(openPR) Vom 29. Oktober bis zum 10. Dezember 2016 zeigt die Galerie Schwind in Leipzig Selbstporträts des Leipziger Malers und Grafikers Werner Tübke (1929-2004). Zu sehen sind über 30 Handzeichnungen aus den Jahren 1949 bis 2003, die bisher noch nicht öffentlich ausgestellt waren und die dem Besucher der Ausstellung ermöglichen, Tübke von der Jugend bis ins hohe Alter bildnerisch zu begegnen.
Mit insgesamt 288 Selbstdarstellungen im malerischen, zeichnerischen und grafischen Werk von Werner Tübke, nimmt das Selbstportrtät eine herausragende Stellung in seinem Oeuvre ein. Die frühesten ausgewählten Zeichnungen in der Ausstellung zeigen Werner Tübke in seinen 20er Jahren. Ausgeführt in Tusche, Kohle oder Grafit beweisen sie nicht nur das außergewöhnliche, zeichnerische Können Tübkes, sondern insbesondere auch sein Talent im Porträt das Wesenhafte des Dargestellten - in diesem Fall sich selbst - einzufangen. Unter den Exponaten befinden sich zudem exaltiert wirkende Vorstudien zum Panoramabild Frühbürgerliche Revolution in Deutschland, aber auch dokumentarische Zeichnungen wie ein Selbstporträt in Suchumi, wohin er 1961 reiste oder ein Selbstbildnis mit Doktorhut und bandagierter Hand aus dem Jahr 1986, aber auch symbolischere Arbeiten, wie ein Gruppenbildnis mit Selbstporträt und Narr aus dem Jahr 2003, als sich Tübke nach langer Krankheit konsequent der Zeichnung zuwendete.
Die intensive Beschäftigung des Künstlers mit sich selbst muss auch als Reaktion auf die ihm zugewiesenen und erhofften Rollen in der Kunst- und Kulturpolitik der DDR verstanden werden. Tübkes Inszenierung in verschiedenen Posen und Rollen, sein Spiel mit den Identitäten bezeugt seine individuelle Verortung im Kunstsystem zwischen Kritik und Akzeptanz, die permanent neu ausgelotet werden musste. Einerseits inszenierte Tübke sich immer wieder als selbstsicheres Künstlergenie mit Sonderstatus, anderseits nahm er auch immer wieder die Rolle eines schmerzhaft an der Umwelt leidenen Künstlers an. Diese Ambivalenz zwischen "auratischem Künstlergenie und leidendem Außenseiter" (A. Michalski), die in den Selbstdarstellungen deutlich wird, steht stellvertretend für Tübkes Rolle in der deutsch-deutschen Kunstgeschichte.
Galerie Schwind | Leipzig
Springerstr. 5
04105
Leipzig
0341-2539880
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Stefanie Michels
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Über das Unternehmen
Die Galerie Schwind wurde 1989 in Frankfurt am Main gegründet. Der Geschäftsführer, Karl Schwind, pflegte bereits zuvor Kontakt zur jungen Kunstszene in Leipzig und Dresden, weshalb von Beginn an Leipziger Künstler durch die Galerie vertreten sind.
Nach der Wende intensivierte sich dieser Austausch, besonders im Hinblick auf die ältere Künstler-Generation der sogenannten Leipziger Schule, wobei vor allem die Freundschaft mit Wolfgang Mattheuer (1927-2004) 1994 prägend gewesen ist. Im Jahr 2000 kam mit Werner Tübke (1929-2004) der zweite Protagonist der Leipziger Schule hinzu und verdichtete mit seinem künstlerischen Beitrag das Programm der Galerie.
Der enge Kontakt mit der Stadt und der lebendige Dialog mit ihren Künstlern ließen schon früh die Idee reifen, auch in Leipzig Geschäftsräume einzurichten - so dass Karl Schwind, als sich nach dem Tod Werner Tübkes die Möglichkeit ergab, dessen Villa zu erwerben, kurzerhand den Hauptsitz der Galerie Schwind nach Leipzig verlegte. Damit platzierte er den eigenen Handels- und Wirkungsraum im unmittelbaren Entstehungsumfeld der Kunst, die er vertritt. Heute beherbergt das geschichtsträchtige Künstlerhaus in der Springerstraße 5 die Ausstellungsräume der Galerie im Erdgeschoss, die Sammlung Fritz P. Mayer - Leipziger Schule in der 1. Etage und im Dachgeschoss die Tübke-Stiftung.
Die Räumlichkeiten in Frankfurt am Main bleiben als Dependance bestehen und sind erweitert worden. Schließlich wurde 2011 die dritte Galerie in Berlin-Mitte eröffnet.
Neben der Betreuung der künstlerischen Nachlässe von Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer werden auch weitere bedeutende Leipziger Künstler wie Arno Rink, Ulrich Hachulla, Michael Triegel, Erich Kissing, Wolfgang Peuker, Günter Thiele, Gero Künzel und Markus Matthias Krüger durch die Galerie Schwind in Leipzig und Frankfurt am Main vertreten. Überregionale Künstler wie Werner Stötzer, Willi Sitte, Fritz Cremer, Volker Blumkowski, Rolf Händler und Shinji Himeno ergänzen mit ihren Arbeiten das Programm um den kritischen Realismus.