(openPR) Herausforderungen und Chancen für die Katholische Theologie
Wie wird sich die kirchliche Beschäftigungslandschaft aufgrund der anstehenden Studienreform (Modularisierung des Diplomstudiengangs Katholische Theologie) ändern? Welche Herausforderungen kommen auf die Diözesen und die Katholisch-Theologischen Fakultäten zu? Welche neuen Chancen bieten sich? Zu diesem Themenkomplex hat an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern ein Experten-Hearing stattgefunden. Anwesend waren außer dem PTH-Professorenkollegium auch drei Mitarbeiter diözesaner Personalabteilungen: Dr. Robert Ochs (Augsburg), Dr. Thomas Luksch und Mathias Polok (beide München).
Nach der Begrüßung durch PTH-Rektor Prof. P. Dr. Lothar Bily SDB wies Prof. P. Dr. Norbert Wolff SDB in einem Impulsreferat darauf hin, dass es bei der Studienreform nicht allein um eine Neustrukturierung des Theologiestudiums gehe, sondern dass es auch zu Änderungen bei den Rahmenbedingungen komme. Der Staat wolle den Hochschulen mehr Autonomie geben und außerdem Studiengebühren einführen. Gerade letzteres werde das Studienverhalten möglicherweise stark beeinflussen. Wolff betonte, dass es in Benediktbeuern auch weiterhin ein Doppelstudium der Katholischen Theologie und der Sozialen Arbeit geben werde.
Dr. Robert Ochs ging in seinem Statement davon aus, dass es in absehbarer Zeit bei den bisherigen kirchlichen Berufsfeldern bleibe. Als Kompetenzen, die in Zukunft durch das Theologiestudium besonders gefördert werden sollten, nannte er die Fähigkeit zur Kontextanalyse (»Zeichen der Zeit erkennen und im Licht des Evangeliums deuten«), die Fähigkeit zur lebensraumorientierten Seelsorge und die Fähigkeit zur theologischen Reflexion. Darüber hinaus komme es auf zielorientiertes, strukturiertes und innovatives Arbeiten sowie auf Leitungskompetenz an. Mit Blick auf die Benediktbeurer Hochschulen erklärte er: »Für Diplom-Theologen sollte die Möglichkeit des Doppelstudiums unbedingt erhalten bleiben.«
Seine Münchener Kollegen schlossen sich diesen Ausführungen an. Mathias Polok nannte als weitere wünschenswerte Kompetenzen die Teamfähigkeit und das vernetzte Denken. Außerdem konstatierte er Veränderungen im Bereich der kirchlichen Jugendarbeit. Dr. Thomas Luksch wies darauf hin, dass von Berufsanfängern häufig der Wunsch geäußert werde, der Pastoralpsychologie im Rahmen des Theologiestudiums einen größeren Stellenwert einzuräumen. Er glaubt, dass auch das Thema Spiritualität an Bedeutung zunehmen werde. Von der Modularisierung des Studiums erwartet er sich eine stärkere Praxisorientierung.
Der Benediktbeurer Jugendpastoraltheologe Prof. Dr. Martin Lechner stellte den Entwurf eines praktisch-theologischen Studienmoduls vor, das sich stark an den geäußerten Erwartungen ausrichtete. Im Sinne der Profilierung der PTH, so Lechner, sollten hier Schwerpunkte in den Bereichen Jugendpastoral, Umwelt- und Schöpfungstheologie, Weltkirche und Spiritualität gesetzt werden.
In der anschließenden Diskussion war man sich einig, dass es sinnvoll sei, im Rahmen des Studienreformprozesses stärker zu kooperieren. Die diözesanen Vertreter ermutigten die PTH, die angestrebten Schwerpunktsetzungen zu realisieren. Dabei sei es allerdings wichtig, die einzelnen Bereiche gut miteinander zu verbinden. Letztlich sei eine Theologie im Angesicht der Welt und in Auseinandersetzung mit ihr notwendig. Zum Schluss gab es noch ein Lob von Dr. Thomas Luksch: »Es ist schön, dass die Hochschule den Reformprozess positiv angeht und schaut, wo sich Chancen bieten.«
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