(openPR) Serie: Arzneimittelversorgung in Deutschland, Teil 2
Und sie haben gute Gründe dafür
Berlin, 17. November 2016 – Für den Versand von verschreibungspflichtigen Medikamenten (RX) und mehr Wettbewerb haben sich eine Vielzahl einflussreicher Akteure ausgesprochen, seitdem Bundesgesundheitsminister Gröhe am 28.10. ankündigte, den RX-Versandhandel in Deutschland verbieten zu wollen. Das Spielen mit den Ängsten der Patienten und Verbraucher, wie es aktuell passiert, ist aus BVDVA-Sicht unverantwortlich.
Vertreter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) halten fest: „Das Urteil des EUGH bietet eine Chance, neue Wege in der Regulierung des Marktes für Apotheken zu gehen.“
Bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schätzt man den Nutzen für die Patien-ten und Verbraucher größer ein als den möglichen Schaden: „Insbesondere chronisch Kranke, die im Monat mehrere Medikamente einnehmen, können bei der Bestellung bei Online-Apotheken mehrere Hundert Euro an Zuzahlungen sparen.“ Auch die Deutsche Stiftung Pati-entenschutz sieht mögliche Konsequenzen eines RX-Versandverbots: "Es sind allein die Patien-ten, die die Geschenke des Ministers an die Apotheker bezahlen müssten."
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder sagt: „Verbote sind der falsche Weg. Apotheken sollten vielmehr darin unterstützt werden, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.“
Prof. Dr. Achim Wambach, Chef der Monopolkommission, ein unabhängiges Beratungsgre-mium, das die Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät, gibt folgende Empfeh-lung ab: „Den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten, würde ich nicht empfehlen. Durch eine solche Maßnahme wird der Wettbewerb mit Medikamenten im Versand-handel behindert, obwohl gerade dieser künftig an Bedeutung gewinnen wird.“













