(openPR) Berlin – das Projekt LOK.STARTupCAMP fördert Geflüchtete bei Ihrem Gründungsvorhaben
Eine Vielzahl der in Berlin lebenden Flüchtlinge möchte arbeiten. Der konventionelle Weg – Sprachkurse, Ausbildung, Weiterbildung, Anstellung – ist nicht der einzige in den deutschen Arbeitsmarkt. Das LOK.STARTupCAMP international zeigt: Die Gründung eines Unternehmens hat großes Potential für die Neuankömmlinge. Die Berliner Wirtschaft unterstützt das Projekt.
Flüchtlinge, die Teil des deutschen Arbeitsmarkts werden wollen, müssen sich großen Herausforderungen stellen. Sprachbarrieren und bürokratische Strukturen machen einen schnellen Einstieg schwierig. Beim konventionellen Weg können rasch einige Jahre verstreichen, bevor Geflüchtete auf eigenen Beinen stehen. Berufliche Selbständigkeit dagegen lässt sich mitunter schneller realisieren. Vor diesem Hintergrund hat die soziale Unternehmensberatung LOK.a.Motion ihr LOK.STARTupCAMP initiiert, ein Projekt, das im Rahmen der IHK Bildungsprojekte als eines der wirtschaftgeförderten Bildungsprojekte von der Berliner Wirtschaft finanziert wird.
„Ich habe bereits mein ganzes Leben lang in Syrien Handel mit Maschinen betrieben. Meine Kundschaft ist international und wartet darauf, dass ich wieder einsteige“, sagt Imad Eddin Kouko, der vor 20 Monaten aus Syrien flüchtete und nun in Berlin sein Unternehmen neu aufbauen wird.
Alzaher Al Mouayad hat gerade seine Cateringfirma gegründet, mit der er syrischen Frauen eine neue Arbeitsperspektive bietet.
In Syrien liegt die Selbstständigkeitsrate bei rund 35 Prozent, in vielen anderen arabischen Staaten teilweise sogar über 60 Prozent. „Viele Geflüchtete bringen bereits Erfahrungen mit der Selbstständigkeit in ihren Herkunftsländern mit und wenn wir darauf aufbauen, sind das beste Voraus-setzungen, damit sie auch hier Fuß fassen können“, so Maria Kiczka-Halit, Geschäftsführerin der LOK.a.Motion GmbH, die mit ihrem Geschäftspartner Michael Mashofer das Projekt entwickelt hat. Die Initiatoren wollen diese Potentiale nutzen und einen schnelleren Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Anders als bei der Besetzung einer Arbeitsstelle können sich die Geflüchteten unabhängiger von formalen Qualifikationen und Sprachbarrieren auf dem Arbeitsmarkt unter Beweis stellen. Berlin bietet mit seiner arabischsprachigen Community den richtigen Nährboden. Für Fadi Mustapha, Herausgeber des Deutsch-Arabischen Magazin „Al Ard“ und Kooperationspartner des Projekts, besteht durchaus Bedarf an speziell auf die Community zugeschnittenen Dienstleistungen.
Sprachbarrieren überwindet die Unternehmensberatung, die seit fast 20 Jahren Menschen in die Selbstständigkeit begleitet, durch ein mehrsprachiges Team. Neben der Ermittlung gründungsspezifischer Kompetenzen und individueller Gründungsberatung wird auf die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen der neuen Zielgruppe eingegangen mit Konversationstrainings, worüber wirtschaftsrelevantes Deutsch gelernt wird, über Mentoring durch Unternehmen und die Vorstellung lokaler Märkte bis hin zur Begleitung bei einfachen Behördengängen und einem Business Lab zur Vorbereitung und Vernetzung.
Die alltäglichen Herausforderungen, die der Aufbau des eigenen Unternehmens mit sich bringt, sind für die Initiatoren bestens geeignet, Land und Leute kennenzulernen.
Natürlich ist allen Beteiligten klar, dass Gründung kein einfacher Weg ist. Vor allem die Finanzierung ist eine große Hürde. Banken haben durch die zeitlichen Befristungen des Aufenthalts - auch wenn diese in der Regel verlängert werden - keine Sicherheit, dass Kredite zurückgezahlt werden können.
Bekannt ist die Problematik in Verwaltung und Politik und es wird nach Lösungen gesucht. Aber solange wollen die Projektakteure nicht warten, ihre potentiellen Gründer und Gründerinnen scharren mit den Füßen.
Sie ergreifen die Initiative und möchten alternative Finanzierungen ermöglichen. So bereiten sie augenblicklich über Startnext eine Crowdfunding Kampagne für mehrere Gründungskonzepte vor. Viele Formen der finanziellen Unterstützung über engagierte Bürger und Unternehmen können sie sich vorstellen: zweckgebundene Spenden für ihren LOK-Fonds, der kleinere Gründungsvorhaben durch Sachleistungen unterstützt, Bürgschaften, Beteiligungen und anderes. „Jedes Engagement, auch wenn es noch so klein ist, schafft einen Mehrwert für die Berliner Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt“, davon ist Maria Kiczka-Halit überzeugt, „denn jede dieser Gründungen schafft neue Arbeitsplätze, nicht nur für die Gründer und Gründerinnen, sondern auch für andere“.
Mehr auf: refugeestartup.de















