(openPR) München, 29. März 2017 (kk) – Natürlich gut sind nicht nur die Naturmotive, die vom 8.-10. Juni bei Ketterer Kunst in München versteigert werden. Neben ländlichen Szenen von Otto Mueller und Gabriele Münter über Emil Nolde bis hin zu Georg Baselitz kommt höchste Qualität auch von international renommierten Meistern der Abstraktion.
1) Klassische Moderne
2) Kunst nach 1945 / Contemporary Art
zu 1 ) Klassische Moderne
Angeführt wird der Hauptkatalog dieser Abteilung von Otto Muellers mit EUR 300.000-400.000 bewerteter Arbeit „Vier Badende“. Mit diesem schönen, wohl bereits 1910 entstandenen Werk geht eine der auf dem weltweiten Auktionsmarkt sehr gefragten mehrfigurigen Aktdarstellungen an den Start. Otto Mueller reduziert diese Kompositionen auf das Einfach-Natürliche. Seine sich frei auf der Wiese bewegenden Gestalten sind sich ihrer Körperlichkeit bewusst und in ihrem Dasein ohne Zweifel. Mit dieser scheinbar unerreichbaren Idylle der Zwanglosigkeit inmitten einer sich hektisch erneuernden urbanen Umwelt der unerfüllten Sehnsüchte ist dieses Werk heute aktueller denn je.
Im Freien fühlt sich auch Gabriele Münter zuhause. Sie begeistert in dieser Auktion gleich mit mehreren Arbeiten, an deren Spitze natürlich zwei Naturmotive stehen. Während die „Berglandschaft mit Haus“ von 1910 mit einem Schätzpreis von EUR 240.000-280.000 bewertet ist, liegt die Taxe der 1916 entstandenen „Landschaft mit gelbem Haus“ bei EUR 180.000-240.000.
Etwas höher angesetzt ist mit EUR 200.000-300.000 Hermann Max Pechsteins 1917 entstandenes Ölgemälde „Ronmay“. Es zeigt die Tochter des Häuptlings von Palau, die den Künstler mindestens genauso nachhaltig beeindruckt haben dürfte wie die landschaftliche Schönheit der Südsee-Inselwelt. Die Exotik des Dargestellten, die leuchtende Farbigkeit und der expressive Strich könnten zwölf Jahre später gute Kaufmotive für den US-amerikanischen Regisseur Josef von Sternberg gewesen sein. Damals hielt er sich für die Dreharbeiten des Spielfilms „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich in Berlin auf. Bis 1949 war das Werk Teil seiner prominenten Kunstsammlung und wurde mit dieser gleich in mehreren Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.
Während Heinrich Maria Davringhausens 1914 entstandenes Gemälde „Krieg“ (Taxe: EUR 100.000-150.000) die destruktive Energie desselben verdeutlicht, strahlen Emil Noldes norddeutsche Landschaften Ruhe und Kraft aus. Neben seiner „Marschlandschaft mit Bauernhof“ (Taxe: EUR 80.000-100.000) und dem Aquarell „Nordfriesische Landschaft mit Bauernhof“ (EUR 140.000-180.000) kommen noch über ein Dutzend weitere Arbeiten des eindrucksvollen Künstlers zum Aufruf.
Neben mehreren Werken von Ernst Ludwig Kirchner, die von dem 1915 entstandenen Holzschnitt „Die Geliebte“ (Taxe: EUR 100.000-150.000) angeführt werden, kommen weitere beeindruckende Arbeiten im Bereich der Klassischen Moderne u.a. von Ernst Barlach, Albert Birkle, Otto Dix, George Grosz, Alexej von Jawlensky, August Macke, Karl Schmidt-Rottluff, Georg Schrimpf und Max Slevogt
zu 2) Kunst nach 1945 / Contemporary Art
Zu den maßgeblichen Werken dieser Abteilung zählt das 1968 entstandene Gemälde „Zwei halbe Kühe“ von Georg Baselitz, das mit einem Schätzpreis von EUR 500.000-600.000 an den Start geht. Der Künstler reduziert das ihm vertraute Tiermotiv auf eine notwendige Grundstruktur um die größtmögliche malerische Freiheit zu erreichen. Das Vertraute wird so zum sicheren Fundament um Neues, Bahnbrechendes zu wagen. Damit zählt dieses Werk zu den sogenannten Frakturbildern, die sich als eine Art Schwellenbilder zu den auf dem Kopf stehenden Gemälden verstehen, für die Georg Baselitz schließlich weltberühmt wurde.
Ebenfalls im Jahr 1968 entstand Gerhard Richters „Stadtbild“, quasi zeitgleich mit seinem berühmten Mailänder Domplatz, der mit einem Hammerpreis von 29 Millionen lange als das teuerste Werk des Künstlers galt. Das „Stadtbild“ entstand im Rahmen des schwarz-weißen Frühwerks der 1960er Jahre, das neben den ab 1976 einsetzenden „Abstrakten Bildern“ die heutige Vorstellung von Gerhard Richters malerischem Werk wesentlich prägt und zu den international gefragtesten Arbeiten des Künstlers zählt. Die Taxe liegt bei EUR 300.000-400.000.
Neben Serge Poliakoffs Ölgemälde „Composition abstraite“ aus dem Jahr 1958, das mit EUR 250.000-300.000 bewertet ist, begeistert Willi Baumeister mit einer Arbeit aus der bedeutenden Montaru-Serie, die bei EUR 150.000-200.000 ebenso angesetzt ist, wie „Squares: Blue and Cobalt Green in Cadmium Green“ von Josef Albers.
Weitere wichtige Arbeiten kommen in dieser Abteilung neben dem Ölgemälde „Irisches Märchen“ von Ernst Wilhelm Nay (Taxe: EUR 140.000-180.000) und Otto Pienes 1983/84 entstandener Misch-technikarbeit „Currents“ (Taxe: EUR 100.000-150.000) auch von Georges Mathieu („Petit paramètre caché“, Taxe: EUR 70.000-90.000) sowie so bedeutenden Künstlern wie Rainer Fetting, Bernhard Heiliger, Sam Francis, Aris Kalaizis, Heinz Mack, Anselm Reyle, Günther Uecker und Erwin Wurm.
Vorbesichtigung
04.-06. Mai - Ketterer Kunst, Holstenwall 5, 20355 Hamburg*
09./10. Mai - Galerie Römerapotheke, Rämistr. 18, 8001 Zürich, CH*
14.-16. Mai - Galerie Schwind, Fahrgasse 8, 60311 Frankfurt*
19.-22. Mai - Ketterer Kunst, Malkastenstr. 11, 40211 Düsseldorf*
26. Mai-01. Juni - Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, 10719 Berlin*
03.-09. Juni - Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, 81829 München**
* ausgewählte Werke
** alle Werke
Auktionen in München
08.-10. Juni - Klassische Moderne / NACH 1945 /Zeitgenössische Kunst












