(openPR) Wiesbaden. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Wiesbaden ist im Monat Februar 2017 rückläufig. 3.117 Menschen zeigten ihre Beschäftigungslosigkeit an, 3.305 Personen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. Insgesamt waren im Februar 2017 im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden 15.820 Menschen ohne Beschäftigung, 183 Personen weniger als im Vormonat. „Bei aller Freude über die weiterhin sehr guten Arbeitsmarktzahlen dürfen wir jetzt nicht die Grundlagen hierfür zerstören. Mit der Agenda 2010 wurden damals die rich-tigen Reformen bereits eingeleitet und die Grundlagen für mehr Beschäftigung gelegt. Die Erleichterungen bei Zeitarbeit, Minijobs und Befristungen haben unseren Arbeitsmarkt deutlich flexibler gemacht. In der Folge ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Wiesbaden von 87.434 in 2005 auf stolze 129.924 in 2016 gestiegen. Das Risi-ko, entlassen zu werden, ist heute so niedrig wie nie seit der Wiedervereinigung. Wer jetzt – wie der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz - diese wichtigen Reformen zurücknehmen will, nimmt Arbeitsplatzverluste und steigende Arbeitslosigkeit billigend in Kauf“, sagte Friedrich Avenarius, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Geschäftsstelle Rhein-Main-Taunus.
Gerade ältere Arbeitnehmer gehörten zu den Gewinnern der Agenda-Reformen. Bei den über 58-jährigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die nur aufgrund vorruhestandsähnli-cher Regelungen nicht gezählt würden, sei die Zahl der Arbeitslosen über 55 von rund 2.034 im Jahr 2005 auf rund 1.738 im Jahr 2016 gesunken. Die Zahl der sozialversicherungspflich-tig Beschäftigten über 55 habe sich seit 2005 von 14.462 auf 23.659 maßgeblich erhöht. „Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, in Zeiten des Fachkräftemangels wieder neue goldene Brücken in die Frühverrentung zu bauen. Schon heute ist der Arbeitslosengeldanspruch zum Beispiel für 55-jährige mit 18 Monaten zu lang. Denn leider zeigt die Praxis, dass ein längerer Arbeitslosengeldanspruch nicht in Arbeit führt, sondern vielmehr Arbeitslosigkeit verfestigt. Statt einer weiteren Verlängerung sollte der Anspruch für alle Altersstufen einheitlich auf 12 Monate festgesetzt werden, wie dies bis 1985 jahrzehntelang galt.“, sagte Avenarius.
Auch die Fortschritte bei der Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit dürften nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. 2005 habe es im Agenturbezirk Wiesbaden noch 2.248 Arbeitslose unter 25 Jahren gegeben. Inzwischen seien es nur noch rund 1.250, aber immer noch zu vie-le! Die Zahl der Langzeitarbeitslosen habe sich von rund 4.617 (2004) auf rund 4.468 verrin-gert. „Zu diesen Erfolgen haben flexible Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit oder zu-nächst befristete Tätigkeiten enorm beigetragen. Sie helfen vor allem Niedrigqualifizierten, Berufsanfängern und Berufsrückkehrern beim Einstieg in Beschäftigung. Von allen Arbeitslo-sen, die in der Zeitarbeit einen Job finden, wechselt ein Viertel schon innerhalb eines Jahres in eine andere Branche. Von allen befristet Beschäftigten bleiben drei Viertel auch nach Ende der Befristung im selben Unternehmen. Wer jetzt nach mehr Regulierung ruft, schlägt vielen am Arbeitsmarkt wieder die Tür vor der Nase zu, anstatt den erfolgreichen Reformkurs weiter fortzusetzen“, fügte Avenarius hinzu.
Das Gesamtangebot an offenen Stellen im Agenturbezirk Wiesbaden beläuft sich auf ca. 7.042 und damit auf mehr als doppelt so viel, als bei der Agentur für Wiesbaden gemeldet. Denn mit Internet, Zeitung oder persönlichem Netzwerk nutzen die Unternehmen auch ande-re Wege für die Arbeitskraftsuche.






