderen Maßnahmen nicht erreicht werden können, erhalten …
Bild: Das Buch 'Hilfe im Drogenfall' von Else Meyer ist in Neuauflage und erstmalig als E-Book erschienenBild: Das Buch 'Hilfe im Drogenfall' von Else Meyer ist in Neuauflage und erstmalig als E-Book erschienen
Das Buch 'Hilfe im Drogenfall' von Else Meyer ist in Neuauflage und erstmalig als E-Book erschienen
Santo Espírito, den 30. September 2015 Die Mutter von drei Kindern musste an einem ihrer Kinder erfahren, was Drogenkonsum Jugendlicher bedeutet. Die Drogenkarriere und Drogenabhängigkeit ihres eigenen Kindes brachte Else Meyer dazu, aktiv in der Elternarbeit, Drogenberatung, Drogenhilfe und in der Prävention gegen den Drogenkonsum mitzuarbeiten. Ihre …
Bild: Gesundheit und Haft: Wie im Strafvollzug Menschenrechte verletzt werdenBild: Gesundheit und Haft: Wie im Strafvollzug Menschenrechte verletzt werden
Gesundheit und Haft: Wie im Strafvollzug Menschenrechte verletzt werden
… in dem aktuellen interdisziplinären Handbuch "Gesundheit und Haft". Medizinaldirektor Dr. Manfred Keppler (Vechta) kritisiert: "Nur wenige Anstalten gehen offensiv mit existentem Drogenkonsum und der daraus resultierenden Problematik um. Entsprechend gibt es Anstalten, die Drogenkonsum ignorieren, leugnen, verniedlichen oder berichten, sie hätten die …
Bild: Suchttherapie von Straftätern: Versäumnisse und ungleiche ErfolgschancenBild: Suchttherapie von Straftätern: Versäumnisse und ungleiche Erfolgschancen
Suchttherapie von Straftätern: Versäumnisse und ungleiche Erfolgschancen
… Gefängnissen findet in mafiösen Strukturen Rauschgift-Handel statt. Dr. Karlheinz Keppler schreibt in "Gesundheit und Haft": "Nur wenige Anstalten gehen offensiv mit existentem Drogenkonsum und der daraus resultierenden Problematik um. Entsprechend gibt es Anstalten, die Drogenkonsum ignorieren, leugnen oder verniedlichen. Die Arbeit mit Drogenkonsumenten im …
Bild: Screening der Haare kann Drogen- oder Alkoholkonsum nachweisen
Screening der Haare kann Drogen- oder Alkoholkonsum nachweisen
… Persönlichkeitsveränderung kommt häufig die Frage auf, ob hier vielleicht sogar Drogen im Spiel sind. Doch wie soll man sich dann verhalten? Welche Möglichkeiten gibt es, Drogenkonsum nachzuweisen? Oft will man das ganze diskret im Hintergrund untersuchen ohne den Partner oder Mitarbeiter persönlich mit der Frage zu konfrontieren. BAVARIAN LIFESCIENCE bietet hier eine …
Bild: Günther Jauch ignorierte: Die Mehrheit der jugendlichen und heranwachsenden Straftäter ist psychisch krankBild: Günther Jauch ignorierte: Die Mehrheit der jugendlichen und heranwachsenden Straftäter ist psychisch krank
Günther Jauch ignorierte: Die Mehrheit der jugendlichen und heranwachsenden Straftäter ist psychisch krank
… die Kriminalität in Deutschland insgesamt zurückgeht, steigt der Anteil jugendlicher Gewalttäter; die meisten von ihnen leiden unter psychiatrischen Erkrankungen - häufig mit massivem Drogenkonsum. Dr. Andreas Schindler belegt die Details in seinem Beitrag zum aktuellen Handbuch "Gesundheit und Haft". Günther Jauch versäumte es, auf die Dramatik der …
Sie lesen gerade: Mehr Drogentote - und florierender Drogenkonsum in Haft