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Antibiotikaresistente Erreger - Frühdiagnostik dämmt Verbreitung ein

19.12.201609:58 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Die Meldungen zu multiresistenten Erregern häufen sich. Darunter versteht man Bakterienstämme, die sich aufgrund von Mutationen nicht mehr mit den üblichen Antibiotika bekämpfen lassen. Allein in deutschen Krankenhäusern infizieren sich alljährlich etwa 30.000 Menschen mit einem solchen Keim. Mit geeigneten Hygienemaßnahmen und Diagnosemethoden könnte dies verhindert werden. Insbesondere bei Letzterem gibt es vielversprechende Innovationen.



Für Antibiotikaresistenzen gibt es verschiedene Ursachen:

Antibiotika sind dafür zuständig, Bakterien zu bekämpfen. Sie verursachen entweder den sofortigen Tod der Erreger oder verhindern deren Vermehrung. Reagieren die Bakterien auf die entsprechenden Medikamente nicht, wird von einer Antibiotikaresistenz gesprochen. Dies geschieht leider gar nicht selten, denn Bakterien sind wahre Überlebenskünstler. Da sie sich innerhalb kürzester Zeit vermehren, können sie sich durch spontane Erbgutveränderungen schnell den ungünstigsten Gegebenheiten anpassen: So wurden sie beispielsweise hitze- oder kältebeständig, unempfindlich gegenüber Strahlung oder feuchtigkeits- und austrocknungsresistent. Werden Antibiotika grundlos eingenommen – beispielsweise bei viralen Infekten – oder eine begründete Therapie mit dem falschen Medikament begonnen oder verfrüht abgebrochen, kann dies zu resistenten Erregerstämmen führen. Bei einem erneuten Krankheitsausbruch sind die verwendeten Medikamente dann nicht mehr wirksam. Dies gilt auch für neu infizierte Menschen, wenn die Erreger bereits zum Zeitpunkt der Ansteckung resistent waren. Weltweit starben im Jahr 2013 schätzungsweise 700.000 Menschen infolge einer Antibiotikaresistenz.

Frühzeitige Diagnose verhindert Verbreitung und ermöglicht schnelle Therapie:

Insbesondere dort, wo sich viele Menschen auf engem Raum befinden, können sich Keime gut ausbreiten. Dies gilt zum Beispiel für stark frequentierte öffentliche Toiletten, wie an Flughäfen, und im Besonderen für Krankenhäuser, wo sich infizierte, erkrankte und im-mungeschwächte Personen die Türklinke in die Hand geben. Neben äußerst sorgfältiger Hygiene kann eine frühzeitige Diagnose helfen, die Keimübertragung zu verhindern.
Der Befund erfolgt, indem Probenmaterial von spezialisierten Diagnoselaboren untersucht wird. Je nach Testverfahren kann es mehrere Tage dauern bis die Ergebnisse vorliegen. Da aus logistischen Gründen über diese Dauer oftmals keine Quarantäne des Patienten möglich ist, könnte sich ein hochansteckender Erreger rasant ausbreiten. Ein schnelles Verfahren zur Ermittlung von Erregern und deren Resistenzen ist daher wichtig, um eine Ausbreitung im Krankenhaus zu verhindern. Außerdem ermöglicht die frühe Diagnose, die gegebenenfalls notwendige Behandlung sofort und gezielt mit dem richtigen Antibiotikum zu beginnen. So lassen sich ein Zeitverlust bis Therapiebeginn und weitere Resistenzen durch eine eventuell unpassende Antibiose verhindern. Die Hain Lifescience GmbH hat moderne Testsysteme für Zentral- oder ausgelagerte Labore entwickelt, die die Zeit bis zum Vorliegen der Ergebnisse auf wenige Stunden verkürzen.
Aber inzwischen ist auch die Diagnose auf der Krankenhausstation selbst möglich. Verschiedene Unternehmen bieten einfach anzuwendende Systeme an, die vollautomatisiert ablaufen und direkt in den Stationen eingesetzt werden. Je nach Erreger gibt es hochspe-zialisierte Diagnosetools, die schon nach kurzer Zeit Ergebnisse liefern und damit eine zügige Isolation, bzw. eine spezifische Therapie ermöglichen. Das Freiburger Unternehmen SpinDiag GmbH beispielsweise ermöglicht es Ärzten, Patienten bei der Krankenhausaufnahme effizient auf die 25 relevantesten Antibiotika-Resistenzen zu testen. So können betroffene Patienten in Isolation behandelt werden und eine Ausbreitung der Keime wird verhindert. Auch die Curetis GmbH hat eine Plattform entwickelt, bei der mittels unterschiedlicher Kartuschen schwere Infektionserkrankungen einfach und schnell diagnostiziert werden können.

Neue Therapien gefragt:

In der Behandlung stellen multiresistente Erreger (MRE) eine besondere Herausforderung dar, denn der hohe Antibiotikaverbrauch der letzten Jahrzehnte beschleunigte die Resistenz-entwicklung. Reserveantibiotika – dies sind spezielle Antibiotika, die nur bei Infektionen mit resistenten Erregern angewandt werden – stellen in vielen Fällen die letzte Möglichkeit dar, und auch hierfür entwickeln die Bakterien bereits Abwehrmechanismen. Damit wir in naher Zukunft nicht ohne wirksame Antibiotika bleiben, arbeitet die medizinische Forschung mit Hochdruck an neuen Therapiemöglichkeiten. Dies ist nicht einfach, denn Stoffe, die Bakterien töten, gibt es zwar zuhauf, meist schädigen sie allerdings auch den Menschen. Doch 88 Jahre nach der zufälligen Entdeckung des Penicillins gab es am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) der Universität Tübingen einen erneuten Glückstreffer in der Antibiotika-Forschung: Die dortigen Wissenschaftler haben entdeckt, dass ein in der menschlichen Nase siedelndes Bakterium einen bisher unbekannten antibiotischen Wirkstoff gegen multiresistente Erreger produziert. Die Forschungsergebnisse sind im Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlicht.
„Antibiotika sind eine der wichtigsten Erfindungen in der Medizin und wir alle sind gefragt, verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen, damit wir Infektionskrankheiten nicht irgendwann schutzlos gegenüberstehen. Wir sind stolze Unterstützer all der kleinen, mittleren und großen Unternehmen, die in unserem Land unermüdlich forschen und Diagnose- und Heilmittel entwickeln, um Resistenzen bestmöglich entgegenzuwirken“, so Prof. Dr. Ralf Kindervater, Geschäftsführer der Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg GmbH.

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