(openPR) München, 27. Oktober 2016 (kk) – Über 30 Jahre lang lag das Werk unbeachtet in einem Kellerraum in Süddeutschland. Nun erblickt Helen Frankenthalers „Marchioness“ nicht nur das Tageslicht, sondern auch gleich den Auktionssaal. Das beeindruckende Werk wird im Rahmen der Auktionen Klassische Moderne / Kunst nach 1945 und Contemporary Art vom 8.-10. Dezember bei Ketterer Kunst in München versteigert.
Damit kommt erstmals eine großformatige Original-Arbeit der renommierten New Yorker Künstlerin bei einer Auktion in Europa zum Aufruf. Helen Frankenthaler, die 2011 in Connecticut verstarb, blickte auf eine sechs Jahrzehnte umfassende Karriere zurück. In direktem Austausch mit der Gründergeneration des Abstrakten Expressionismus zählt sie heute nicht nur zu den bedeutendsten amerikanischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, sondern nimmt auch kunsthistorisch eine zentrale Rolle am Übergang vom Abstrakten Expressionismus zur Farbfeldmalerei ein.
Im avantgardistischen New Yorker Kunstbetrieb der 1950er Jahre kommt die junge Künstlerin in Kontakt mit Jackson Pollock und Robert Motherwell; mit Letzterem ist sie von 1958 bis 1971 verheiratet. Frankenthaler findet in diesem Umfeld zunehmend zu ihrer eigenen spontan-abstrakten Bildsprache. 1959 wird sie vom bekannten Kunstkritiker Clement Greenberg entdeckt, woraufhin ihre Arbeiten regelmäßig auf bedeutenden internationalen Ausstellungen wie etwa der documenta in Kassel und der Biennale von Venedig präsent sind. Ihre erste Museumsausstellung erfolgt 1960 in New York.
In ihrem Œuvre entwickelt Helen Frankenthaler, angeregt von Willem de Kooning und Jackson Pollock, einen expressiven und subjektiv-spontanen, dabei aber überaus harmonischen und geradezu poetischen Abstraktionsstil, den sie ab Beginn der 1970er Jahre verstärkt über riesige Leinwandflächen im gestreckten Querformat ausbreitet. Durch diese panoramaartige Anlage der Komposition entsteht beim Betrachter das Gefühl, von der Malerei geradezu umgeben zu sein. Dieses „Eintauchen in den Farbraum“ wird anders als beim klassischen Color Field Painting nicht durch die Flächigkeit und vermeintliche Tiefe eines homogenen, nahezu monochromen Farbfeldes hervorgerufen, sondern durch die seitliche Ausdehnung, die auch in „Marchioness“ die Grenzen des optisch Fassbaren erreicht. Der Schätzpreis liegt bei EUR 250.000-350.000 (US$ 275,000-385,000).
Weitere Top-Lose kommen im Bereich der Klassischen Moderne u.a. von Cuno Amiet, Otto Dix, Auguste Herbin, Karl Hofer, Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Otto Mueller, Emil Nolde, Hermann Max Pechstein,, Georg Schrimpf, Marianne von Werefkin. und Eugeniusz Zak. Im Bereich der Kunst nach 1945 bestechen z.B. Werke von Willi Baumeister, Sam Francis, Heinz Mack, Otto Piene, Günther Uecker und Victor Vasarely, während die Abteilung Contemporary Art mit so spannenden Namen wie Martin Eder, Eberhard Havekost, Roman Kochanski, Stefan Kürten, David LaChapelle, Alex Mirutziu, Dasha Shishkin, Alexander Ernst Voigt und Cornelius Völker aufwartet.
Vorbesichtigung:
03.-05. November, Ketterer Kunst, Holstenwall 5, 20355 Hamburg*
08./09.November, Galerie elten & elten, Wilfriedstr. 19, 8032 Zürich, CH*
14./15.November, Galerie Schwind, Fahrgasse 8, 60311 Frankfurt*
18.-21. November, Ketterer Kunst, Malkastenstr. 11, 40211 Düsseldorf*
25. Nov.-02. Dez., Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, 10719 Berlin*
04.-09. Dezember, Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, 81829 München**
* ausgewählte Werke ** alle Werke
Auktion in München:
Klassische Moderne / NACH 1945 /Contemporary Art vom 8.-10. Dezember












