openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt

20.02.201708:27 UhrLogistik & Transport
Bild: Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt
Die Referenten und Organisatoren der Veranstaltung
Die Referenten und Organisatoren der Veranstaltung

(openPR) Oldenburg, 16. Februar 2017: Medizinische Notfälle an Bord können die Mannschaft eines Seeschiffs vor große Herausforderungen stellen. Der Maritimes Cluster Norddeutschland e. V. und die Oldenburgische IHK widmeten dem Thema Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt eine Veranstaltung, die die telemedizinische Versorgung in der Berufsschifffahrt und in der Offshore-Windenergie-Branche von verschiedenen Seiten betrachtete. Referenten aus der Schifffahrt, dem Seenotrettungsdienst, einer Berufsgenossenschaft und medizinischen Einrichtungen berichteten von ihren Erfahrungen und stellten innovative notfallmedizinische Strategien vor.



Rund 80 Vertreter aus verschiedenen Bereichen der maritimen Branche kamen am 14. Februar 2017 in den Plenarsaal der Oldenburgischen IHK. Henning Edlerherr vom Maritimen Cluster Norddeutschland e. V. und Martin Heine von der Oldenburgischen IHK begrüßten das Publikum und gaben eine Einführung in das Thema.

Im internationalen Vergleich hervorragend: die medizinische Versorgung auf Schiffen unter deutscher Flagge

Von seinen Erfahrungen in der medizinischen Notfallversorgung an Bord berichtete Carsten-S. Wibel von der Bugsier-, Reederei- und Bergungs-Gesellschaft mbH & Co. KG. Um die Qualität der notfallmedizinischen Versorgung sicherzustellen und kontinuierlich weiterzuentwickeln, seien Weiterbildungen und Bordübungen zur Sicherheitsgrundausbildung von Besatzungsmitgliedern von großer Bedeutung. „Die medizinische Versorgung von Besatzungsmitgliedern an Bord auf Schiffen deutscher Reeder mit den aktuell verfügbaren Mitteln ist gut, und im internationalen Vergleich sogar herausragend“, sagte Wibel zum Ist-Zustand.

Jedem fünften Alarm auf See folgt ein Notrettungseinsatz

Udo Helge Fox, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, informierte über die Grundlagen und die Organisation des Seenotrettungsdienstes sowohl weltweit als auch im deutschen Zuständigkeitsbereich. Die Notwendigkeit dieser Strukturen veranschaulichte er mit konkreten Zahlen. „Aus insgesamt 10.000 eingehenden Alarmierungen pro Jahr resultiert bei jeder fünften Alarmierung ein Einsatz für die Seenotretter im Such- und Rettungsbereich der DGzRS“, erläuterte Fox.

Unterschiede in der Notfallversorgung von Seeschiffen und dem Offshore-Bereich

Wie unter deutscher Flagge die medizinische Notfallversorgung an Bord von Seeschiffen geregelt ist, erörterte Christian Bubenzer von der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr. Er erklärte die rechtlichen und organisatorischen Unterschiede zwischen der Handelsschifffahrt und der Situation im Offshore-Bereich. Bubenzer lobte die herausragende medizinische Ausstattung auf Handelsschiffen unter deutscher Flagge, zu berücksichtigen sei jedoch das Spannungsfeld zwischen hohen Standards und der Gefahr der Ausflaggung. Mit Fotos vergangener Hafenstaatkontrollen, mit sowohl vorbildlichen, als auch katastrophalen Schiffsapotheken, verdeutlichte er die Qualität der medizinischen Versorgung auf Schiffen unter deutscher Flagge.

Jörg Abel vom Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr gab den Veranstaltungsteilnehmern Einblicke in die medizinische Versorgung auf Seeschiffen aus Sicht eines Notfallmediziners. Der Fokus seines Berichts lag auf dem Einsatz von Telemedizin, der landseitigen, ärztlichen Beratung über das Telefon oder Funk. Während in der Handelsschifffahrt in der Regel ein Nautiker als medizinischer Laie für die Erstversorgung an Bord zuständig ist, steht im Offshore-Bereich oft geschultes Personal vor Ort in Kontakt mit dem Telemediziner. Die „klassische“ Telekonsultation über die notfallmedizinische Hotline Medico-Cuxhaven habe sich bewährt und häufig als hilfreich erwiesen, sie habe allerdings auch Nachteile, meinte Jörg Abel.

Innovative notfallmedizinische Strategien in besonderen Einsatzgebieten

Neue Ansätze zur Notfallversorgung und -abwicklung präsentierte Dr. Rüdiger Franz vom Klinikum Oldenburg. Am Beispiel Offshore Wind erläuterte Dr. Franz innovative akut- und notfallmedizinische Versorgungsstrategien in besonderen Einsatzgebieten. Auch anderen Zweigen der Berufsschifffahrt empfiehlt er, zu prüfen, inwieweit durch die Anschaffung moderner Endgeräte zur direkten Übertragung von Diagnosewerten des Patienten an das Klinikum die Kosten für Deviationen und Rückholungskosten die Mehrkosten aufwiegen.

Das Ziel: eine sichere Arbeit an Bord und Offenheit für Neues

Klaus Graf von der IQ.medworks GmbH moderierte die anschließende Podiumsdiskussion, an der die Referenten und Dr. Jörg Beneker vom Unfallkrankenhaus Berlin teilnahmen. Das Podium diskutierte, inwieweit telemedizinische Systeme in der Seeschifffahrt Verbreitung finden werden und, ob die bestehenden und bewährten Konzepte der notfallmedizinischen Versorgung auf Handelsschiffen zukunftsfähig sowie zeitgemäß sind. Die Meinungen hierzu gingen auseinander, die Wünsche der Diskussionsteilnehmer fielen hingegen einheitlich aus: Ziel sei es, eine sichere Arbeit an Bord zu gewährleisten und offen für Neuerungen zu sein. Die gleichen Standards wie an Land können auf See nicht gewährleistet werden. Umso wichtiger sei es, die praktische Ausbildung von Nautikern zu verbessern und gezielte Aufklärungsarbeit für Ausnahmesituationen zu leisten. So könnten Stresssituationen während des Kontaktes mit dem erfahrenen Notfallmediziner vermieden werden. Auch die Kosten seien ein entscheidender Faktor beim Notfallmanagement in der Schifffahrt. In Deutschland befänden wir uns in punkto medizinischer Versorgung an Bord „auf der Insel der Glückseligen“, betonte Carsten-S. Wibel.


Bilder

http://maritimes-cluster.de/MCNWebportal/media/Core-Media-Files/Presse/MCN-Notfallmanagement-Referenten.jpg
Die Organisatoren und Referenten (v.l.n.r.): Dr. Susanne Neumann und Henning Edlerherr vom MCN e. V.; Dr. Jörg Beneker, leitender Oberarzt Rettungswesen des Unfallkrankenhaus Berlin; Klaus Graf von der IQ.medworks GmbH; Christian Bubenzer von der Dienststelle Schiffssicherheit der BG Verkehr; Martin Heine von der Oldenburgischen IHK; Jörg Abel vom Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr; Carsten-S. Wibel von der Bugsier-, Reederei- und Bergungs-Gesellschaft mbH & Co. KG; Dr. Rüdiger Franz vom Klinikum Oldenburg und Udo Helge Fox, Geschäftsführer Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
Bildrechte: Maritimes Cluster Norddeutschland e. V.

http://maritimes-cluster.de/MCNWebportal/media/Core-Media-Files/Presse/MCN-Notfallmanagement-Publikum.jpg
Voller Saal bei der IHK in Oldenburg: Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus der maritimen Branche informierten sich bei der Veranstaltung „Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt“
Bildrechte: Maritimes Cluster Norddeutschland e. V.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 939432
 955

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Maritimes Cluster Norddeutschland e. V.

Bild: MCN legt aktualisierten Leitfaden zur Schiffseffizienz vorBild: MCN legt aktualisierten Leitfaden zur Schiffseffizienz vor
MCN legt aktualisierten Leitfaden zur Schiffseffizienz vor
Hamburg, 22. September 2025 – Das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) hat heute die vierte Ausgabe des Ship Efficiency Guide veröffentlicht. Der englischsprachige Leitfaden bietet Unternehmen, Forschung und Politik eine praxisnahe Orientierung, wie ein effizienter Schiffsbetrieb als zentraler Hebel für eine klimafreundlichere und zukunftsfähige Schifffahrt gestaltet werden kann. Erarbeitet wurde die Publikation von einem interdisziplinären Autor:innenteam, das sich aus Mitgliedern der MCN-Fachgruppe Schiffseffizienz sowie externen Expert:…
Bild: Neuer Vorstand für das Maritime Cluster NorddeutschlandBild: Neuer Vorstand für das Maritime Cluster Norddeutschland
Neuer Vorstand für das Maritime Cluster Norddeutschland
Die Mitglieder des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) haben einen neuen Vorstand gewählt. Aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen fand die Wahl in diesem Jahr im Anschluss an die virtuelle Mitgliederversammlung per Briefwahl statt. Auch die aktualisierte Strategie des Clusters für den Zeitraum bis 2025 wurde durch die Mitgliederversammlung verabschiedet. Der neue Vorsitzende des MCN e. V. ist Knut Gerdes. Seit 40 Jahren ist er eng mit der Seefahrt verbunden. Nach Jahren an Deck und als Kapitän, Tätigkeiten als Projektmanager, In…

Das könnte Sie auch interessieren:

IT-Notfallmanagement und IT-Dokumentation - Veranstaltung 30.01.2014 Hamburg
IT-Notfallmanagement und IT-Dokumentation - Veranstaltung 30.01.2014 Hamburg
… IT-Systeme oder Sturmschäden bis zum Feuer ist alles nicht nur denkbar, sondern Realität! In vielen Fällen sind Unternehmen zu einem wirksamen Notfallmanagement sogar gesetzlich verpflichtet. So fordert es beispielsweise das Umweltrecht im Umweltschadensgesetz (USchadG) oder in der 12. Bundesimmissionsschutzverordnung (12.BImSchV), der Störfallverordnung. …
2. Platz des Innovationspreises-IT für NMV Notfallmanagement und -vorsorge
2. Platz des Innovationspreises-IT für NMV Notfallmanagement und -vorsorge
Die Initiative Mittelstand zeichnete die Anwendung „Notfallmanagement und -vorsorge“ der Malberg EDV-Systemberatung GmbH mit dem Prädikat best of 2015 des Innovationspreises-IT in der Kategorie „Systemmanagement“ aus. Firmen mit innovativen IT-Lösungen und hohem Nutzwert für den Mittelstand hatten die Chance auf die Auszeichnung. Eine Experten-Jury …
Bild: Wie schützen Sie Ihre Kernprozesse? DQS-Online-Umfrage zum NotfallmanagementBild: Wie schützen Sie Ihre Kernprozesse? DQS-Online-Umfrage zum Notfallmanagement
Wie schützen Sie Ihre Kernprozesse? DQS-Online-Umfrage zum Notfallmanagement
… März 2010. Für die Bewältigung von Schadensereignissen, die den Fortbestand eines Unternehmens bedrohen könnten, gibt es ein probates Mittel: Das Notfallmanagement oder auch Business Continuity Management (BCM). Ein leistungsfähiges Notfall- und Krisenmanagement unterstützt Unternehmen dabei, dass überlebensnotwendige Prozesse nicht unterbrochen werden …
Bild: SOS im Unterholz: Bei Unfall im Wald schnellere Hilfe für VerletzteBild: SOS im Unterholz: Bei Unfall im Wald schnellere Hilfe für Verletzte
SOS im Unterholz: Bei Unfall im Wald schnellere Hilfe für Verletzte
… Alle drei Komponenten der digitalen Rettungskette kommunizieren während des gesamten Einsatzes und tauschen Standortinformationen untereinander aus. Entwickelt wurde diese Rettungsketten-Suite im Rahmen des Forschungsprojekts SIRENE (Sicherheit und Rettung in Natur und Erholungsräumen mit Hilfe navigationsgesteuerter Prozessketten) unter Leitung von …
Bei Notfällen gewappnet sein
Bei Notfällen gewappnet sein
IIR-Notfallmanagement-Forum am 14. Oktober 2009 im Rahmen der IT-Security-Messe "it-sa" im Messe-Zentrum Nürnberg notfallmanagement-forum.de • Pandemie-Notfall-Konzepte • Notfallmanagement-Tools • KRITIS - Sicherheitsmaßnahmen für kritische Infrastrukturen Düsseldorf/Nürnberg, 13. Juli 2009. Das Motto des IIR-Notfallmanagement-Forums (14. Oktober …
Bild: Was tun, wenn’s brennt? - App von Heise und United Planet holt die FeuerwehrBild: Was tun, wenn’s brennt? - App von Heise und United Planet holt die Feuerwehr
Was tun, wenn’s brennt? - App von Heise und United Planet holt die Feuerwehr
… bricht Panik aus und keiner weiß mehr, was er tun soll. Eine gemeinsame App von United Planet und dem Heise Verlag macht dieser Kopflosigkeit ein Ende. Dank dem iX-Notfallmanagement weiß jeder Mitarbeiter nun immer, wie er sich im Fall der Fälle zu verhalten hat. Freiburg, den 19. Juni 2013. Notfall ist nicht gleich Notfall – gerade in Unternehmen gilt …
Bild: Mitgliederversammlung und Netzwerktreffen des MCN e. V.: Rückblick auf knapp ein Jahr VereinstätigkeitBild: Mitgliederversammlung und Netzwerktreffen des MCN e. V.: Rückblick auf knapp ein Jahr Vereinstätigkeit
Mitgliederversammlung und Netzwerktreffen des MCN e. V.: Rückblick auf knapp ein Jahr Vereinstätigkeit
… und Rostock in den fünf norddeutschen Bundesländern vor Ort. In den letzten fünf Monaten richtete das MCN rund 15 Veranstaltungen zu Themen wie Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt, internationale Vertragsverhandlungen oder NOx-Reduzierung in der Seeschifffahrt aus. Weitere Veranstaltungen für die zweite Jahreshälfte sind bereits in …
Version 1.2 des „NMV – Notfallmanagement und Risikovorsorge“ veröffentlicht
Version 1.2 des „NMV – Notfallmanagement und Risikovorsorge“ veröffentlicht
Die Malberg EDV-Systemberatung hat begonnen die aktuelle Version 1.2 des „NMV Notfallmanagement und Risikovorsorge“ dem Kunden bereitzustellen. Mit diesem Release wurde das Modul der Checklisten weiter ausgebaut und die optionale Nutzung auf mobilen Endgeräten eingeführt. Die Software „NMV – Notfallmanagement und Risikovorsorge“ hat die Grundaufgabe …
Bild: Neue DORA- und Aufsichts-Anforderungen an (IKT-)Notfallmanagement & BCMBild: Neue DORA- und Aufsichts-Anforderungen an (IKT-)Notfallmanagement & BCM
Neue DORA- und Aufsichts-Anforderungen an (IKT-)Notfallmanagement & BCM
Sind Banken bereit für den Ernstfall? – Notfallmanagement und BCM unter verschärfter BeobachtungCyberangriffe, Systemausfälle, Lieferkettenprobleme: Die Bedrohungslage für Banken ist realer und dynamischer denn je. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Erwartungen spürbar. Notfallmanagement und Business Continuity Management (BCM) stehen damit nicht …
IIR - Handlungsfähig bleiben - auch im Notfall
IIR - Handlungsfähig bleiben - auch im Notfall
Wie sich Unternehmen auf Notfälle vorbereiten können, zeigt das IIR-Notfallmanagement-Forum am 25. und 26. November 2008 im Dorint Hotel Pallas Wiesbaden. Ein IT-Experte von Novartis sagt vorab, warum Risikomanagement allein nicht reicht. Frankfurt/Wiesbaden, 03. September 2008. "Behörden und Unternehmen sind steigenden Risiken ausgesetzt, die die Produktivität …
Sie lesen gerade: Notfallmanagement und Rettungsketten in der Schifffahrt